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Frost/Nixon
Durchschnitts-Wertung
4,0
175 Wertungen - 26 Kritiken
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Deine Meinung zu Frost/Nixon ?

26 User-Kritiken

Christian Hoja (Cellurizon.de)
Christian Hoja (Cellurizon.de)

User folgen 17 Follower Lies die 267 Kritiken

4,5
Veröffentlicht am 20.02.09
Einmal mehr gelingt es Regisseur Ron Howard mit ‚Frost/Nixon‘, aus einem zeitgeschichtlichen Ereignis ein spannendes Stück Unterhaltungskino zu machen. Allerdings hat er diesmal all seinen vorherigen Werken einige entscheidene Punkte voraus, die aus dem Aufeinandertreffen des enthusiastischen, aber vom Scheitern bedrohten Moderators und des gescheiterten, aber um Reputation bemühten Präsidenten ein furioses Psychoduell werden lassen.
Howard ist ein Regisseur, der mit Optik, Ausstattung und erzählerischen Raffinessen eines Films umzugehen weiß, sein Schaffen dabei aber allzu oft auf diese eher oberflächliche Gestaltung reduziert. Seine besten und anerkanntesten Arbeiten lieferte er bei der Inszenierung vergangener Epochen in Verbindung mit realen Persönlichkeiten, die unter dramatischen Umständen agieren müssen. Deren Verlauf und Ausgang sind zwar bekannt und absehbar, aber dennoch filmtechnisch ausgereizt und packend dargestellt. Dies gelang Howard beispielhaft bei ‚Apollo 13‘, dem Oscar-prämierten ‚A Beautiful Mind‘ und auch bei ‚Cinderella Man – Das Comeback‘, seiner zweiten Zusammenarbeit mit Russell Crowe. Bei allen handwerklichen Vorzügen ist Howard jedoch auch ein Regisseur, der die emotionale Ebene seiner Filme und Charaktere meist nur auf eine Art zu zeigen weiß: plakativ, oft zu allgemeingültig und ganz und gar nicht subtil. Umso erstaunlicher und im Ergebnis beeindruckender, wie differenziert ihm die Darstellung der Psychologie seiner Figuren bei ‚Frost/Nixon‘ gelingt.
Verlassen kann sich Howard dabei (neben der wiederum ausgezeichneten visuellen Gestaltung) vor allem auf zwei gewichtige Komponenten:
- auf das Drehbuch des mehrfach ausgezeichneten Autors Peter Morgan, das auf dessen gleichnamigem Theaterstück basiert. Morgan überträgt das kammerspielartige Zweimannstück perfekt auf die Mechanismen eines Filmes, leistet besonders in den Dialogen meisterliche Arbeit. Die Wortduelle des zu Anfang deutlich unterlegenen Frost mit dem weitschweifend eloquenten Nixon bieten eine rein artikulativ geschaffene Spannung und Dynamik, wie sie auf diesem Wege kaum ein zweiter Film zu erzeugen weiß. Einen absoluten Höhepunkt setzt Morgan allerdings mit einem Monolog Nixons, der in angesäuseltem Zustand telefonisch Kontakt zu seinem Kontrahenten aufnimmt und ihrer beider Lage wortgewaltig auf den Punkt bringt.
- auf die Darsteller. Frank Langella und Martin Sheen spielten Richard Nixon und David Frost schon in der Theaterfassung und füllen ihre Figuren mit einem prächtigen Spektrum an Nuancen. Sheen gelingt ein wunderbarer Wandel vom anfänglich snobistischen Erfolgsmenschen, über eine Phase des Selbstzweifels und der Angst vor der Bedeutungslosigkeit, bis hin zum Nixon ebenbürtigen Gegner. Dabei ist Frost nicht der strahlende Held der Geschichte, ebensowenig wird Nixon als der klassische Antagonist aufgezogen. Der Moderator will den Ex-Präsidenten nicht aus politisch edlen Motiven zur Rechenschafft ziehen, Frost wird von Zahlen, genauer, von Einschaltquoten zu diesem Schritt bewegt, von dem Wunsch nach (in den USA vergangenem) Ruhm, denn David Frost sieht sich nicht in seiner britischen Heimat und auch nicht in Australien, seinem Selbstverständnis nach gehört er auf die ganz große, die amerikanische Showbühne.
Frank Langella, der für seinen Bühen-Nixon den Theater-Oscar ‚Tony‘ erhielt und völlig zu Recht in diesem Jahr für annähernd jeden Filmpreis nominiert ist, spielt schlicht überragend. Seine physische Präsenz, die in einer lustigen kleinen Szene sogar seinen schärfsten Kritiker völlig einschüchtert, besonders aber der Zwiespalt zwischen dem Eigenempfinden als Missverstandenem und dem gleichzeitigen Schuldbewusstsein, dem innersten Wunsch nach Vergebung und dem Starrsinn, sie zu fordern, statt zu erbitten – Langella stellt all diese Facetten mit Hingabe und gleichzeitig ausreichend Differenzierung dar, um aus Nixon nicht das politische Übermonster, sondern einen Menschen zu machen. Beim Anekdoten ausplaudern, wie beim Wutausbrüche ob seines auf den Watergate-Skandal reduzierten Handelns bekommend, Langella meistert die schwierige Rolle mit Bravour und umschifft gekonnt jede Tücke, die das Bild eines derart negativ in der öffentlichen Wahrnehmung manifestierten Mannes mit sich bringt.
Neben den beiden alles beherrschenden Hauptdarstellern glänzt jedoch auch der übrige ensemblehafte Cast. Frosts Mitarbeiter, gespielt von Oliver Platt, Sam Rockwell und Matthew Macfadyen, werden zwar teils etwas arg schrullig charakterisiert, überzeugen in ihrer Leidenschaft, Nixon zu stürzen, letztlich aber ebenso, wie der von Kevin Bacon verkörperte ehemalige Stabschef Jack Brennan, der dies mit allen Mitteln verhindern will. Leider wenig mehr als optische Auflockerung in dem männerdominierten Film bietet Rebecca Hall als Frau an Frosts Seite, Caroline Cushing.
Zu erwähnen ist außerdem der Score von Komponist Hans Zimmer, der sich angenehm zurückhält, viele entscheidene Momente einer bedeutungsschweren Stille überlässt und im stets richtigen Moment das Geschehen hervorhebt und ergänzt.
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BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

