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3,5
23 Wertungen - 6 Kritiken
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6 User-Kritiken

Kino:
Anonymer User
4,5hervorragend
Veröffentlicht am 03.02.08

....dürfen oder etwa nicht? Sandra Hüller läßt uns teilhaben an dem tiefempfundenen Glauben den ihre Figur transportiert - nur Hoffnung gibt es für sie hier nirgendwo. Der betuliche Muff und die Spießigkeit der deutschen Provinz fängt schmidts Film auf den Punkt ein. Da friert es einen vor Gemütlichkeit. Und sich dagegen zu entscheiden, die Visionen der geplagten jungen Frau für den Zuschauer zu visualiseren, ist eine großartige Entscheidung - Hüller vermittelt die Angst, die Verletzlichkeit und ihren eruptiven Haß so sehr, daß es beim Zusehen schmerzt. Imogen Kogge als ihre bornierte Mutter ("Was sollen die Nachbarn denken?" ist ihr - unausgesprochenes - Credo; eigentlich in diesem Haushalt das 11. Gebot, das noch über allen anderen trohnt) wirkt in ihrer Halsstarrigkeit und Spießigkeit wie ein mütterliches Monstrum. Warum der hilflose Vater dagegen nicht ankommt? Vermutlich weil er sich nicht eingestehen kann, daß die Frau, die er einst geliebt hat, verschwunden ist. Das beste von ihr und sich selbst findet er in seiner ältesten Tochter. Deshalb ist seine Kapitulation am Ende das Schlimmste von allem (auf der DVD gibt es im Bonusmaterial noch das alternative Ende, das den Zuschauer vermutlich so erschüttert hätte - auch aufgrund des letzten Satzes der Vaterfigur). Deshalb das - etwas betulich wirkende - Ende, das einen etwas ratlos ("Wie, schon Schluß?") zurückläßt. Ansonsten beweißt Schmidt wie schon in "Nach 5 im Urwald" und "23" daß er ein Meister im Blick hinter die Fassade seiner Protagonisten ist (nur sein preisgekröner "Lichter" roch mir dann doch zu sehr nach 70er Jahre "ambitionierten Gutmensch-Autorenkino").

Kino:
Anonymer User
5,0Meisterwerk
Veröffentlicht am 14.01.07

Ein packender Film, der in vielen Kinos leider nur kurz gezeigt wurde. Für mich gehört er in den Religionsunterricht.

Kino:
Anonymer User
5,0Meisterwerk
Veröffentlicht am 29.03.06

Auf sensible Weise versucht der Film, das Leben von A. Michel zu verfilmen und konzentriert sich dabei auf seine Figuren und nicht darauf, dem Zuschauer einen leicht verdaulichen Kinoabend vorzusetzen. Es ist sicher nicht einfach, die mentalen Vorgänge von Michaela transparent zu machen. Und doch finde ich die Umsetzung gut gelungen: daß es ihr nicht gelingt, aus dem Teufelskreis ihrer eigenen Dämonisierung auszubrechen, sondern sich immer tiefer darin zu verstricken, obwohl sie anfangs als Studentin in Tübingen eine scheinbar positive Entwicklung nimmt. Der Film stellt sie als tragische Figur dar, (aufgrund der äußeren Umstände) unfähig, die eigene Identität zu finden und ihre inneren Konflikte zu lösen.

Ausgesprochen gut und auch ein bißchen mutig finde ich die Entscheidung, den Film vor dem eigentlichen Exorzismus enden zu lassen. Denn das würde nur wenig zum Verständnis ihrer Lage beitragen und in erster Linie die voyeuristische Ader des Publikums befriedigen - denn was anderes hätte das furchteinflößende Geschreie bewirkt (außer vielleicht einen Eindruck von der Absurdität dieser mittelalterlichen Methode zu bekommen)?

Und letztens finde ich gut, daß der Film zwar in gewisser Weise schon eine Aussage wagt, aber zumindest keine plakativen Schuldzuweisungen vornimmt. Ich würde die Verfilmung als sehr realistisch bezeichnen, ausgesprochen gut gespielt und inszeniert und aus der Realitätsnähe und Glaubwürdigkeit seinen eigentlichen Wert schöpfend.

