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    Frost/Nixon
    Durchschnitts-Wertung
    4,0
    170 Wertungen - 21 Kritiken
    10% (2 Kritiken)
    67% (14 Kritiken)
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    21 User-Kritiken

    Kino:
    Anonymer User
    4,5
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Einmal mehr gelingt es Regisseur Ron Howard mit ‚Frost/Nixon‘, aus einem zeitgeschichtlichen Ereignis ein spannendes Stück Unterhaltungskino zu machen. Allerdings hat er diesmal all seinen vorherigen Werken einige entscheidene Punkte voraus, die aus dem Aufeinandertreffen des enthusiastischen, aber vom Scheitern bedrohten Moderators und des gescheiterten, aber um Reputation bemühten Präsidenten ein furioses Psychoduell werden lassen. Howard ist ein Regisseur, der mit Optik, Ausstattung und erzählerischen Raffinessen eines Films umzugehen weiß, sein Schaffen dabei aber allzu oft auf diese eher oberflächliche Gestaltung reduziert. Seine besten und anerkanntesten Arbeiten lieferte er bei der Inszenierung vergangener Epochen in Verbindung mit realen Persönlichkeiten, die unter dramatischen Umständen agieren müssen. Deren Verlauf und Ausgang sind zwar bekannt und absehbar, aber dennoch filmtechnisch ausgereizt und packend dargestellt. Dies gelang Howard beispielhaft bei ‚Apollo 13‘, dem Oscar-prämierten ‚A Beautiful Mind‘ und auch bei ‚Cinderella Man – Das Comeback‘, seiner zweiten Zusammenarbeit mit Russell Crowe. Bei allen handwerklichen Vorzügen ist Howard jedoch auch ein Regisseur, der die emotionale Ebene seiner Filme und Charaktere meist nur auf eine Art zu zeigen weiß: plakativ, oft zu allgemeingültig und ganz und gar nicht subtil. Umso erstaunlicher und im Ergebnis beeindruckender, wie differenziert ihm die Darstellung der Psychologie seiner Figuren bei ‚Frost/Nixon‘ gelingt. Verlassen kann sich Howard dabei (neben der wiederum ausgezeichneten visuellen Gestaltung) vor allem auf zwei gewichtige Komponenten: - auf das Drehbuch des mehrfach ausgezeichneten Autors Peter Morgan, das auf dessen gleichnamigem Theaterstück basiert. Morgan überträgt das kammerspielartige Zweimannstück perfekt auf die Mechanismen eines Filmes, leistet besonders in den Dialogen meisterliche Arbeit. Die Wortduelle des zu Anfang deutlich unterlegenen Frost mit dem weitschweifend eloquenten Nixon bieten eine rein artikulativ geschaffene Spannung und Dynamik, wie sie auf diesem Wege kaum ein zweiter Film zu erzeugen weiß. Einen absoluten Höhepunkt setzt Morgan allerdings mit einem Monolog Nixons, der in angesäuseltem Zustand telefonisch Kontakt zu seinem Kontrahenten aufnimmt und ihrer beider Lage wortgewaltig auf den Punkt bringt. - auf die Darsteller. Frank Langella und Martin Sheen spielten Richard Nixon und David Frost schon in der Theaterfassung und füllen ihre Figuren mit einem prächtigen Spektrum an Nuancen. Sheen gelingt ein wunderbarer Wandel vom anfänglich snobistischen Erfolgsmenschen, über eine Phase des Selbstzweifels und der Angst vor der Bedeutungslosigkeit, bis hin zum Nixon ebenbürtigen Gegner. Dabei ist Frost nicht der strahlende Held der Geschichte, ebensowenig wird Nixon als der klassische Antagonist aufgezogen. Der Moderator will den Ex-Präsidenten nicht aus politisch edlen Motiven zur Rechenschafft ziehen, Frost wird von Zahlen, genauer, von Einschaltquoten zu diesem Schritt bewegt, von dem Wunsch nach (in den USA vergangenem) Ruhm, denn David Frost sieht sich nicht in seiner britischen Heimat und auch nicht in Australien, seinem Selbstverständnis nach gehört er auf die ganz große, die amerikanische Showbühne. Frank Langella, der für seinen Bühen-Nixon den Theater-Oscar ‚Tony‘ erhielt und völlig zu Recht in diesem Jahr für annähernd jeden Filmpreis nominiert ist, spielt schlicht überragend. Seine physische Präsenz, die in einer lustigen kleinen Szene sogar seinen schärfsten Kritiker völlig einschüchtert, besonders aber der Zwiespalt zwischen dem Eigenempfinden als Missverstandenem und dem gleichzeitigen Schuldbewusstsein, dem innersten Wunsch nach Vergebung und dem Starrsinn, sie zu fordern, statt zu erbitten – Langella stellt all diese Facetten mit Hingabe und gleichzeitig ausreichend Differenzierung dar, um aus Nixon nicht das politische Übermonster, sondern einen Menschen zu machen. Beim Anekdoten ausplaudern, wie beim Wutausbrüche ob seines auf den Watergate-Skandal reduzierten Handelns bekommend, Langella meistert die schwierige Rolle mit Bravour und umschifft gekonnt jede Tücke, die das Bild eines derart negativ in der öffentlichen Wahrnehmung manifestierten Mannes mit sich bringt. Neben den beiden alles beherrschenden Hauptdarstellern glänzt jedoch auch der übrige ensemblehafte Cast. Frosts Mitarbeiter, gespielt von Oliver Platt, Sam Rockwell und Matthew Macfadyen, werden zwar teils etwas arg schrullig charakterisiert, überzeugen in ihrer Leidenschaft, Nixon zu stürzen, letztlich aber ebenso, wie der von Kevin Bacon verkörperte ehemalige Stabschef Jack Brennan, der dies mit allen Mitteln verhindern will. Leider wenig mehr als optische Auflockerung in dem männerdominierten Film bietet Rebecca Hall als Frau an Frosts Seite, Caroline Cushing. Zu erwähnen ist außerdem der Score von Komponist Hans Zimmer, der sich angenehm zurückhält, viele entscheidene Momente einer bedeutungsschweren Stille überlässt und im stets richtigen Moment das Geschehen hervorhebt und ergänzt. http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=418824324&blogID=471945644
    mr_n0x
    mr_n0x

