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4 - Sehr gut
Das Buch "Red" erzählt eine meiner Lieblingsgeschichten von Jack Ketchum. Es offenbart in ruhiger Weise, wie Stolz und Machtanspruch, aber auch Unnachgiebigkeit zu einer Spirale aus Gewalt führen können.
Dem Buch gleich schafft der Film einen starken, sich selbst hinterfragenden Helden und einen gut angesehenen, charakterschwachen Antagonisten.
Dass nur die Bitte um Ehrlichkeit und eine Entschuldigung zu immer schlimmeren Gewalttaten führen kann, erscheint wie aus dem richtigen Leben (was bei Ketchums Geschichten so häufig der Fall ist).
Nicht aufgeben, das Gesicht bewahren, stolz gebären, das findet man bei uns vielleicht noch bei den Halbstarken in den U-Bahnen. Und genauso oder ähnlich könnte ein älterer Herr in diese Spirale bei uns geraten, wenn er unnachgiebig sein (sehr kleines) Recht einfordern würde.
Das Finale ist schockierend, der Weg dahin hätte so oft vermieden werden können. Aber Jack Ketchums Roman und auch der Film führen uns gekonnt vor, wenn "Der Klügere gibt nach" zu einer Redensart verkommen ist. Großartig stiller Thriller mit guten Schauspielern.
Übrigens: Der Film ist nahezu eine 1 zu 1-Umsetzung des Romans. Wer also den Film als klischeebeladen empfindet, der braucht das Buch gar nicht erst zur Hand nehmen. Und man darf nie vergessen, dass Klischees aus dem echten Leben kommen und manchmal eben mehr wahr anmuten als ausgelutscht.
Hinzugefügt am 16.03.2009 um 16:13 Uhr
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