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The Cabin in the Woods
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,5
hervorragend
The Cabin in the Woods
Von
Der Spoilerwahn im Internet nimmt immer groteskere Züge an. Inzwischen kann man nicht einmal mehr über Wendungen von jahrzehntealten Klassikern diskutieren, ohne dass in den Kommentaren wüste Beschimpfungen auf einen herniederprasseln. Besonders absurd daran: Meist sind es Leser, die den Film selbst gesehen haben und somit gar nicht von den Spoilern betroffen sind, die besonders empört tun. Aber selbst ich als erklärter Gegner des Spoilerterrors, der nicht das geringste Problem damit hätte, an dieser Stelle das legendäre Rosebud-Geheimnis aus „Citizen Kane" vor der versammelten FILMSTARTS-Community zu lüften, gebe euch nachdrücklich folgenden Rat: Falls ihr Drew Goddards Horrorfilm „The Cabin in the Woods" noch nicht gesehen habt, schaut ihn euch unbedingt an, aber lest auf keinen Fall weiter! Denn selbst wer auch nur die ersten Sätze der Inhaltsangabe überfliegt, beraubt sich damit der aufregendsten (Meta-)Horrorerfahrung seit Wes Cravens moderner Klassiker „Scream" 1996 den Blick des Publikums aufs Horrorgenre für immer veränderte.

In einer augenscheinlich von der US-Regierung betriebenen Kommandozentrale beginnt für Sitterson (Richard Jenkins) und Hadley (Bradley Whitford) die heiße Phase ihrer aktuellen Mission. Die beiden Beamten überwachen mit versteckten Kameras die Studenten Dana (Kristen Connolly), Curt (Chris Hemsworth), Jules (Anna Hutchison), Holden (Jesse Williams) und den Kiffer Marty (Fran Kranz), die gemeinsam ein Wochenende in einer abgelegenen Hütte im Wald verbringen. Doch die Kittelträger in der Zentrale begnügen sich nicht damit, nur zu beobachten, sie nehmen auf das Geschehen in der Hütte auch direkt Einfluss: Als sich Jules etwa weigert, mit ihrem Freund Curt Sex zu haben, weil ihr zu kalt ist, regulieren die Überwacher nicht nur die Temperatur ein paar Grad nach oben, sie versprühen auch einen aphrodisierenden Pheromon-Nebel. Und als eine Familie von Zombies aus ihrem Grab aufersteht und über die Studenten herfällt, freuen sich die Jungs von der Hausmeisterei über einen prallgefüllten Jackpot, denn sie haben beim behördeninternen Wettspiel statt auf Einhörner oder Wassermänner auf ebendiese Untoten gesetzt...



Normalerweise ist es ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein Film ziemlicher Müll ist, wenn er nach seiner Fertigstellung erst einmal in den Giftschrank des Studios wandert, statt direkt in die Kinos zu kommen. Aber beim bereits 2009 (!) abgedrehten „The Cabin in the Woods" liegt die Sache etwas anders: Das lange Warten hat nichts mit der Qualität zu tun, sondern allein damit, dass das Studio nicht die geringste Idee hatte, wie es den Film vermarkten soll. „The Cabin in the Woods" ist einer der außergewöhnlichsten und intelligentesten Horrorfilme aller Zeiten, aber wenn man dem potentiellen Publikum all die Wendungen, die den Film zu etwas derart Besonderem machen, schon im Trailer unter die Nase reibt, verdirbt man die Überraschung. Bis zum US-Kinostart wurde aus dieser Zwickmühle kein wirklicher Ausweg gefunden, weshalb der Film vor allem mit dem Namen von Produzent und Autor Joss Whedon im Fahrwasser von dessen Überblockbuster „The Avengers" beworben wurde, was sich an den Kinokassen allerdings nur bedingt auszahlte. Trotzdem sind wir uns sicher: Wenn sich erst einmal rumspricht, was für ein außergewöhnlicher Film „The Cabin in the Woods" wirklich ist, wird er spätestens auf Blu-ray zum Kulthit avancieren!