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    4,5
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Wer bei Frost/Nixon einen trocken Politfilm erwartet, wird hier eines besseren belehrt. Der Film glänzt nicht nur durch herausragende schauspielerische Leistungen sondern auch durch die brilliante Drehbuchadaption. Einziges Manko: Auf den genauen Ablauf der Watergateaffäre wird nur teilweise eingegangen. Für "Unwissende" ist es durchaus hilfreich, sich vorher zu informieren.
    Mephisto
    Mephisto

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    4,0
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Die erste Stunde des Films erzählt die Vorbereitung auf das Interview. Der Anfang ist leider auch der schwächste Teil des Films, aber absolut nötig um zum guten Mittelteil un absolut großartigem Schlussteil zu kommen. Die erste Stunde des Films gibt also Einsicht in das Leben von Frost und Nixon, ihre Situation und ihre jeweilige Agenda. Dabei kann keiner von beiden die Sympathie des Publikums gewinnen, bei Nixon klare sache, bei Frost eine wirklich gute ausarbeitung des Charakters. Leider hat der Film in dieser Phase einige Längen, aber auch wirklich sehr gute Einsichten in das Innere der beiden. Mit dem ersten Interview, nach ca 1h, fängt auch die "action" des Films an. Frosts Angriffe auf Nixon weicht dieser brilliant aus und setzt jedes mal zum Konter an. Man weiß selbst nicht was man Nixon an Frosts Stelle entgegenhalten würde und fühlt sich angesichts Nixons schlagkraft genauso Hilflos wie Frost. Davon hätte ich gerne mehr gesehn, denn alle Szenen die zwischen den Interwievs kommen,ich will nicht sagen langweilen, aber man will doch mehr vom "Kampf" Frost gegen Nixon sehen. Diese etwas langatmigen Szenen sind jedoch notwendig um zu verstehn was für beide auf dem Spiel steht. Denn zum Schluss kommen alle vorher eingeführten Aspekte zum Tragen, und der schluss hats in sich. Ein wirklich großartiges Finale und wohl auch Frank Langellas Anspruch auf die Oskarnominierung; mMn auch der Grund wieso er ihn zweifellos verdiehnt hätte! Ein Film der zwei Männer in einer bedeutenden Phase ihres Lebens zeigt, in der beide ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in eine Waagschaale werfen und gegeneinader aufwiegen. Wer also ein Oskarreife performance über ein langes Stück Film sehen will (ich rede natürlich über Frank Langella), und einen Intelligenten Polit-Thriller, überhaupt einen Intelligenten Film, der ist hier genau Richtig! Jedoch nichts für einen Fun-Action-Kinoabend, denn hier wird man gefordert. Punktabzug für die längen, da hätte man sicherlich einiges Kürzen können, und das hervorragende Interview mehr ins Licht rücken. Also: Definitiv reingehn!
    Filmgucker
    Filmgucker

