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JAG - Im Auftrag der Ehre - Season 1.1 (3 DVDs)
Laufzeit: 437 Minuten
Im Handel: 07.12.2006
FSK: Ab 16
Label: Paramount Home Entertainment
EAN: 4010884533125
TV-Norm: PAL
Regioncode: 2

DVD

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Nachdem er sich mit der Arbeit an solchen Serien wie „Magnum“, „Airwolf“ oder „Zurück in die Vergangenheit“ schon einen klanghaften Namen im TV-Geschäft erarbeitet hatte, landete Autor und Produzent Donald P. Bellisario Mitte der 90er Jahre mit der Navy-Serie „JAG“ – zumindest was ihren Erfolg angeht - den Volltreffer seiner Karriere. Immerhin hat es „JAG“ seit 1995 auf stolze zehn Staffeln gebracht und das Spin-Off „Navy CIS“ flimmert nun auch schon im vierten Anlauf mit überwältigendem Zuschauerzuspruch über die US-TV-Bildschirme. Und im Zuge dieses neuerlichen Erfolgs bekommt nun auch „JAG“ seine DVD-Veröffentlichung. Aber gerade die erste Staffel wirkt dabei doch noch zu zerfahren und auch ein wenig ziellos, um sie als wirklich gelungen zu bezeichnen.

Eigentlich war Ex-Pilot Cmdr. Harmon Rabb Jr. (David James Elliott) auf dem besten Wege, es seinem Vater gleichzutun und zu einer modernen Legende unter den Navy-Fliegern zu avancieren. Doch dann machte ihm eine Nacht-Sehschwäche einen Strich durch die Rechnung, die nicht nur zum Verlust eines Jets führte, sondern auch einem Kameraden das Leben kostete. Als notwendige Ersatzkarriere muss nun die des Navy-Anwalts herhalten. Als Teil des Justiz-Chors „JAG“ kümmert Rapp sich nun gemeinsam mit seiner ebenso hübschen wie intelligenten Partnerin Lt. j.g. Meg Austin (Tracey Needham) um die Aufklärung von Verbrechen, Unfällen und sonstigen ungewöhnlichen Vorkommnissen, die in irgendeiner Weise mit der Navy oder ihren Angehörigen in Verbindung stehen. Dabei fungiert Rapp bei besonders spektakulären Fällen nicht nur als medienwirksamer Poster-Boy für die Presse, sondern ist auch dafür berüchtigt, der Wahrheit ohne Rücksicht auf Offiziere oder die öffentliche Meinung auf den Grund zu gehen…

Auch wenn „JAG“ eigentlich nur Anwälte als Hauptcharaktere präsentiert, so ist die erste Staffel doch noch keine Gerichts-, sondern eine reine Militärkrimiserie. Erst in den folgenden Staffeln nehmen die Verhandlungen nach und nach einen bedeutenderen Platz ein, in der ersten sieht man kaum einmal einen Gerichtssaal von innen – so sind hier eher Parallelen zu „Navy CIS“ denn zu späteren „JAG“-Staffeln zu ziehen. Die Qualität der Fälle selbst schwankt dabei von öde („Das Verbrechen“) bis hin zu hochspannend (die Alien-Episode „Unheimliche Begegnung“). Dabei fällt aber auch störend auf, dass stetig neue Konzeptansätze begonnen, aber so gut wie nie zu Ende geführt werden. So wird stetig versucht, den Figuren einen gewissen Hintergrund mit an die Hand zu geben – aber am Beispiel von Megs geheimnisvollen und scheinbar extrem mächtigen Familienfreund, der ihr hin und wieder Informationen zuschachert, ansonsten aber keinerlei Bedeutung erlangt, merkt man, dass die Serie diese losen Einwürfe leider extrem selten weiterspinnt. Selten war es bei einem ersten Anlauf so deutlich, dass das Konzept einer Serie noch während der Dreharbeiten komplett in der Selbstfindung steckte.

Selbst wenn man der Serie selbst eher ablehnend gegenübersteht, muss man aber zumindest doch eingestehen, dass David James Elliott für die Rolle des Navy-Strahlemanns wie geschaffen ist. Charmant, gut aussehend und manchmal gar einen Tick rebellisch, dabei aber gleichzeitig auch glaubhaft autoritär – die perfekte Mischung für einen heroischen Navy-Ermittler ohne echte Ecken und Kanten. Tracey Needham fällt da im direkten Vergleich schon erheblich ab. Ebenso charmant wirkt sie in ihrer Rolle als Computer- und Waffenspezialistin doch wenig glaubhaft. Und das hat weniger mit Vorurteilen in Bezug auf „Frauen + Technik“ als vielmehr damit zu tun, dass ihre Gespräche rund um diese Themen doch extrem naiv und selten fundiert wirken. So ist es auch wenig verwunderlich, dass Needham bereits nach der ersten Staffel „JAG“ ihren Hut nehmen und für andere weibliche Counterparts den Platz an der Seite von Elliott wieder räumen musste. Mit lediglich zwei Stammcast-Mitgliedern ist die Serie hier aber auch im Bereich der Besetzung sowieso noch auf einem ausgedehnten Selbstfindungstrip.

„JAG“-Macher Donald P. Bellisario ist ganz offensichtlich ein großer Fan der Navy und das merkt man der Serie, bei der die heroische Militärverehrung oft das erträgliche Maß überschreitet, leider durchweg an. Geht es um Navy-interne Machenschaften, ist der Pathos-Grad meist noch im grünen Bereich. Zwar werden Grautöne wie organisierte Korruption oder ähnliche strukturelle Probleme, die ein schlechtes Licht auf die Navy an sich werfen könnten, konsequent weggelassen, aber zumindest werden auch mal ein paar schießwütige Volldeppen oder psychopathische Bösewichter in den eigenen Reihen präsentiert. Aber wenn dann in einigen Episoden noch feindliche Mächte hinzukommen, kann es auch schon mal richtig peinlich werden. Einige dieser „Mächte des Bösen“-Porträts sind so undifferenziert, naiv und platt geraten, dass man sich eigentlich kaum vorstellen mag, dass diese vor gerade einmal gut zehn Jahren entstanden sind. So sollte man auf jeden Fall vor dem Kauf sicher stellen, dass man zumindest ein gewisses Faible für großes Kriegsspielzeug mitbringt, ansonsten dürfte es nämlich äußerst schwer fallen, die heldenhaften Ermittlungen an Bord von U-Booten, Kreuzern oder Flugzeugträgern zu genießen.

Christoph Petersen

Tonspuren: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch (alle Surround), Spanisch (Mono)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Bildformat: Vollbild

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