Drew Goddard (Drehbuchautor von „Lost" und „Cloverfield") lässt sein Publikum nie in dem Glauben, es mit einem herkömmlichen Slasher-Horrorfilm zu tun zu haben. Stattdessen zeigt er gleich in der allerersten Einstellung die Spielleiter Sitterson und Hadley bei einer banalen Alltagsdiskussion. Aber auch wenn der Debütregisseur von Beginn an mit offenen Karten spielt, lassen sich die weiteren Wendungen unmöglich voraussehen. Zwar ist schnell klar, dass hier jemand oder etwas geopfert werden soll. Außerdem ist es aus irgendeinem Grund wichtig, dass die Geschehnisse in der Hütte nach den üblichen Regeln des Horrorgenres (die Jungfrau bleibt am Ende übrig etc.) ablaufen. Aber die genauen Hintergründe bleiben lange im Verborgenen, bis in einem coolen Kurzauftritt ausgerechnet „Alien"-Amazone Sigourney Weaver Licht ins Dunkel bringt.

Obwohl die Autoren immer weitere Asse aus dem Ärmel ziehen und das Treiben immer unglaublichere Züge annimmt, wirkt der Film dabei nie beliebig, sondern von vorne bis hinten perfekt durchdacht. Außerdem ist der Film – Metaebene hin oder her – unfassbar unterhaltsam. Vor allem wie der Überlebenskampf der Studenten mit der gänzlich alltäglichen Büroarbeit im Kontrollzentrum kontrastiert wird, ist ebenso ironisch wie erschreckend: Wenn die Kamera während einer blutigen Zombieattacke rauszoomt und man einen der Kontrolleure sieht, der sich das Treiben auf einem Bildschirm reinzieht, während er gemütlich seinen Kaffee schlürft, ist das nicht nur ein brillanter atmosphärischer Bruch, dem Zuschauer wird auch sein eigener Voyeurismus vor Augen geführt.

Richtig verrückt und damit auch richtig genial wird „The Cabin in the Woods", wenn im letzten Drittel die beiden Welten der Kontrolleure und der Kontrollierten kollidieren. Welche illustren Kreaturen aus der Geschichte des Horrorfilms die Macher im großen Finale alle herbeizitieren, wurde vorher schon clever angedeutet, aber diese Monster alle auf einem Haufen zu sehen, lässt das Herz jedes Fans Purzelbäume schlagen. Und im Gegensatz zu „Lost" liefert Drew Goddard diesmal eine zwar fantastische, aber bis ins Detail stimmige und alles erklärende Auflösung, die zudem das typische Horrorfilmmotiv der in der letzten Einstellung aus dem Boden hervorschnellenden Hand (erstmals von Brian De Palma in „Carrie" verwendet, später etliche Male kopiert) auf eine vollkommen neue Ebene hievt.

Fazit: „The Cabin in the Woods" ist so anders, so intelligent und so unterhaltsam, dass ihn sich nicht nur Horrorfilm-Fans auf keinen Fall entgehen lassen sollten!
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Kommentare

  • Tobias L?nz

    Was ein geiler Film :P

  • Saint Ken

    eine kritik, die (egal ob spoilerwarnung) alles vom film preis gibt, samt der letzten einstellung, ist schlichtweg scheißdreck. soetwas hat der geniale film nicht verdient.

  • Martin Steffan

    wollte grad schon ein dickes "word!" hinterherhauen, aber dann ist mir eingefallen, dass fast alle protagonisten nach der Hälfte des Films schon gestorben sind und ich mich selber gefragt hab, wies denn jetzt bitte weiter gehen soll. Also den Film ohne Spoiler zu bewerten is schon sehr schwer, da die erste Hälfte ja als typischer Teenie-Slasher daher kommt. Die letzte Einstellung hätte man sich allerdings schon verkneifen können...
    Ich fand den Film auf jeden Fall sehr gelungen, auch wenn ich ihm sicher keine 4,5 Punkte geben würde. Aber das ist halt dieser Hype-Zug auf den Filmstarts immer wieder gerne aufspringt ;)