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    2,5
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    ...aber auch nicht herausragend meiner Meinung nach. Was den Film rettet, ist die schaupielerische Leistung von Frank Langella. Da dieser Film keine Dokumentation ist, haben Interviews mit den Beiteiligten darin nichts verloren für mich. Die ganzen Nebenrollen fand ich nicht so gut besetzt. Die Geschichte mit dem Anruf hat mir aber doch gut gefallen.
    Flo E.
    Flo E.

    User folgen 2 Follower Lies die 24 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Um auch Leute anzusprechen, die im politischen und medientechnischen Bereich nicht ganz so gut beraten sind, geht Regisseur Ron Howard sehr gut auf verschiedene, wichtige Dinge ein, sodass man die verstrickte Story um Nixon und Frost auch als Außenstehender sehr gut verstehen und nachvollziehen kann. Es ist zwar eher nicht zu glauben, dass sich Jüngere in den Film verirren, die mit dem Thema gar nichts anfangen können, doch wenigstens fühlt sich niemand wegen Verständnisproblemen auf den Schlips getreten. Der Film fühlt sich mit einer Laufzeit von über zwei Stunden zwar nicht immer ganz kurzweilig, ja stellenweise sogar ein wenig gedehnt an, kann einen aber dennoch fast zum kompletten Teil packen und die Spannung aufrecht erhalten. Die Charaktere in den Haupt- und Nebenpositionen werden ausführlich betrachtet und bekommen immer viel Zeit in der Geschichte, was viele Sympathiepersonen erstellt. So baut man nach und nach sogar eine Verbindung zu Richard Nixon, vor allem aber auch zum schließlich in die Ecke gedrängten David Frost auf, der sich am Ende gar wie ein Löwe freikämpft und in einem brillant inszenierten finalen Interview richtiges Feuer entfacht. Der lange Dialog im vierten Interview zwischen Nixon und Frost dürfte zu den elektrisierendsten und brillantesten Wortgefechten der letzten Kinojahre zählen. Worauf der Film aber eben den hauptsächlichen Blick wirft, sind die Charaktere und so sind erwartungsgemäß vor allem die beiden Hauptrollen brillant besetzt. Frank Langella als taktisch kluger, hinterhältiger und sich sämtlichen Sympathien entziehender Ex-Präsident ist sogar für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert, und diese Nominierung hat er sich auch redlich verdient. Seine Darstellung der historischen Figur ist über alle Zweifel erhaben und reißt einen in jeder Szene mit. Seine Ausdruckskraft und Präsenz ist einfach großartig und er füllt jede Minute, in der er vorkommt, mit einer solchen schauspielerischen Kraft, dass es kaum einen Zeitpunkt der Langeweile gibt, dank dieses Spiels. Auf der anderen Seite ein ebenfalls überragend spielender Michael Sheen, der zwar nicht ganz an oben genannte Höhepunkte eines Langella heranreichen kann, sich aber auch nicht hinfortspielen lässt und einige Höchstleistungen gibt. Wie auch bei Langella erlebt Sheen seine größten Momente im Finale, wenn sich der packende Dialog der beiden Konkurrenten ergibt und sich beide großartig freispielen können. In den Nebenrollen gibt es zwar bei Oliver Platt oder Sam Rockwell einige recht bekannte Namen, aber wirkliche positive oder negative Auffälligkeiten gab es hinsichtlich der Nebendarsteller nicht. Fazit: "Frost/Nixon" ist ein brillant inszeniertes und meisterhaft gespieltes Werk, dass trotz klarer Statur in politischen Bereichen nicht zäh oder langatmig ist. Der Film ist spannend, packend und vor allem in den ehrlichen Interviews extrem elektrisie-rend und ist so durchaus empfehlenswert. Einzig Feinde dialoglastiger, actionloser und anspruchsvoller Streifen sollten hier wohl eher einen Bogen drummachen.
    Moveestar
    Moveestar

