tobe78
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1.5 - Schlecht
"The war has taken everything..." -
Seit den letzten 10 Jahren im Filmgeschäft (bzw. des 5malig prämierten, in Szene gesetzen Oscar Siegers "Saving Private Ryan") spaltete Meisterregisseur StevenSpielberg seine weltweiten Fans und die Betrachter seiner auf die Leinwand gehievten Werke immer mehr. "Krieg der Welten," "Tim und Stuppi" und "Indiana Jones - und das Königreich des Kristallschädels" beispielsweise versetzten bis heute eine Vielzahl der Fananhängerschaft nicht in positives Erstaunen, sondern in kaltes Entsetzen. Es scheint so, als ob sich die besten Zeiten in der Karriere von Steven Spielberg als brillanter Regisseur so langsam aber sicher (leider) dem Ende zuneigen. Denn in immer auch nervigerer und nerdigerer Manier folgen mittlerweile unausgegorene und vermeidbare Produktionen für andere Regisseure (z.B. "Transformers" für Actionspezialist Michael Bay) als auch immer durchwachsenere Regieleistungen, für welche es bereits in der Vergangenheit teils heftige, teils kontroverse Kritik in den Feuilletons hagelte. Und auch der neueste Kinobeitrag 2012, "Gefährten" bildet da in dieser Hinsicht keine Ausnahme und zeugt noch nicht einmal von drögem filmischen Mittelmaß. "Gefährten" offenbart sich als der bisherige inszenierte Blockbusterwitz 2012, neben "Für immer Liebe" und "Die eiserne Lady" z.B, trotz einer gewisssen handwerklichen und darstellerisch soliden Qualität.
In pittoresken Bildern / formidabler Ausstattung nebst glänzend komponiertem John Williams Score gedeiht zumindest in der ersten halben, inszenierten Stunde von "Gefährten" die Hoffnung für den Betrachter, ddas Steven Spielberg wieder an alte Regieglanzleistungen anknüpfen könnte, wenn er penibel darauf achtet, das jede Gestik / Mimik von Jeremy Irvine im Zusammenspiel mit seinem ihm treu ergebenem Ross sitzt, um so schnell wie möglich das Herz bzw. die Gunst des Zuschauers für sich gewinnen zu können. Aber leider liegt genau in diesem Punkt und den gut gemeinten Absichten von Steven Spielberg, noch einmal "Donner, Glanz und Gloria" früherer Hollywood Studio Produktionen aufleben zu lassen, auch das größte Manko. Man kann sich leider nicht dem Eindruck verwehren, das Jeremy Irvine auf Gedeih und Gederb darauf angewiesen war, während des Drehs den Betrachter in "Faster,Harder And Intense" Manier in seiner Rolle zu begegnen, um ihn mit als bald (bereits nach 10 Minuten!) rollenden Kulleraugen und herausquellenden Tränen (wenn Joey ihm leider weggenommen wird) süffisant um den Finger wickeln zu können. Jeremy Irvine erweckt ganz klar den Eindruck künstlicher Tränendrüsendrückermomente, welches die entstandenen Sympathien und die entsprechende Authenzität / Glaubwüridigkeit beim Betrachter sofort wieder zunichte macht. Steven Spielberg verfügte früher einmal über das Talent, nicht nur seinen Geschichten freien Atem in Sachen Entwicklung zu zugestehen, sondern sich auch folgendem Motto/Credo zu verhaften: Don´t instruct the actors only, let them "evolve, as well as the story." Davon ist im Falle von "Gefährten" nicht mehr viel übrig geblieben. Steven Spielberg wagt sich an das kühne Experiment, Emotionen auf andere Art als üblich entstehen zu lassen, welches im Falle von "Gefährten" bereits von vorneherein zum scheitern verurteilt ist. Zum Glück wurde bei diesem Experiment wenigstens auf die überflüssige 3D Berieselung verzichtet. Denn nicht die entsprechenden Bilder sorgen für die notwendige Bindung des Betrachters an gesehene und treffen auch nicht das Herz und den Verstand. Nein, "echte" verkörperte Gefühle und Glaubwürdigkeit tun dies, eröffnen die Pforte, um sich in einem Film fallen zu lassen. Dies aber zu erreichen, erweist sich im Filmgeschäft aber immer wieder als schwierige Herausforderung, welche zu bewerksteligen ist. Wobei die erste halbe Stunde von "Gefährten" Gott sei Dank nicht das vorankommen in der eigenen Story behindert, sondern noch einen wichtigen expositionellen Teil von ihr darstellt. "I promise you that if I can, I will return him to your care." -
Nichts desto trotz erweist sich der weitere Verlauf der inszenierten Geschichte als durchweg diskutabel. Denn Steven Spielberg legt weniger Wert auf entsprechende Stringenz, sondern wechselt die vorhandenen Schauplätze / Orte der Handlung ziemlich zügig, so dass man erst einmal dazu geneigt sein kann, die Handlung als inkohärent verlaufend / nicht zusammenhängend einzustufen. Bei genauerer Betrachtung erweisen sich die auftauchenden Orte/Charaktere aber als ein einzig inszenierter, emotionaler McGuffin im klassischen Sinne von George Lucas, um die Handlung Stück für Stück weiterzuführen, am Ende zu einem Abschluss zu bringen und die eigene, über Gebühr banale pseudotiefgründige Botschaft am Ende des Filmes nach dem zu jeder Zeit durchschaubarem Ausgang vermitteln zu können.
mehr und weiter unter: http://blockbusterandmore.blog.de/2012/02/16/gefaehrten-kritik-12807312/
Hinzugefügt am 17.02.2012 um 13:12 Uhr
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