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    C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben
    Von Barbara Fuchs
    Der Vorspann von „C’est La Vie – So sind wir, so ist das Leben“ zeigt das Fotoalbum einer fünfköpfigen französischen Familie. Es sind Erinnerungen an die gute alte Zeit, die von Glück und Harmonie beherrscht wurde. Regisseur Rémi Bezançon gelingt mit seinem zweiten Film das humoristische Porträt einer Durchschnittsfamilie, die so wie jeder von uns gegen die mit dem Älterwerden verbundenen Veränderungen ankämpft. Wahrscheinlich deshalb avancierte das tragikomische Drama mit mehr als 1,2 Millionen Kinobesuchern in seiner Heimat zum Publikumserfolg. Außerdem wurde der Film gleich in neun Kategorien für den französischen Oscar „César“ nominiert. Erhalten haben ihn die zwei Filmgeschwister Déborah François (Das Mädchen, das die Seiten umblättert) und Marc-André Grondin (Che - Guerilla) als beste Nachwuchsdarsteller, außerdem wurde Sophie Reine für den besten Schnitt ausgezeichnet.

    1988: Robert (Jacques Gamblin) ist Taxifahrer, seine Frau Marie-Jeanne (Zabou Breitman) Hausfrau. Als Sohn Albert auszieht, ist es für die Mutter so, als ob sie das älteste ihrer drei Kinder für immer verlieren würde. Um die Lücke zu füllen, beschließt Marie-Jeanne, an die Uni zurückzukehren. Albert genießt unterdessen seine neugewonnene Freiheit und fängt sogleich etwas mit seiner Nachbarin an. Die beiden anderen Kinder, Raphaël (Marc-André Grondin) und Fleur (Déborah François), wissen, dass nach Alberts Auszug die Familie niemals wieder so sein wird wie zuvor. Doch das ist nur der erste von insgesamt fünf wegweisenden Tagen innerhalb der kommenden zwölf Jahre, die der Film porträtiert. So kommen noch Hochzeiten, Todesfällen, Meinungsverschiedenheiten und Versöhnungen dazu...

    Es ist vor allem den pointierten, mit viel Humor angereicherten Dialogen von Regisseur Rémi Bezançon, der auch für das Skript verantwortlich ist, zu verdanken, dass der Episodenfilm nicht in eine Aneinanderreihung von Klischees abgleitet. Es ist einfach zu amüsant mit anzusehen, wie die trotzige 17-jährige Fleur ihren Eltern erklären möchte, was denn nun Grunge sei, und dabei aus lauter Erklärungsnot irgendwann nur noch rumkeift, dass sie es ja sowieso nicht verstehen würden. Oder wie die Mutter ihren Chirurgensohn um eine Brustoperation bittet, weil sie denkt, sie könne ihren Mann nicht mehr anheizen.

    Außerdem hat Bezançon schön anzusehende, teils weitläufige Bilder geschaffen, etwa wenn die Männer der Familie einen Sparziergang am Rande von Paris machen. Stimmig ist auch der Soundtrack, der dem jeweiligen Jahrzehnt entsprechend von Janis Joplin, David Bowie, Indochine oder Lou Reed dominiert wird. Auch wenn Lou Reeds „Perfect World“ seit Trainspotting in Filmen häufig zur Umrahmung dramatischer Szenen herangezogen worden ist, beschallen die Songs stimmig das Familiengeschehen und sorgen für jede Menge Zeitkolorit.

    Fazit: „C’est La Vie – So sind wir, so ist das Leben“ vorzuwerfen, er würde die Probleme einer Mittelschicht-Familie etwas klischeebelastet und vereinfacht darstellen, würde dem Film nicht gerecht. Denn es ist gerade diese französische Leichtigkeit, die den Charme der Tragikomödie ausmacht, die auf so wunderbar leichtfüßige Art zeigt, was die Zeit so alles mit einem anstellt.
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