ThomasEdgar
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34 Userkritiken
Kritik:
Der Film knüpft fast an die Tradition schwarzer Filmkunst an. Ein bischen mehr Blut, Sex, schräger Humor oder Dramatik und der deutschen Filmkunst wäre ein seltene Vorstoß in ein Genre gelungen, das zum Beispiel eher in Frankreich beheimatet ist.
Im Vordergrund steht die Psychologie einers Charakters, mehr dem Schein und der Illusion verbunden, als dem Machbaren. Dieser Charakter spielt auf der Bühne zwischen Zynismus bei der Arbeitsvermittlung, korrupter Arbeitswelt, dummer Politik und der Gier nach Geld. Ehrlichkeit wird bestraft. Das erinnert fast an die gegenwärtige Finanzkriese.
Der Held macht sich daran, seine Geliebte aus dem Bordell zu holen. Die Lovestory endet schließlich im geräumigen Wohnzimmer einer ergaunerten Wohnung. Er ist glücklich, mit ihr theoretisch im Ausland eine neue Existenz aufbauen zu können, wärend unten an der Haustür die Hüter des Gesetzes zur Verhaftung rüsten.
Der Film schafft nicht den großen Spannungsbogen. Spannung ergibt sich eher wellenförmig von Szene zu Szene. Man wird atemlos mitgerissen. Immer wieder schafft der Gauner fragwürdige Situationen, aus denen er sich mehr oder weniger erfolgreich herauswindet. Wie reagiert eine Frau, die von einem fremden Mann einen teuren Mantel geschenkt bekommt? Was passiert mit dem Kreditkartenbetrüger, der den Mantel nicht bezahlen kann und bei der anschließenden Flucht im Toilettenfenster hängenbleibt?
Man setze sich einfach in einen Chefsessel, spule am Telefon einen professionellen Jargon herunter und schon gehört man dazu, egal ob Teppiche, Autos oder Finanzprodukte verkauft werden. Das Leben ist Schein, Vertrieb ist Spiel und das Ganze wird als Arbeit definiert in einer Welt, in der immer weniger Menschen durch ihre Arbeit würdig leben können.
Diese Gedanken gehen natürlich zu weit. Der Film gibt Anstoß zu so mancher Überlegung, was für ihn spricht. Auch hinsichtlich schauspielerisch guter Leistungen ist dieser Film sehr zu empfehlen.