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4,0
Veröffentlicht am 07.09.17
Redselige Filme sind nicht jedermans Sache aber wenn man den richtigen Sinn dafür hat können sie spannender sein als jeder Actionfilm. Im vorliegenden Fall ist es leider so daß man den Ausgang kennt: ein unscheinbarer und unterschätzter Moderator lockt einem ehemaligen US Präsidenten unglaubliche Aussagen und Geständnisse ab - im Grunde also eine Variante des Tom Cruise Klassikers "Eine Frage der Ehre" und die ein oder andere dramaturgische Ähnlichkeit mag gegeben sein. Trotzdem ist dies ein Film bei dem man mitfibert wenn man sich für das passierende erwärmen und begeistern kann - denn es ist eben eine wahre Geschichte die mit dokumentarischen Elementen (etwa Interviews der Personen) noch echter wirkt. Mir sind wie so oft die realen politischen Hintergründe und Umstände nicht so wirklich geläufig, aber auch óhne diesen Background erkennt man daß im Vordergrund ein Psychothrille rist in dem zwei Männer ein krasses Duell eingehen - wenn auch der Sieger bekannt ist. Da stört es auch nicht daß einige Vorgänge nicht wirklich authentisch sind (das Geständnis legte Nixon nich tin diesem sondern einem früheren Interview ab) und sich der Dramaturgie anpassen. Dies ist ein spannendes, aufwühlendes Drama, Schauspielerkino vom feinsten mit hohem Anspruch und Spannungsfaktor. Fazit: 2 Männer reden und man fiebert gebannt mit - fesselnde Studie eines unglaublichen MEdiencoups!
Cursha
Cursha

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2,5
Veröffentlicht am 16.06.17
Mit "Frost/Nixon" wurde ich nie wirklich warm. Der Film ist zwar vom Drehbuch her stark und es sind vor allem die beiden Hauptdarsteller Michael Sheen und Frank Langela, die das ganze retten, dennoch finde ich ihn furchtbar langatmig und auch einfach nicht spannend, wenn man doch auch im Vorfeld schon weiß wo die Reise hin führt. Ich hätte mir da deutlich mehr erhofft, aber Ron Howard gehört eben nicht immer zu den großen. Im Gegenteil, starke Filme treten zunehmend weniger bei ihm auf.
Pato18
Pato18

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3,5
Veröffentlicht am 31.07.14
"Frost/Nixon" ist ein guter politikfilm! ich finde ihn auch sehr interessant und spannend, dennoch hätte es eventuell nicht geschadet, wenn man noch verfilmt hätte wie er Nixons Intrigen erarbeitet hat. so spielte der film eigentlich ausschliesslich in dem raum wo die interviews abgehalten worden sind!
Lorenz Rütter
Lorenz Rütter

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3,5
Veröffentlicht am 26.09.13
Eine sehr gelungene Story und stimmig umgesetzt! Die Schauspieler sind Klasse! Die Maske und das Set schwelgen förmlich in der Vergangenheit! Ab und zu hat es ein paar Hänger drin, was zum Abschweifen führt. Sonst ein wahres Rededuell und eine gute Unterhaltung!
digital-bath
digital-bath