Kino:
Anonymer User
4,0stark
Veröffentlicht am 18.03.06

Selten hat mich ein Film so gepackt wie dieser Streifen. Alles bleibt im Dunkeln und bleibt deshalb geheimnisvoll. Gerade die Rolle der Mutter hat mich lange beschäftigt: war sie Gehilfin bei der Execution der Tochter oder steckte jemand anderes dahinter? Ich vermute, daß hier einen ganz anderen Zusammenhang geht, der weit über eine Erwachsenen- und Kirchenkritik unhinausgeht. Dies kann durch den Einbezug anderer Werke des Regisseurs beantwortet werden. Ein absolutes Meisterwerk voller geheimer Botschaften und Rätsel, die noch kommende Generationen beschäftigen werden.

Kino:
Anonymer User
5,0Meisterwerk
Veröffentlicht am 13.03.06

Liebe Filmfreunde !!!
Ihr kennt das ja bestimmt: Ein Foto/Plakat
von einem (kommenden) Film und eine
kurze Inhalts-Angabe, vieleicht noch eine Liste
der Darsteller und die Phantasie wird
beflügelt und formt ein Inneres Bild.
Zum Beispiel bei REQUIEM.Ganz besonders bei
REQUIEM Ich bin sicher nicht entäuscht
von diesem Film. Jedoch wäre es
Interessant gewesen, zu sehen wie der
Film gewirkt hätte ohne jegliches Wissen
über den Film. Die Leiden der Michaela
sind nur zu erahnen. Genau wie jemand
der noch nie Depressionen hatte nur
schwer nachvollziehen kann wie das ist.
Der Film bringt es einem so nahe wie
ein Film es eben kann. Und das ist nun einmal
begrenzt. Jeder Mensch hat seine dunkle
Seite und vieleicht auch seine individuelle
innere Hölle. Sandra Hüller gibt wirklich Ihr Bestes. Auch die übrigen Schauspieler runden den Film ab mit Ihrer Persönlichkeit. Vor alle
Imogen Kogge entwickelt sich neben Ihrer
Theater-Arbeit zur immer gerner gesehen
Filmkraft. Der 70er Jahres-Look wirkt
authentisch. Aus meiner Sicht ist
der Mutter - Tochter Konflikt zum
größten Teil verantwortlich für das
Dilemma. Aber das sollt Ihr selbst sehen
und entscheiden.

8,5 von 10 Punkten von Mir

Kino:
Anonymer User
0,5katastrophal
Veröffentlicht am 11.03.06

Die Grundlage des Films ist außergewöhnlich. Eine junge Frau, Aneliese Michel wurde noch in den 70er Jahren mitten in Deutschland zu Tode exorziert. Aus dem Material hätte ein grandioser Film werden können, Requiem scheitert auf ganzer Linie.

Schon der Kommentar zu Anfang ist eine Zumutung: "Dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Alle handelnden Personen sind fiktiv und absolut frei erfunden". Ja, was denn jetzt?

Die gesamte Darstellerriege, allen voran Sandra Hüller spielen jedenfalls sehr authentisch und wecken Sympathien für ihre Charaktere.

Das ist aber auch dringend notwendig, denn das Drehbuch strotzt geradezu vor Klischees und vorhersehbaren Situationen:

Da gibt es die, zuerst zickige, dann herzensgute Kommilitonin, den Schmalzbrote schmierenden und sich aufopfernden Freund, die fiese, weil emotional unterentwickelte Mutter und den mitfühlenden Gemeindepfarrer.

Der Film blendet das eigentlich entscheidende, den Exorzismus komplett aus und lässt den Zuschauer ratlos zurück.

Der, auf dem selben Fall beruhende, "Exorzismus der Emily Rose" macht es genauso und legt am Ende die Vermutung nahe, dass wirklich der Teufel in der jungen Frau gesteckt haben könnte und sie verdientermaßen als Märtyrerin gestorben ist.

Ganz so zynisch ist Requiem nicht, hier wird vor allem der ach so bösen Mutter und den muffigen 70er Jahren die Schuld dafür gegeben, dass Michaela sich in den Glauben an Besessenheit flüchtet.

Auf die Idee, der katholischen Kirche mit ihren hirnrissigen Ritualen eine Teilschuld am Tod von Michaela zu geben, kommt dieser feige Film nicht.

Insofern ist der Silberne Bär für die tolle Darstellung von Sandra Hüller zwar akzeptabel, der Film ist aber einfach nur ärgerlich und schlecht.

Wer echten Horror erwartet, der solte sich die existierenden Tonbandaufnahmen des Exorzismus an Aneliese Michel anhören und sich darüber eine eigene Meinung bilden.

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