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Der Mann, der niemals lebte
Durchschnitts-Wertung
3,6
538 Wertungen - 37 Kritiken
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35% (13 Kritiken)
38% (14 Kritiken)
11% (4 Kritiken)
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Deine Meinung zu Der Mann, der niemals lebte ?

37 User-Kritiken

Christian Hoja (Cellurizon.de)
Christian Hoja (Cellurizon.de)

User folgen 17 Follower Lies die 267 Kritiken

4,0
Veröffentlicht am 01.03.10
Nach dem gleichnamigen Roman von David Ignatius entstanden, ist ‚Der Mann, der niemals lebte‘ ein sehr guter, handwerklich astreiner Film, bei dem der Kampf gegen den Terror in der zweiten Hälfte allerdings eher zum Kampf mit einer erzählerischen Unzulänglichkeit wird. Diese ist aber Drehbuchautor William Monaghan zuzuschreiben, der einen Handlungsstrang einarbeitete, der in sich zwar nicht uninteressant ist, im Film als Teil des Ganzen allerdings nicht homogen wirkt. Dadurch geht Ridley Scotts Action/Polit-Thriller locker eine Armlänge der Authentizität verloren, die er zuvor überzeugend aufbaut. Aber der Reihe nach. ----------------------------------------------------------------- Regisseur Scott springt unmittelbar ins Geschehen, nach einem Anschlag im englischen Manchester geht es in den Irak und es wird der Arbeitsalltag des CIA-Agenten Roger Ferris gezeigt, der die Hintermänner des Terrors aufzudecken versucht. Über Satellit wird dabei jede Bewegung Ferris‘ von seinem Vorgesetzten Ed Hoffman verfolgt, welcher sich in einer Mischung aus Aktionismus und Arroganz ständig über die Vorhaben seines Mannes vor Ort hinwegsetzt und diesem so manche Operation versaut. Scott leitet weder Charaktere genauer ein, noch wird die allgemeine Situation präzisiert. Dabei nimmt der Zuschauer sowohl Ferris‘, als auch Hoffmans Perspektive ein. Man beobachtet Ferris, wie sein Boss es tut, ist jedoch nie auf dessen Wissensstand und wird von den Handlungen Hoffmans ebenso überrascht. Diese geschickten perpektivischen Verschiebungen inszeniert Scott gewohnt versiert und mengt dem Film Komplexität in der Zeichnung des Protagonisten und Antagonisten bei: „Held“ Ferris spricht arabisch, versucht sich in die Kultur des „Feindes“ einzudenken und auf Vertrauen zu setzen, sein Vorgesetzter steht zwar auf der Seite des „Guten“ neben ihm, geht aber viele tausend Kilometer weit entfernt weit skrupelloser, menschenverachtender und nicht zuletzt ungeschickter vor. Seinem vermeintlich Verbündeten kann Ferris so am wenigsten vertrauen. ----------------------------------------------------------------- ‚Der Mann, der niemals lebte‘ erlaubt es sich, ideologische Fragwürdigkeiten auch als solche zu zeigen, der unterschwellig ständig brodelnde und auch immer wieder aus Ferris herausbrechende Konflikt zwischen ihm und Hoffman ist spannend und fern ab von platter Gut/Böse-Trennung. Hierbei zögert zwar auch Ferris nicht, im entscheidenen Moment zum Selbstschutz zu töten, doch er versucht eine moralische Integrität und respektvolle Distanz zu wahren, die mancher Oberer im Kampf gegen den Terror über Bord geworfen hat, bzw. von Anfanf an nicht auf dem Plan hatte. Sämtliche technische Überlegenheit nützt dem CIA nichts, sobald sich der Gegner der Nutzung elektronischer Kommunikation verweigert und das kalte Kalkül, mit dem in den Zentralen die Satellitenbilder ausgewertet werden und so auch über Leben und Tod entschieden wird, mündet zumeist in lähmender Ahnungslosigkeit. Das Motiv des technisch unterlegenen Ostens gegen den hochgezüchteten Westen ist kein unbedingt neues, wird von Scott aber nicht hinterweltlerisch und somit „von oben herab“ gezeigt, sondern als ein unberechenbares, sehr bewusstes und erschreckendes strategisches Mittel der Terroristen und ihrer Organe. Verglichen mit dem thematisch nicht unähnlichen ‚Operation: Kingdom‘ (2007), in dem die amerikanischen Ermittler in Saudi-Arabien klar und reichlich plakativ mit ihren technischen Möglichkeiten auftrumpfen, gibt ‚Der Mann, der niemals lebte‘ ein sehr viel differenzierteres Bild ab und spart sich patriotische Allüren. ----------------------------------------------------------------- Der Film fühlt sich extrem realistisch an, folgt besonders in der ersten Hälfte keiner festgelegten Handlungsstruktur. Mehrere Schauplätze werden aufgesucht, Ferris‘ Arbeit wird situativ und an einen sehr oft wechselnden Zweck gebunden gezeigt. Die 20minütige Eingangssequenz ist derart rasant und in ihrem Ausgang actionreich inszeniert, dass sie in manch anderem Film wohl als Showdown gelandet wäre. Leonardo DiCaprio, der sich spätestens mit ‚The Departed‘ und ‚Blood Diamond‘ (beide 2006) endgültig von seinem Bubi-Image gelöst haben dürfte, portraitiert Ferris mit viel Körpereinsatz und auch wenn seine Rolle Ähnlichkeiten zu jenen aus den genannten Produktionen aufweist, ist sein Spiel dennoch frisch und dynamisch. Mit einigen angefutterten Kilos ist Russell Crowe als Hoffman ein guter Gegenpart, der die harten Operationen auch schonmal per Headset begleitet, während er seine Kinder ins Bett bring. Die Sicherheit der Nation endet vor der eigenen Haustür. Das angespannte Verhältnis zwischen DiCaprio und Crowe wird hauptsächlich über scharfe Dialoge verdeutlicht, viele Szenen miteinander haben sie nicht, dennoch begegnen sich hier zwei Stars auf höchstem Niveau, wobei der Australier Crowe eher gebremst agiert, seine schauspielerische Klasse dem Film trotzdem zugute kommt. Ebenso wie jene des Briten Mark Strong, der als jordanischer Geheimdienstchef Hani undurchsichtig und mit faszinierender Ausstrahlung spielt. ----------------------------------------------------------------- Einen Knick in der Dramaturgie erhält der Film durch die Einführung eines „love interests“ für DiCaprios Ferris. Ramponiert von einem Einsatz landet dieser vor der Krankenschwester Aisha, gespielt von Golshifteh Farahani. Der sonst so auf seine Aufgabe fixierte Ferris, den jeder Fehler zur Weißglut bringt und der in seiner Akrebie und gleichzeitigen moralischen Ambivalenzen als Charakter stark gezeichnet wird, verliebt sich und balzt plötzlich wie ein Schuljunge um die Gunst der schönen Iranerin. Dies wirkt zu sehr in die Story hinein konstruiert und driftet später in ein früh zu antizipierendes 08/15-Schema ab, das Ferris und der Geschichte Glaubwürdigkeit und Logik raubt. Von der Haupthandlung isoliert ist die Love Story zwischen Ferris und Aisha allerdings erfreulich zurückhaltend inszeniert und vertieft (weshalb sie wohl auch im Film gelandet ist) noch einmal den Respekt des Agenten vor der Kultur der Muslime, indem sie ohne Berührung, ohne Küsse und schnulzige Liebesbekenntnisse stattfindet. In ihrer Konsequenz schwächt sie aber den Film leider etwas ab. ----------------------------------------------------------------- ‚Der Mann, der niemals lebte‘ ist ein bildstarker, von Ridley Scott gewohnt einwandtfrei audiovisuell gestalteter Film, der teils mit schonungsloser Brutalität und Intensität die Arbeit eines CIA-Agenten inmitten eines Wirrwarrs aus Lügen, Verrat, Misstrauen und Gewalt zeigt. Ein durchaus packender Einblick, der seine Bedeutung mit einem einfallslos gestalteten Handlungsstrang etwas untergräbt, diesen aber wenigstens durch eine vertrakte Auflösung nicht zu weit ins pure Standartklischee abgleiten lässt. Nicht zuletzt dank überzeugender Darsteller ist ‚Der Mann, der niemals lebte‘ alles in allem sehr sehenswert, wenn er auch leicht hinter seinen Ambitionen zurückbleibt. ----------------------------------------------------------------- komplette Review siehe: http://christiansfoyer.wordpress.com/2010/03/01/review-der-mann-der-niemals-lebte/
schonwer
schonwer

