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    Parallel zur Berlinale: Die 3. Woche der Kritik ist Pflichtprogramm für alle, die gerne über Filme sprechen

    Bei der Woche der Kritik wird nicht nur jeden Abend ein diskussionswürdiger Film gezeigt – es wird anschließend auch tatsächlich diskutiert: mit internationale Filmkritikern über Ästhetik, Politik und die Zukunft des Kinos!

    Die zum dritten Mal vom Verband der Deutschen Filmkritik (zu dem auch mehrere FILMSTARTS-Kritiker gehören) ausgerichtete Woche der Kritik hat sich auch in diesem Jahr wieder ambitionierte Ziele gesteckt:

    Filmkritik wird Programm: Zur Berlinale zeigt die Woche der Kritik internationale Filme, frei ausgesucht nach dem Prinzip, die anregendsten Werke zu diskutieren. Jeder Film gibt Anstoß zu Debatte, Kontroverse, lustvollem Streit. Internationale Filmkritiker_innen und Filmemacher_innen diskutieren über Politik und Ästhetik, Vorlieben und Ablehnung, neue Distributions- und Rezeptionsformen. Wie sehen wir Filme? Welche Filme wünschen wir uns? Was macht Kino zum Kino?

    Von Donnertag (den 9. Februar) bis Mittwoch (den 15. Februar) wird jeden Abend um 20 Uhr im Hackesche Höfe Kino ein Film gezeigt (das Programm findet ihr oben in der Bildergalerie) und anschließend mit Top-Kritikern aus aller Welt unter einem Oberbegriff wie „Futur“, „Apparat“ oder „Überschwang“ über das Kino diskutiert.

    Karten gibt es direkt im Kino zu kaufen oder ihr könnt sie euch unter diesem Link bestellen bzw. reservieren.

    Zwei der Filme, die wir schon vorab sehen konnten, möchten wir euch zudem noch ganz besonders ans Herz legen:

    Aroused By Gymnopedies“ (Samstag, 11.2.) ist eine Hommage an das in den 1970ern und 80ern erfolgreiche japanische Porno-Studio Nikkatsu – die absurd-komische Odyssee eines Filmregisseurs, der mit jeder Frau sofort Sex hat, wandelt sich im letzten Drittel plötzlich zu einem überraschend berührenden Melodram mit Geistereinschlag. Für Fans des skurrilen japanischen Nischenkinos ein unbedingtes Muss! (4 von 5 Sternen)

    I Am Not Madame Bovary“ (Dienstag, 14.2.) stammt zwar von einem ausgewiesenen Blockbuster-Regisseur – aber hier hat sich Xiaogang Feng echt mal was getraut: Die meiste Zeit sieht der Zuschauer statt eines rechteckigen Bildes lediglich einen kreisrunden Ausschnitt – ein faszinierender Gewöhnungsprozess. (4,5 von 5 Sternen)

    The Human Surge“ (Donnerstag, den 9.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Es wimmelt von Menschen in dieser filmischen Reise über drei Kontinente, bei der ganz unmerklich Räume und Perspektiven ineinanderfließen. Hinterzimmer, Gänge, Trampelpfade und Wiesen, das Bearbeitete und das Natürliche: Sie verschwimmen zunehmend in einem rastlosen Sog aus Bewegungsbildern… Anschließend wird zum Thema „Futur“ diskutiert: Heute berechnen Instrumente und Menschen die Zukunft. Zukunftsbilder gelten als planbar und fest. Wie kann Film Zukunftsdenken wieder von diesen Setzungen befreien und zur freien Spekulation anregen?

    „Green White Green“ (Freitag, den 10.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Eine augenzwinkernde Satire auf die nigerianische Filmproduktion (= Nollywood), die so viel Spaß und Bewunderung für das Medium Kino aufbringt, dass plötzlich alles zusammenpasst: amerikanische und afrikanische Popkultur, nigerianische Geschichte und Tradition… Anschließend wird zum Thema „Spielraum“ diskutiert: Von Regeln, die befolgt und umgangen werden. Von Positionen und wie sie eingenommen werden. Von Perspektiven, die zugelassen und ermöglicht werden.

    „Aroused By Gymnopedies“ (Samstag, den 11.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Ein Filmregisseur, dessen aktuelles Projekt gecancelt wird, als seine Hauptdarstellerin während des Drehs plötzlich aussteigt, treibt scheinbar ziellos umher – und landet dabei mit so ziemlich jeder Frau im Bett, der er begegnet… Anschließend wird zum Thema „Ausbruch“ diskutiert: Der Blick von außen verkennt manchmal innere Wahrheiten. Wie werden Kunstwerke abgestempelt? Wie entstehen Grenzen und Zugänge in der Karriere eines Films – und nach welcher Logik?

    „California Dreams“ (Sonntag, den 12.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Ein Vorsprechen, um das eigene Leben hinter sich zu lassen, Fehler zu vergessen, neue Bilder von sich selbst zu finden: Kino machen, das ist für Regisseur Mike Ott und seinen Protagonisten Cory Zacharia ein konsequentes Spiel mit Identität… Anschließend wird zum Thema „Unfertig“ diskutiert: Unabgeschlossene Werke sind in den meisten Kunstgattungen geläufig. Wie kann sich auch das Kino einem Kunstverständnis öffnen, das Verflechtungen zwischen Filmen und prozesshaftem Arbeiten zulässt?

    I Am Not Madame Bovary“ (Montag, den 13.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Eine Frau (Fan Bingbing) will die Scheidung mit ihrem Ex-Mann anfechten – und beschwert sich deshalb durch alle Instanzen hindurch bis hin zum jährlichen Parteitag in Shanghai… Anschließend wird zum Thema „Apparat“ diskutiert: Der Apparat zur Herstellung und Verbreitung von Filmen befindet sich in einem System politischer Ordnung. Wie regelt sich das Verhältnis dieser Apparate, können sie sich voneinander lösen?

    „Lass den Sommer nie wieder kommen“ (Dienstag, den 14.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Ein junger Mann will Tänzer werden in der Großstadt, er trifft auf einen Polizisten, der ihn vor der Prostitution bewahrt. Mal gemeinsam, mal allein irren die beiden durch einen hypergegenwärtigen Stummfilm-Kosmos, um sich zu lieben und sich zu erinnern, an den Krieg, an ihre Herkunft, an uneingelöste Versprechen... Anschließend wird zum Thema „Taumel“ diskutiert: Sich Filmbildern auszusetzen, bedeutet immer auch Kontrolle aufzugeben. Der Avantgardefilm thematisiert das ausdrücklich. Wir fragen, was uns in Taumel versetzt und was diesen Zustand ausmacht.

    Planetarium“ (Mittwoch, den 15.2., um 20.00 Uhr)

    Inhalt: Im Paris der 1930er Jahre schlagen sich zwei amerikanischen Schwestern (Natalie Portman und Lily-Rose Depp) mit dem Abhalten von Séancen durch – bis der Chef eines Filmstudios mit ihrer Hilfe (er will echte Geister filmen) das französische Kino revolutionieren will… Anschließend wird zum Thema „Überschwang“ diskutiert: Der Raum scheint oft begrenzt für mäandernde Werke, die die Mittel vermehren und ihre Wirkung dem Zufall überlassen. Kann Überschwang unerwartete Ambivalenzen schaffen und Bilder in uneindeutige, lebendige Formen verwandeln?

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