  • noVuz

    Achtung, Kommentar enthält Spoiler!!!
    Geiler Film? Ehrlich? Ich kann die Meinung definitiv nicht teilen. Eine Komödien/Horrormischung passt einfach nicht und der Film hat allen Ecken und Ende offene Fragen und das nennt ihr intelligent? Ich kann mich hier einfach nicht anschließen und die Meinung teilten sehr viele, die mit mir aus der Sneak gegangen sind. Ich musste an einigen Stellen lachen, durchaus, aber Spannung kam nicht auf genausowenig wie eine "intelligente" Handlung mit AHA Gedanke und "raffiniert gelöst" Ausruf... für mich wars ein schlechter Horror, da keine Spannung und sonst nur Klischees sowie 0815 Ami Highscool Komödie. Zu den offenen Fragen bleibt wie immer eine, die ich von einem "intelligenten" Film - wie ihr ihn betitelt - einfach nicht erwarte und zwar "Wieso werden die beiden bzw er nicht einfach zum Schluss erschossen bevor die werte Chefin den Untergang ihrers "Unternehmens" herbeilabert? Sie geht ohne die Absicht sie zu erschießen zu den beiden aber möchte ihnen einreden sich gegenseitig zu erschießen bzw sich freiwillig zu opfern? Ehrlich? Oder weshalb sollten all die bösen Gestalten wieder freiwillig zurück in ihren Aufzug wandern nachdem sie das Gemetzel vollzogen haben? Wie gesagt, einige Lücken und ein Filmabend im trauten Heim ist m.M.n. ausreichend.

  • Norman T.

    Prall ist anders!

  • Ridvan ?.

    Also schliesse mich definitiv der Meinung von noVuz zu diesem Film an...gute Idee aber schlecht umgesetzt. Habe auch sehr lange auf diesen Film gewartet, da ich schon lange keinen guten Horrorfilme mehr zu sehen bekomme. An einigen stellen war er lustig, aber auch nur der Kiffer-Typ. Spannung kam meiner Meinung nach nicht hoch und hatte echt mehr erwartet vom Film.

    @noVuz: Komödien/Horrormischung geht durchaus, siehe Tucker & Dale ;)

  • mikeros

    Ich bin sprachlos....WAS WAR DAS DENN? Die Kritiker überschlagen sich allesamt vor Lob. Sagt mal schmilzt uns jetzt komplett das Gehirn weg? Intelligent und andersartig? Dieser Film hätte ein Direct to DVD Release verdient. Das ganze ist sowas von dämlich und mies inszeniert....Man könnte jetzt von Trash reden...doch das wäre Lob für den Film....auch als Satire geht es nicht durch....Mir fällt dazu einfach nichts mehr ein... Dieser Film ist eine einzige Katastrophe. 4,5 von 5 Sternen....ich fass es einfach nicht...... . Es scheint als passe ich mit meinen 28 Jahren schon nicht mehr in die Generation. JEDER FREDDY, JEDER JASON und Jeder Michael Mayers Film ist anspruchsvoller als dieser....4,5???? ALTER ??????

  • PaddyBear

    ziemlich cooler film. mal was anderes.

  • Patrick H.

    Natürlich kann man die Klischees bemängeln, man könnte aber auch versuchen, zu verstehen, dass es Klischees sein sollten und es genau darum und um das Spiel mit ihnen ging. Geschmack ist eine Sache, man muss den Film nicht mögen, und ich kann sogar verstehen, wenn einem das Ende zu überladen, zu übertrieben ist, aber Innovation und eine intelligente Handlung kann man einfach nicht absprechen. Dem Zuschauer wird sein eigener Voyeurismus vor Augen geführt. Die Horror-Handlung ist dabei gar nicht auf Spannung ausgelegt, sondern soll vor allem ständig ironisch gebrochen werden. Geschmack hin oder her, aber die Freddy oder Jason-Filme vom Anspruch her höher zu stellen, entbehrt jeder Grundlage.
    Also ich für meinen Teil fand den Film großartig und nehme ihn in meine Top 3 des Filmjahres auf. Es ist einfach ein ganz anderes, ganz neues Seh-Erlebnis.

  • Janos V.

    stimme patrick h. hier auf jeden fall zu. der film ist bei weitem nicht perfekt, natürlich strotzt er vor klischees und logiklöchern, aber du meine güte, darum geht es doch auch gar nicht! der film erzählt eine so noch nie da gewesene geschichte (das muss man in einem so ausgelutschten genre wie dem horrorfilm erst mal schaffen), und zwar in sich schlüssig und selbst für mich als nicht-horrorfreak unglaublich unterhaltsam. respekt dafür und 4/5.

  • Bastian R.

    ganz ehrlich, ich frage mich wirklich wieso dieser Film so gute Kritiken bekommen hat. Ich habe ihn gestern gesehen und neben mir gab es noch einige andere, die lautstark von sich gaben, wie sch*** er ist. Geht da auf keinen Fall rein, die Story ist totaler Müll. Es erinnert ein bisschen an Chucky die Mörder Puppe, Hauptsache Splatter, aber sonst nicht viel. Ich weiß nicht wer auf die Idee kommt, das mit Scream zu vergleichen, aber davon ist der Film wirklich meilenweit entfernt!

