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Kinostart
25. März 1993 (1h 35min)
- Regie
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Mit
Benoît Poelvoorde, Jacqueline Poelvoorde Pappaert, Nelly Pappaert mehr
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Genre
Komödie, Krimi
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Nationalität
Belgien
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Ein Mann steht in einem Gang im Zug und schaut aus dem Fenster. Eine Frau kommt den Gang entlang, der Mann drückt sich ans Fenster, dass sie passieren kann, und gerade als sie vorbeigegangen scheint, nimmt er sie hinterrücks mit einem Strick in die Mangel, zerrt sie ins Abteil und hält sie so lange, bis die Frau qualvoll erstickt ist. Es ist dies die erste Szene und der erste Mord, den Ben vor der Kamera eines dreiköpfigen Filmteams begeht, das einen Dokumentarfilm über ihn dreht. Es ist dabei, wenn der selbstgefällige Serienkiller einen Postboten im Hauseingang totschlägt oder eine ganze Familie auslöscht, es begleitet ihn bei den Beseitigungen der Leichen, beim Besuch seiner Eltern, beim Musizieren und beim Treffen mit seinen Freunden. Je länger die Crew um Rémy den eitlen und besserwisserischen Ben mit der Kamera eskortiert, desto mehr werden sie zu Erfüllungsgehilfen und selbst zu Tätern.
| Originaltitel | C'est arrivé près de chez vous | Details zum Film | - | |
|---|---|---|---|---|
| Verleiher | Pandora Filmverleih | Besucher | - | |
| Produktionsjahr | 1992 | Budget | 1 000 000 FB |
Von Alex Todorov
Das belgische Kino liefert in feiner Regelmäßigkeit bitterböse Filme, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Werke wie Ex-Drummer oder Louise Hires A Contract Killer bieten schwarzen Humor an der Grenze zur Geschmacklosigkeit, der unmittelbar als Vehikel gesellschaftskritischer Perspektiven dient. Im Blickpunkt stehen Protagonisten aus sozialen Randmilieus: Unterschichtler, Arbeitslose, Verlierer, Irre und Kranke. Aus dieser Randständigkeit destillieren sich scheinbar zwangsläufig moralische und ethische Handlungsansätze. Die Mockumentary „Mann beißt Hund“ von Benoit Poelvoorde (Narco), André Bonzel und Rémy Belveaux scheint den Genannten ein filmischer Gründervater zu sein. Im selben Jahr erschienen wie Michael Hanekes Bennys Video, reflektiert der Film nicht allein mediale Sensationsgier, Gewaltgeilheit und Voyeurismus, sondern führt auch den Anspruch auf Authentizität und Natürlichkeit des Dokumentarfilmgenres ad absurdum, indem er dieses Streben als Inszenierungsmechanismus demaskiert. serie,Stromberg oder Borat zeigen, welch fruchtbaren Nährboden Mockumentaries für beißende und entlarvende Satire bieten. Hinzu kommt jeweils ein selbstverliebter Protagonist, dem Pietät als Sünde gilt – hier Benoit Poelvoorde, der wie die anderen beiden Macher des Films unter seinem bürgerlichen Namen spielt und eine fast beispiellose und wahrlich denkwürdige Performance hinlegt.
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