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Die Maske
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Die Maske
Von Constantin von Harsdorf
Jim Carreys Stern begann Mitte der 90er-Jahre dank einer Reihe gewinnträchtiger Filme rasant aufzusteigen. Mit seiner charakteristisch überdrehten Art der Komik etablierte sich der gebürtige Kanadier langfristig am hart umkämpften Firmament Hollywoods und erlangte Weltruhm. Besonders in der temporeichen Komödie „Die Maske" von 1994 bewies er unter der Regie von Chuck Russell („Eraser") auf eindrucksvolle Weise, weshalb er für viele schon bald als der legitime Erbe von Kult-Komiker Jerry Lewis galt. Die mit zahlreichen Cartoon-Elementen durchsetzte Comic-Verfilmung bietet die perfekte Spielwiese für Carrey, der sich in gewohnt aufgekratzter Manier nach Lust und Laune austoben darf. Aber auch abseits seines furios aufspielenden Hauptdarstellers wartet „Die Maske" mit zahlreichen sehenswerten Spezialeffekten und einer durchweg flotten Inszenierung auf.

Stanley Ipkiss (Jim Carrey) ist ein unauffälliger Zeitgenosse. Der schüchterne Bankangestellte mit einem Faible für Zeichentrickfilme führt ein relativ unspektakuläres Leben und hat so seine Probleme mit dem anderen Geschlecht. Als er nach einem frustrierenden Abend aus Zufall eine geheimnisvolle Holzmaske aus dem Wasser fischt, ändert sich sein Leben von einem auf den anderen Moment grundlegend. Die auf den ersten Blick unscheinbare Maske besitzt eine mysteriöse Macht, die ihn in ein unkontrollierbares Alter Ego verwandelt: Aus dem schmächtigen Niemand wird plötzlich ein grünköpfiger Superheld. Mit den neu erworbenen Kräften scheinen plötzlich seine verborgenen Wünsche Wirklichkeit zu werden – endlich hat er auch bei der schönen Tina Carlyle (Cameron Diaz) eine realistische Chance. Aber auch dem finsteren Dorian Tyrell (Peter Greene) bleiben die unglaublichen Fähigkeiten der Maske nicht lange verborgen und ihm scheint jedes Mittel recht, den verlockenden Gegenstand in seinen Besitz zu bringen...

Die grellbunte Komödie ist von der ersten Minute an voll und ganz auf das komische Talent ihres Hauptdarstellers zugeschnitten. Kaum eine Szene findet ohne ihn statt. Wenn Carrey etwa in herrlich entfesselter Manier einen Luftballon kurzerhand in eine Maschinenpistole verwandelt oder sich für seine Darbietung eines sterbenden Cowboys selbst den Oscar überreicht, sprüht „Die Maske" nur so vor Witz, Ironie und Energie. Neben Jim Carreys aberwitziger One-Man-Show bleibt den anderen Darstellern wenig Platz zu glänzen. So ist es ausgerechnet dem Hund Milo überlassen, Carrey ab und an die Show zu stehlen und zum heimlichen Star des Films zu avancieren. Der auf den Punkt genau dressierte Jack Russell Terrier befreit sein Herrchen in einer tollkühnen Aktion nicht nur aus dem Gefängnis, sondern schreckt später auch nicht davor zurück, selbst heldenhaft in die Maske zu schlüpfen – mit außergewöhnlich komischen Konsequenzen.

Generell beweist Regisseur Russell blühenden Ideenreichtum und lässt seiner eigenen und Carreys Kreativität in verschiedenen rasanten Tanzeinlagen oder anderen skurrilen Szenen wie dem überbordenden Showdown in einem Nachtclub freien Lauf. Unterstützt wird das bunte Treiben von George Lucas‘ Tricktechnik-Schmiede Industrial Light and Magic, die für ihre beeindruckenden Effekte mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde. Da klappen wortwörtlich Kinnladen runter, werden Panzerfäuste aus Hosentaschen gezaubert oder Rauchwolken verwandeln sich in romantische Herzen. So einfallsreich und kurzweilig die einzelnen Szenen geraten, in denen die mysteriöse Maske zum Einsatz kommt, so uninspiriert kommt dagegen die Rahmenhandlung um dieses Spektakel daher. Die Geschichte ist letztlich nicht mehr als ein allenfalls solide präsentiertes Bindeglied zwischen all den verrückten Späßen.

Fazit: Getragen von einem furios aufspielenden Jim Carrey und überragenden Spezialeffekten fackelt Chuck Russell ein grellbuntes Gag-Feuerwerk ab, das die einfallslose Story über weite Strecken locker überstrahlt.
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