  • Christian V.

    Leute... Der Film lebt von den Klischees, er erklärt quasi jeden (Teenie) Horrorfilm, warum sitrbt die Jungfrau meistens nie? Weil sie ne Option ist. Es braucht nen Narr, ne Hure, einen Belesenen und einen Athleten um die Götter zu beruhigen. Deswegen passieren in Horrorfilmen immer die selben dinge wobei das Monster und das Setting austauschbar sind. Natürlich ist der Film nicht der Anspruchsvollste, aber muss er das sein? Ich muss zugeben mir fällt es schwer den Film einzuordnen. Trash? Nicht wirklich. Horror? Auch nicht. Und zum Thema hauptsache Splatter, so siehts nunmal aus wenn man so ziemlich jedes Monster das es gibt auf ca 1000 Leute los lässt. Und lieber Bastian R. die Story soll besser sein als von Scream? Scream ist einfach ein Standard Horrorfilm aus den 90ern. Jugendliche + Killer + Lahme Auflösung.
    Ich gebe zu als es hieß der Film hat tolle Wendungen habe ich auch auf den "AHA!" Effekt gewartet, der blieb zwar aus, aber das ändert nichts daran das der Film mal was anderes ist.
    Mich hat er köstlich unterhalten!

  • Christian W.

    Man erwartet einfach einen der üblichen Horrorfilme, in denen alles nach Schema F abläuft. Hier aber wendet sich mitten im Film das Blatt an einer Stelle, an der andere Filme bereits das Ende einläuten. Schön das es Filmemacher gibt die noch mit Verstand, Innovation und Kreativität vorgehen. Dafür hat der Film letztlich auch die sehr gute Wertung verdient!

  • Jannek

    Ich bin bin eher enttäuscht.
    Was soll mir der Film überhaupt sagen? Dass es gut ist, Cannabis zu konsumieren? Der Drehbuchautor hatte glaub ich eimerweise zu viel davon!

    Vielleicht reicht auch meine Fantasie für eine so abstruse Story nicht aus!

  • Christian Bartels

    Leute leute.... Lasst euch nicht reinreden von selbsternannten Filmexperten. Der Film ist lustig, gar nicht dumm, die Story hat interessante Wendungen, genug brutalität und ordentliche Schauspieler. Das Ende amüsiert mich auch noch Tage später und vieles ist positiv in Erinnerung geblieben. Anschauen und selber eine Meinung bilden anstatt auf das Gesülze zu hören. Einer der wenigen aus dem Rahmen fallenden, und genau des deswegen, wirklich guten (Horror)filme.

    Zudem sind Masken und Besetzung der Zombies und Horrorfiguren sehr interessant. Ich empfehle dazu mal IMDB, ihr werden euch wundern wo die ganzen Nebenrollen schon gearbeitet haben (Stuntmen usw.) Sehr spannend.

  • Henry U.

    einfach ein klasse film und nur zu empfehlen

  • Scyth

    Der Film ist eine schöne Persiflage auf die gängigen Horrorfilme unserer Zeit, der fast einen Bogen spannen will - zumindest im letzten Drittel. Auf Story sollte man dabei weniger achten, denn diese zeigt große Lücken und lässt einfach zu viel Widersprüchliches zurück. Trotzdem: Als Horrorkomödie (eigentlich sogar -satire) großartig, ganz anders als Tucker and Dale vs. Evil. Aber bitte: Keinen Horrorfilm erwarten!

  • Chief Thunder

    Zugegeben, die beiden Handlungsebenen sind originell, aber das war´s auch schon. Mit Ausnahme der beiden Leiter der Kommandozentrale sind die Darsteller unglaubwürdig und austauschbar...
    Und die Auflösung ist ein schlechter Witz! Nachdem für Sigouney Weaver nach Avatar nichts mehr lief, hatte sie sich wohl genötigt gefühlt, für diesen Schrott noch einmal ihr alterndes Gesicht in die Kamera zu halten, für die schwachsinnige Auflösung eines Plots.....

  • Tim S.

    wieso sollte jemand eine kritik lesen, wenn er den film schon gesehen hat?

  • Tim S.

    das ist ja auch keine kritik

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