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4,0
Veröffentlicht am 22.07.11
Wie Filmstarts schon sagte, ein Politfilm für nicht nur Politinteressierte. Große Vorkenntnisse, was es mit Watergate und so auf sich hatte brauch man vorher nicht, um den Streifen folgen zu kennen. Ron Howard erzählt die Geschichte einfach und stellt die beiden Charaktere in den Vordergrund. Frank Langella spielt Richard Nixon dermaßen genial, selbstüberzeugend aber auch zerbrechlich, so dass man wirklich Sympathie für den Ex-Präsidenten entwickelt. Das Psychoduell der beiden ist extrem spannend inszeniert und die Wirkung des Mediums Fernsehen wird klar gemacht. Als Lehrfilm dient "Frost/Nixon" dann aber nicht, da einfach zu viel frei erfunden ist (z. B. das Telefonat). Dies wirkt sich auf den Film und die Dramaturgie aber positiv aus, so dass man sich entspannt ein ein Top Polit-Drama angucken kann.
niman7
niman7

User folgen 50 Follower Lies die 597 Kritiken

5,0
Veröffentlicht am 12.06.11
Zuerst wollte ich mir den Film nicht anschauen da ich mir kaum vorstellen konnte wie ein "Interview" in einen Film gut rüber kommt. Natürlich wurde ich eines besseren beleert und der Film packte mich von Anfang bis Ende. Die Leistung von Langelle ist einfach übertrieben gut. Ich habe mir das originale Interview von Nixon angeschaut und es ist nur ein kleiner hauch von Unterschied zwischen den originalen Nixon und den gespielten. Oft musste ich sogar überlegen ob es der echte ist oder nur der gespielte. Den Schluss der Geschichte kennt man eigentlich auch wenn man kaum politisches wissen hat, jedoch sitzt man am Schluss mit Spannung geladen vor der Bildröhre und kann es kaum erwarten wie es nun ausgeht. Das gute an den Film ist, dass man sich ihn auch anschauen kann wenn man kein politisches wissen hat. Hut ab an Ron Howard!
CJ1993
CJ1993

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4,5
Veröffentlicht am 15.02.11
"Frost/Nixon" ist ein Film wie "Sein oder Nicht-Sein", das Duell zweier Gefallenen, die nichts unversucht lassen, um ihren Ruf wiederherzustellen. David Frost und Richard Nixon, gespielt von Michael Sheen und Frank Langella (oscarreif!), duellieren sich wie zwei Boxer, ohne aber den notwendigen Respekt voreinander zu verlieren. Frost kämpft um Anerkennung als Journalist, Nixon um Rehabilitation nach dem Watergate-Skandal, Umstände, die beim Zuschauer enorme Spannung erzeugen, und mit einer tieferen Botschaft, die die im Grunde gleiche Philosophie der beiden zu erkennen gibt: Sie beide sind dadurch gezeichnet, jemand anderem entsprechen zu müssen, getrieben davon, immer mehr erreichen zu wollen, ja zu müssen, um in ihrem Metier zu Bestätigung zu erfahren. Und während Nixon dies mitunter falscher Mittel durchzuführen gedenkt, glaubt Frost an die Richtigkeit seiner Taten. Am Ende wird sich Nixon dessen bewusst und kann vielleicht auch deswegen auch seine Fehler eingestehen. Faszinierend!
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 25.01.11
„Frost/Nixon“ ist ein wunderbarer Film. Er ist die perfekte Mischung aus Doku, Drama und Komödie. Bin eigentlich kein Fan des Genres, aber der Film hat mir echt sehr gut gefallen. Sehr intensiv und klasse gespielt. Sollte man sich auf jedenfall mal ansehen! 8/10
Jason Bourne
Jason Bourne

User folgen 19 Follower Lies die 873 Kritiken

4,0
Veröffentlicht am 16.01.11
Ron Howard, der ja ab und zu auch mal kräftig daneben haut, packt hier sein gesamtes inszenatorisches Talent aus, indem er ein außerordentlich packendes historisches Drama erzählt, bei welchem der Drehbuchautor Peter Morgan gekonnt die psychologischen Dimensionen der Handlung auszuloten weiß. Darüberhinaus gefällt dieses ''Zwei-Personen-Drama'' mit außerordentlich guten Darstellerleistungen. Martin Sheen gefällt als sympathischer, zu Beginn vollkommen überforderter, aber gen Ende die Oberhand gewinnender investigativer Journalist und Frank Langella gibt ebenso nuanciert wie kraftvoll den innerlich zerknirschten Präsidenten und spielt damit seinen jüngeren Partner Sheen vollkommen an die Wand. Fesselnd!
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