0 follower |
Seine 1 Kritik ansehen
|
3.5 - Gut
Manchmal kommt man in den Genuss von Preview Karten, die noch nicht einmal etwas gekostet haben. Trotzdem sollte man pünktlich am Kino sein, ansonsten sitzt man in der dritten Reihe... Da der Film weitestgehend auf schnelle Schnitte verzichtet, konnte ich aber durchhalten und trainierte zusätzlich meine Nackenmuskulatur.
Ohne das Buch zu der wahren Geschichte hinter dem Film zu kennen, belief sich mein Wissen über die ungewöhnliche Beziehung auf den noch schnell im Internet gelesenen Neon Artikel. Trotzdem wurde ich vom Film nicht mehr überrascht. Wer den Neon Artikel kennt, kennt die Geschichte des Films; wer das Buch kennt, weiß vielleicht so viel mehr, dass er sich über die zwingenden Verkürzungen im Film ärgert (reine Spekulation)?
Die Geschichte an sich ist traurig, bewegend, romantisch. Im Film kommt dies alles nur abgeschwächt herüber. Die 100 Minuten kamen mir sehr kurz vor, 20 mehr hätten nicht geschadet. Die Beziehung der beiden wirkte zwar nicht künstlich, aber wurde auch nicht emotional begründet. Auf der einen Seite ist das sehr angenehm; der Film ist alles ist, nur keine schmalziger Liebesfilm, an dessen Ende das Böse bezwungen wurde und Hugh Grant die Frau bekommt. Auf der anderen Seite wurde ich nicht „hineingezogen“, fieberte nicht wirklich mit den Charakteren mit. Weiterhin erschien mir das letzte Drittel des Film zu „märchenhaft“ (allerding auf niedrigem Kitschniveau). Die Geldprobleme von Ben werden zwar dauernd von den Protagonisten angesprochen, die Handlung (einfach mal so nen Job, Luxus Reportage etc.) passt da aber nicht. Zudem wirkte David Kross als Ben in der ersten Hälfte ein wenig hölzern auf mich.
Aber, der Film ist nicht schlecht. Er hat seine witzig-kritischen Szenen (Hostel). Die Kamera gefällt durchweg und der Soundtrack ist stark. Wenn der wummernde Bass von Vive la Fête’s „Noir Désir“ einsetzt, sobald Szenen in der Disko in Phnom Penh spielen - ein Königreich für eine gute Heimkinoanlage bzw. den Platz in der dritten Reihe.
Was bleibt ist ein guter Film, der sich aber (leider) weniger mit dem Innenleben von Ben beschäftigt. Vielmehr stehen Bens Erfindungsreichtum und seiner Hartnäckigkeit die Beziehung trotz HIV und tausenden Kilometern zwischen Erster und Dritter Welt zu meistern im Mittelpunkt. Das ist auch interessant und technisch/ästhetisch sehr gut umgesetzt, wirkt aber mitunter zu glatt, zu verkürzt und dadurch unglaubwürdig.
Hinzugefügt am 17.01.2010 um 16:16 Uhr
Verstoß melden