User folgen 8 Follower Lies die 728 Kritiken

3,5
Veröffentlicht am 12.10.17
In "Body of Lies" schafft es Ridley Scott ein doch eher trockenes Polit-Thema intensiv und spannend zu inszenieren. Es gibt Spannungshöhepunkte und auch in den Dialogen ist der Stress zu spüren. Nicht immer ganz einfach zu folgen und mit wenigen Überraschungen, kriegt man einen sehr schönen Einblick in das Leben eines Undercover-Agenten in einem der aktuellsten Probleme: Terrorismus. Dabei spielen die Stars sehr gut, auch wenn die Figuren keine Herausforderung sind.
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

User folgen 25 Follower Lies die 4 094 Kritiken

3,5
Veröffentlicht am 01.09.17
Das Konzept hinter Filmen wie diesen hier finde ich brilliant: man inszeniert einen publikumstauglichen Actionkracher vor einem bestimmten Thema oder Hintergrund daß man auf diesem Wege dem Publikum näherbringt und liefert so eine gute Kombination aus Unterhaltung und Information. Bei dem Werk sind ja auch die Beteiligten erste Sahne: DiCaprio als Held mit Gewissen, Russel Crow als arroganter und unterkühlter Strippenzieher und das ganze unter der Regie von Altprofi Ridley Scott. Irgendwie sagt mir der Film aber nicht zu, was aber daran liegen mag daß ich ihn nur mit halber Aufmerksamkeit verfolgt habe und irgendwann der Faden und auch das Interesse weg war. Es kracht ordentlich, DiCaprio und Crow pflaumen sich nonstop am Telefon an und es entwickelt sich nach und nach ne immer verworrenere Intrige bis sich alles in einem recht schmerzlichen Showdown gipfelt. Ich bin da irgendwann vorzeitig ausgestiegen, aber wers durchhält und Filme wie „Spy Game“ oder „Der Staatsfeind Nr. 1“ mag kann ja mal nen Blick riskieren. Fazit: Drama und Thriller mit unterhaltsamer Action und Leonardo DiCaprio in Bestform – trotzdem etwas überladen!
Lorenz Rütter
Lorenz Rütter

User folgen 1 Follower Lies die 338 Kritiken

3,0
Veröffentlicht am 08.02.15
Dieser Verschwörungs- und Politthriller hätte Ridley Scott besser gestalten können! Nicht nur, dass er sicher zwei hochkarätige Schauspieler, wie DiCaprio und Crowe, dabei hatte. Sie machen sich richtig das Leben schwer. Die Geschichte ist möglicherweise realistisch und erschreckend zugleich. Leider fällt manchmal die Story ins belanglose und Nebensächlichkeiten. Man wartet manchmal bis es weitergeht und es wird zwischen durch auch mal langweilig. Es ist zwar schön, die Wortgefechte zwischen den beiden Hauptdarstellern anzusehen. Aber das ist auch schon alles. Fazit: Ein gut gemeinter Twist, der leider auch den roten Faden verliert!
Janos V.
Janos V.

User folgen 15 Follower Lies die 128 Kritiken

3,0
Veröffentlicht am 12.01.13
"Der Mann, der niemals lebte" ist ein Film von Ridley Scott, und das bedeutet, er ist intelligent und hervorragend inszeniert. Dass das Agenten-Thriller-Drama trotzdem nicht wirklich viel Spaß macht, liegt am leider verkorksten Drehbuch von William Monahan. Scott lässt sich nichts zu schulden kommen und macht aus "Der Mann, der niemals lebte" einen straighten, handwerklich nahezu perfekten Film, angereichert mit einigen harten Folterszenen und zwei effektiven Protagonisten. Das alles wirkt manchmal etwas zweckmäßig, ist aber fast immer unterhaltsam und lebt zudem vom höchst aktuellen Hintergrund, auch wenn die Geschichte an sich fiktiv und auch leicht als solche zu erkennen ist. Die Schauspieler können größtenteils überzeugen. Leonardo DiCaprio und Russell Crowe bekommen zwar keine Gelegenheit zum ganz großen Wurf, sind aber viel zu gut um in ihren Rollen nicht zu funktionieren. Immer wieder die Schau stiehlt ihnen Mark Strong in seiner vielleicht besten Rolle bisher. Der restliche Cast spielt durchweg im positiven Sinne solide. Das Problem des Films liegt jedoch woanders: er ist zu zerstückelt und wird nie zu einem homogenen Ganzen. Sobald ein Handlungsstrang beginnt, wirklich spannend zu werden, ist er auch schon wieder vorbei. "Der Mann, der niemals lebte" besteht aus einer Menge guter Einzelszenen, die das Drehbuch aber eher zusammenhanglos aneinanderreiht. Noch schwerer wiegt, dass der Zuschauer die Motivation von Hauptfigur Roger Ferris zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen kann, weder was seine Risikobereitschaft als Agent angeht noch bei seiner größtenteils lahmen und erschreckend vorhersehbaren Lovestory mit einer einheimischen Krankenschwester. "Der Mann, der niemals lebte" ist trotz einer starken Inszenierung und Schauspielern von Weltklasseformat nur dann zu empfehlen, wenn es einem gelingt, über einige Logiklöcher und eine zerpflückte Storyline hinwegzusehen.
Pato18
Pato18