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    4,5
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Auf eine "Zuschauer, die diesen Film mochten, schauten auch"-Liste könnte man etwas oberflächlich auch "Good Night und Good Luck" setzen, oder andersherum. In letzterem geht es im Journalismus, wollte man es diesem gleichtun, müsste man die Washington Post-Journalisten (erneut) verfilmen, Frost/Nixon blickt jedoch erzählt nich von Journalismus sondern von denen dahinter, hinter den Kameras. Ich fand die Beziehung zwischen Frost und Nixon besonders gut heraus gearbeitet, ohne das für eine der beiden Seiten Position bezogen wird. Frost war ein Glückspilz und Nixon wird schonungslos seziert. Er tut einem fast leid. Aber es ist auch so großartig gespielt und geschrieben. Beide, Frost wie Nixon, werden sehr gut charakterisiert. Es ist fast ein Kammerspiel, ergänzt mit ein Hollywood und einem insgesamt großartigem Ensemble. Was die politischen Filme 2008 betrifft: Besser als Milk.
    digital-bath
    digital-bath

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    4,0
    Veröffentlicht am 22. Juli 2011
    Wie Filmstarts schon sagte, ein Politfilm für nicht nur Politinteressierte. Große Vorkenntnisse, was es mit Watergate und so auf sich hatte brauch man vorher nicht, um den Streifen folgen zu kennen. Ron Howard erzählt die Geschichte einfach und stellt die beiden Charaktere in den Vordergrund. Frank Langella spielt Richard Nixon dermaßen genial, selbstüberzeugend aber auch zerbrechlich, so dass man wirklich Sympathie für den Ex-Präsidenten entwickelt. Das Psychoduell der beiden ist extrem spannend inszeniert und die Wirkung des Mediums Fernsehen wird klar gemacht. Als Lehrfilm dient "Frost/Nixon" dann aber nicht, da einfach zu viel frei erfunden ist (z. B. das Telefonat). Dies wirkt sich auf den Film und die Dramaturgie aber positiv aus, so dass man sich entspannt ein ein Top Polit-Drama angucken kann.
    niman7
    niman7

    User folgen 53 Follower Lies die 605 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 12. Juni 2011
    Zuerst wollte ich mir den Film nicht anschauen da ich mir kaum vorstellen konnte wie ein "Interview" in einen Film gut rüber kommt. Natürlich wurde ich eines besseren beleert und der Film packte mich von Anfang bis Ende. Die Leistung von Langelle ist einfach übertrieben gut. Ich habe mir das originale Interview von Nixon angeschaut und es ist nur ein kleiner hauch von Unterschied zwischen den originalen Nixon und den gespielten. Oft musste ich sogar überlegen ob es der echte ist oder nur der gespielte. Den Schluss der Geschichte kennt man eigentlich auch wenn man kaum politisches wissen hat, jedoch sitzt man am Schluss mit Spannung geladen vor der Bildröhre und kann es kaum erwarten wie es nun ausgeht. Das gute an den Film ist, dass man sich ihn auch anschauen kann wenn man kein politisches wissen hat. Hut ab an Ron Howard!
    SpiderLoc91
    SpiderLoc91

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    4,5
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Dieser Film ist einfach nur gelungen und keinesfalls langweilig. Vorallem die letzte halbe Stunde hat der Film seine Kreativität ausgepackt.Außerdem bietet der Film viele Details, aber ich hätte mir mehr Interview gewünscht anstatt die gesamte entstehung bis zum Interview, aber zweifelsohne ein höchst anspruchsvoller Film.
    papa_AL
    papa_AL

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    4,0
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Ich bin von "Frost/Nixon" nicht entäuscht worden. Was der Trailer versprach, liefert der Film auch ab. Nämlich klasse Darsteller, gekonnte ruhige Inszenierung und ein Thema mit dem sicher nicht jeder was anfangen kann. Für wen der Begriff "Watergate" ein Fremdwort ist, der sollte sein Wissen etwas auffrischen bevor er sich den Film ansieht. Zuschauer die jedoch mit dem Thema halbwegs vertraut sind werden einen sehr guten Film zu sehen bekommen, der zwar nichts wirlklich Neues mitsich bringt, aber der doch über die ganze Spielzeit nie langweilig wird. Für Leute die nicht immer fette Blockbusteraction brauchen ist dieser Film eindeutig empfehlenswert!
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