Nachdem sein spaßig-sinnfreies Action-Abenteuer „
Sahara“ mit Matthew MaConaughey 2005 an den Kinokassen angesichts der 140 Millionen Dollar Produktionskosten eine Bruchlandung hingelegt hatte, wurde es für die folgenden drei Jahre ruhig um Regisseur Breck Eisner, der jetzt allerdings gleich mit drei angekündigten Remakes in den Startlöchern steht: dem Zombie-Schlachtfest „
The Crazies“ (2010), dem Horror-Abenteuer „Creature From The Black Lagoon“ (2011) und dem Fantasy-Actioner „Flash Gordon“ (2012). Als kleine Aufwärmübung liefert Eisner mit „Die Opferung“ nun schon mal einen Beitrag zur Horror-Serie „Fear Itself“, die insgesamt 13 vierzigminütige, von unterschiedlichen Regisseuren in Szene gesetzte Beiträge umfasst. Inhaltlich stehen die einzelnen Episoden genau wie bei der vergleichbaren, ebenfalls von Mick Garris entwickelten Serie „Masters Of Horror“ zwar in keinem Zusammenhang, doch gruseln wollen sie natürlich alle. Eisners Film bildet dabei einen recht unspektakulären, aber noch annehmbaren Beginn der Reihe.
Die Schwerverbrecher Point (Jeffrey Pierce, „
Junior Pilot“), Lemmon (Jesse Plemons, „
Shopping-Center King“), Diego (Stephen Martines, „
No Man’s Land: The Rise Of Reeker“) und Navarro (Reamonn Joshee) suchen Zuflucht in einem abgelegenen, von den drei Schönheiten Chelsea (Rachel Miner, „
Tooth And Nail“), Virginia (Mircea Monroe, „
Tekken“, „
Into The Blue 2“) und Tara (Michelle Molineux) bewohnten Fort. Die Männer, darunter ein Schwerverletzter, werden von den Frauen zunächst freundlich empfangen. Es locken die Aussicht auf Unterkunft, Essen, medizinische Versorgung und Sex. Doch schon bald müssen die Kriminellen feststellen, dass ihre blonden Gastgeberinnen ein fieses und äußerst todbringendes Geheimnis hüten…
Die Grundidee der Eröffnungsepisode ist sicherlich nicht besonders originell, hätte dank ordentlicher atmosphärischer Werte und - für das Genre - befriedigenden Darstellerleistungen dennoch das Zeug dazu gehabt, einige griffige Schockeffekte zu platzieren. Im Film selbst finden sich davon allerdings nur wenige, die der Zuschauer nicht bereits von Weitem auf sich zukommen sieht. Ebenfalls störend sind einige Logiklöcher und der schwache Schlusstwist. Dafür sorgt die Tonspur immer dann für Fingernägelkauen, wenn sie dem Zuschauer vors geistige Auge führt, was die Kamera ihm vorenthält: Geraschel, Gegrunze und Geschrei - wenigstens akustisch bietet „Die Opferung“ mitunter erstklassige Horror-Momente. Auf der visuellen Ebene hält sich der Film - zumindest im Vergleich zu Torture Porn wie
Hostel 2 oder
Saw 6 - in puncto Gewalt hingegen eher zurück, was aber nun auch nicht heißen soll, dass der FSK-16-Streifen der reine Kindergeburtstag wäre.
Fazit: Eine im positiven Sinne eklige Tonspur, der zügige Einstieg ins Geschehen und solide Atmosphäre erheben „Fear Itself: Die Opferung“ trotz seiner Vorhersehbarkeit auf das Level akzeptabler TV-Horrorkost, die einem die Lust auf die anderen Episoden der Horror-Reihe zumindest nicht verdirbt.
Tobias Mayer