User folgen 11 Follower Lies die 941 Kritiken

3,5
Veröffentlicht am 20.08.12
"Der Mann,der niemals lebte" ist wirklich ein guter film,wenn auch nicht extra klasse!!! story ist ganz gut und auch paar gute ideen sind mit hinein gepackt worden wie zb. mit dem terroranschlag,den man inszeniert hat! Ansonstens das ende war solide,aber nichts besonderes! Fazit: ein guter film,denn man sich anschauen kann! man macht keinen fehler damit,aber man kann jetzt kein spektakel erwarten!
Jason Bourne
Jason Bourne

User folgen 19 Follower Lies die 873 Kritiken

2,5
Veröffentlicht am 19.08.12
Ein Film ohne große Überraschungen. Weder DiCaprio noch Crowe, der besonders enttäuscht, können sich wirklich profilieren.
Jimmy v
Jimmy v

User folgen 18 Follower Lies die 505 Kritiken

4,0
Veröffentlicht am 27.03.12
Gestern nochmal gesehen. Als der Film seinerzeit erschien, habe ich andernorts eine Rezension geschrieben, die sich so ziemlich mit der Kritik der Redaktion ähnelt. Ich kann da nur zustimmen. Jetzt, nach dem zweiten Schauen, fielen mir hier und da ein paar Längen, dafür aber auch wieder die genialen Bilder auf, selbst bei dem eher undankbaren Part des Ed Hoffmann in Amerika. Crowe hatte Scott doch angeblich damals dafür kritisiert ihm dahingehend nicht genug Aufmerksamkeit zukommen lassen zu haben. Das scheint im Nachhinein auch richtig angemerkt worden zu sein. Aber wie dem beikommen? Vielleicht hätte es ja aufgesetzt gewirkt, aber möglicherweise hätte auch Ed Hoffmann dann spoiler: im Finale irgendwie ins Kreuzfeuer der Feinde geraten können. Ansonsten: Mark Strong der Beste der Darsteller, der Rest ansonsten aber auch gut. Ein sehr Thriller, der Action, Spannung und Anspruch gut miteinander verbindet. Der von anderen hier erwähnte "Syrania" ist dann aber in jedem Fall noch eine Ecke besser.
DerPjoern
DerPjoern

User folgen 3 Follower Lies die 53 Kritiken

3,0
Veröffentlicht am 27.03.12
Der Film hat viel Potenzial, steht sich beim Ausschöpfen aber selber nur im Weg. Der oberste Pluspunkt des Films sind die Schauplätze und die dazugehörige Atmosphäre. Die Thrillerelemente sind das nächste Plus. Sie sind konsequent nervenaufreibend, jedoch für mich zu selten und nicht immer mit genügend Tiefe versehen. Dasselbe gilt für die Story. Wenn einigen Nebenfiguren mehr Raum eingestanden worden wäre, hätte es ein großartiger Film werden können. Die Hauptdarsteller spielen in dem Rahmen ihrer Figuren gut. Mark Strong überstrahlt dabei als mannigfaltiger, jordanischer Polizeichef seine Kollegen bei weitem. Der Film hat jedoch zwei massive Probleme. Das erste ist die Figur von Russell Crowe als überzeichnete Karikatur eines luxusverwöhnten, amerikanischen Sesselpupsers, der durch pure Blödheit jeden Erfolg zerstört, der vorher mühselig erarbeitet wurde. Dies würde nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn es sich hierbei nicht um die zweite Hauptrolle handeln würde. Der zweite Negativpunkt ist die vage gehaltene Liebesgeschichte, die die Spannung immer wieder unnötig ausbremst. Hier wäre ein Verzicht auf den Strang sinnvoll gewesen. Dieser soll der Hauptfigur (di Caprio) Tiefe verleihen. Jedoch ohne Erfolg. Seine Motivation bleibt pure Behauptung. Zum Glück bleibt aber noch die Action, die immer erste Güte ist. Wenn man also beim Schauen das Gesehene nicht so sehr hinterfragt, kann man von einem spannenden Film reden.
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 27.02.11
Naja, etwas mehr habe ich mir schon von dem Film versprochen. Er bearbeitet ein wichtiges Thema, ist aber stellenweise ziemlich langweilig und überzogen. Grade an dieser Stelle hätte ich mir viel mehr Spannung gewünscht. So ist er ein solider Polit-Thriller geworden, mehr aber auch nicht. War gerade noch so okay... 5/10
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