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Erkan & Stefan 3 - Der Tod kommt krass
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
0,5
katastrophal
Erkan & Stefan 3 - Der Tod kommt krass
Von Stefan Ludwig
Ja was ist denn das? Erkan und Stefan, dritter Teil. Hat da jemand drauf gewartet? Nein. Könnte das daran liegen, dass die beiden aus merkwürdigen Umständen aus der TV-Landschaft verschwunden sind? Geschmackssache von Anfang an hatten die beiden Krass-Coolen-Jungs doch eigentlich in ihrer werberelevanten Zielgruppe genug Menschen versammelt – nun ja auf Dauer wurden die zwei Charaktere mit jeweils einer Charaktereigenschaft auch denen zu langweilig. Zu Beginn bot das Duo immerhin absolut niveaulosen Schwachsinn, der durchaus für ein paar Lacher sorgen konnte. Ließen sie im annehmbaren „Erkan und Stefan“ noch Michael „Bully“ Herbig („Der Schuh des Manitu“) Regie führen, begaben sie sich im Nachfolger und nun auch in „Der Tod kommt krass“ in weitaus weniger kompetente Hände. Das Skript schrieben sie kurzerhand selbst und waren dabei beim Schreiben offenbar schon voll in ihren Rollen. Herausgekommen ist Schwachsinn ohne Niveau, der kaum ein paar Schmunzler hervorlocken kann. Kurz: überflüssiger Schrott.

Hardy Flanders (Ludger Pistor) ist mit seiner „Die 'der dicke Hund' Show“ im deutschen Fernsehgeschäft an der Spitze. Erkan (Erkan Maria Moosleitner) und Stefan (Stefan Lust) sind als Kandidaten auf kuriose Weise ins Finale gekommen und können die Finalfrage tatsächlich schneller als der Champion beantworten – allerdings nur dank Manipulation, von der die beiden selbst nichts wissen. Als Gewinn winken ihnen nun 100.000 Euro in bar oder der große Surprise-Preis. Stefan wählt geschwind die Überraschung und die beiden landen auf einer Kreuzfahrt. Ihr Zimmernachbar ist Moderater Flanders, der schon bald auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Da gewisse Umstände dazu führen, dass Erkan und Stefan zu den Hauptverdächtigen zählen würden, versuchen die beiden fortan die Leiche zu entsorgen.

Diese Entsorgungsaktion zieht sich durch den ganzen Film, was weder als neue, noch als besonders gute Idee durchgehen kann. Der Dauergrinsende Flanders erlebt nun nach seinem Ableben noch allerhand Abenteuer und darf etwa in einem Wäschewagen durch das ganze Schiff fahren und schafft es dabei sogar, sich einen Drink zu schnappen und dank einer kleinen Stolperfalle auf dem Boden ein Autogramm samt Grüßen zu geben. Ist das bereits zu Beginn unspannend, zieht sich diese sich jeder Komik verschließende Episode unnötig lange hin und sorgt für gehörige Langeweile. Hinzu kommen etliche Vorhersehbarkeiten und wer Klischees mag, sollte dringend einen Blick riskieren. Anstatt irgendwelche Ideen unterzubringen, welche den Herren Moosleitner und Lust durchaus zuzutrauen wären, gibt es nicht eine einzige Überraschung. Die Figurenkonstellation ist auch für Slapstick-Verhältnisse ungewöhnlich einfältig: ein übermotivierter Sicherheitsinspektor, eine eifersüchtig-wahnsinnige Produzentin, vier „Bunnies“ und ein stets am Flachmann nippender Kapitän.

Das Spiel dieser „Charaktere“ entzieht sich jeglicher Diskussion. Jede Figur benötigt hier nur einen Standardblick und eventuell noch einen zur Darstellung eines Gefühlsausbruchs. Es erübrigt sich, die Leistungen der Schauspieler aufs Übelste zu diskriminieren, ist hier doch das Drehbuch der beiden Hauptdarsteller schuld – so lassen sich die Darsteller in die Opferrolle schreiben. Wobei in diesem Fall eigentlich beinahe gelten sollte: Wer hier mitmacht, ist selber Schuld. Da die Nummernrevue ansatzweise als Krimi getarnt ist, ließe sich eine gewisse Grundspannung vermuten. Da der Zuschauer sich aber bei jeder Szene fragen wird, warum er sich so einen Schrott eigentlich antut, fällt die konsequent weg. Zudem ist die Identifikation mit den Figuren nicht einmal beabsichtigt. Die ist natürlich auch nicht immer notwendig, aber wenn sämtliche Figuren bescheuert erscheinen und es dabei nicht lustig wird, wäre das vielleicht ein möglicher Notausgang gewesen. Aufmerksame Zuschauer werden den schon nach den ersten Minuten mit den Augen erspähen.

Allerdings wahrscheinlich immerhin nicht, um Ekelgefühlen zu entfliehen, denn – und das ist doch schon mal was! – Fäkalhumor tritt nur in absolut verkraftbaren Maßen auf. Viel mehr als ein situationsbedingtes „Scheiße“ oder ein „Ich glaube, ich bekomme ein Fax“-Furz werden vermieden. Geradezu schon wieder lustig anzuschauen ist es, wie ein hoffentlich schon zu Beginn seiner Konstruktion beabsichtigt unlustiger Running Gag den gesamten Film über missbraucht wird, um an den Nerven des Publikums zu zerren. Wer den Fehler macht, sich für diesen Klamauk eine Karte zu lösen – vielleicht von merkwürdigen Freunden dazu sanft gezwungen worden ist („Ist bestimmt lustig!“) -, sollte sich nach Möglichkeit an den besonders schlechten Szenen erfreuen, denn bessere werden nicht folgen.
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