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I Love You, Beth Cooper
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
I Love You, Beth Cooper
Von Christoph Petersen
Mit Ausnahme von John Hughes, der das Genre in den 1980er Jahren mit Klassikern wie „Das darf man nur als Erwachsener“, Breakfast Club, „Pretty In Pink“ und Ferris macht blau auf ein vollkommen neues Level gehoben hat, stehen Teen-Filme meist am Anfang einer Regiekarriere. Die Gebrüder Paul und Chris Weitz haben ihrem Erfolg mit American Pie etwa Werke wie About A Boy, Reine Chefsache oder Der Goldene Kompass nachgeschoben. Da fragt man sich schon, warum ein gestandener Regisseur wie Chris Columbus nach Welterfolgen wie Kevin – Allein zu Haus, „Mrs. Doubtfire“, Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens plötzlich eine simple Teen-Rom-Com in Angriff nimmt. Vermutlich hat er in dem zugrundeliegenden Roman „Ich liebe dich, Beth Cooper!“ von Larry Doyle etwas gesehen, das er dann aber nicht auf die Leinwand transportieren konnte. Denn dort finden sich nun ausnahmslos jene pubertären Späßchen, die man aus etlichen ähnlich gelagerten Komödien bereits zur Genüge kennt.

Für Obernerd Denis Cooverman (Paul Rust) ist es die letzte Chance. Seit Jahren ist er in die Chef-Cheerleaderin Beth Cooper (Hayden Panettiere) verknallt, hat sich jedoch noch nicht einmal getraut, sie auch nur anzusprechen. Nun hält er als Stufensprecher bei der Highschool-Abschlussveranstaltung eine Rede und gesteht Beth vor der versammelten Schule seine Liebe. Während Beth sich geschmeichelt fühlt und am Abend sogar mit zwei Freundinnen (Lauren London, Lauren Storm) auf Denis‘ Party vorbeischneit, ist ihr muskelbepackter Army-Lover Kevin (Shawn Roberts, Diary Of The Dead) mit dem romantischen Geständnis alles andere als einverstanden. Mit seinem hochgezüchteten Jeep und seinen minderbemittelten Schlägerkumpels Dustin (Jared Keeso, White Noise: Fürchte das Licht) und Sean (Brendan Penny, serie,The L Word) macht er Jagd auf Beth und ihren nun nicht mehr heimlichen Verehrer, die sich in einer turbulenten Nacht immer näher kommen…

Hier und da sind minimale Ansätze davon zu erkennen, was Chris Columbus wohl eigentlich im Kopf hatte, als er sich für das Projekt entschied. So gewährt er Beth Cooper deutlich mehr tragische Nuancen, als es in dem Genre üblich ist. Beth ist bewusst, dass ihre besten Zeiten mit den Highschool-Jahren bereits hinter ihr liegen. Mit viel Glück wird sie genügend Geld zusammenbekommen, um zumindest ein kommunales College besuchen zu können – aber sehr wahrscheinlich ist das nicht. Ihren Frust kompensiert sie mit einem halsbrecherischen Fahrstil und wilden Partys. Leider führen diese Szenen nirgendwo hin, weil jeder Anflug von Ernsthaftigkeit unter einem Brei aus ausgelutschten Teen-Comedy-Gags verschütt geht. Beim Öffnen einer Sektflasche macht Denis eine schmerzhafte Begegnung mit dem Korken und in der Wildnis ringt er mit einem keifenden Waschbären um seine Hose – nicht sehr lustig.

Nachdem Kristen Bell ihren Job als Streber-Schwarm Nummer eins („Veronica Mars“, Fanboys) an den Nagel gehängt hat und stattdessen Erwachsenen-Komödien (All Inclusive) dreht, ist nun wohl endgültig Hayden Panettiere (Liebe auf Umwegen, Die Eisprinzessin) der feuchte Lieblingstraum eines jeden Nerds. Deshalb besetzen die Produzenten sie auch immer wieder als Cheerleaderin. Nach ihrem Auftritt in Girls United – Alles oder nichts und ihrer Kultrolle als die Cheerleaderin in serie,Heroes wedelt sie nun auch noch in „I Love You, Beth Cooper“ mit Pom Pomps herum. Das ist zwar alles andere als originell – aber immer noch verdammt sexy. Das eigentliche Problem auf Seiten der Schauspieler ist vielmehr Hauptdarsteller Paul Rust (Inglourious Basterds). Als Denis kommt er dermaßen besserwisserisch und oberlehrerhaft daher, dass man leicht nachvollziehen kann, warum in der Schule alle über ihn herziehen. Und das Mädchen wünscht man ihm schon mal gar nicht. Schwul-oder-nicht-schwul-Sidekick Jack Carpenter (Sydney White) wäre deshalb die eindeutig bessere Wahl für die Rolle des romantischen Helden gewesen.

Fazit: „I Love You, Beth Cooper“ ist eine herkömmliche Teenie-Komödie, die nur eine Frage offen lässt – warum bedurfte es eines gestandenen Regisseurs wie Chris Columbus, um solch eine 08/15-Angelegenheit zustande zu bringen?
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