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Don't Be Afraid Of The Dark
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Don't Be Afraid Of The Dark
Von Özkan Cira
Ein düsteres Herrenhaus, das geheimnisvolle Kreaturen beherbergt, und Guillermo del Toro („Hellboy", „Pans Labyrinth") als Produzent und Drehbuchautor – was kann bei diesen Zutaten noch schiefgehen? Die Erwartungen an „Don't Be Afraid Of The Dark" waren im Vorfeld immens hoch und auch der Trailer zum Film versprach endlich mal wieder atmosphärischen „Haunted House"-Grusel fernab routinierter Effekthascherei. Über weite Strecken liefert Regisseur Troy Nixey den auch ab. Doch auf atmosphärische Bilder und wohlige Suspense folgt die Ernüchterung. Setzt Nixey zu Beginn voll auf psychologischen Horror im Stile Alejandro Amenábars („The Others"), lässt „Don't Be Afraid Of The Dark" gegen Ende eher an Joe Dantes „Gremlins" erinnern – die komplette Enthüllung der gnomartigen Finsterlinge nimmt dem Film einfach jede Spannung. Dank toller Darstellerleistungen und einer tadellosen Inszenierung liefert der Regie-Neuling dennoch einen soliden Genre-Beitrag ab, der auf gutem Niveau unterhalten kann.

Die kleine Sally Hurst (Bailee Madison) zieht mit ihrem Vater (Guy Pearce) und dessen Freundin Kim (Katie Holmes) in das Blackwood-Anwesen, ein riesiges Herrenhaus inmitten der Wälder von Rhode Island. Während Alex vor allem damit beschäftigt ist, das Haus auf Vordermann zu bringen, um es später für einen guten Preis wieder zu verscherbeln, versucht Kim vergeblich einen emotionalen Zugang zu Sally zu finden. Doch das Mädchen zeigt kein Interesse an der neuen Mutterfigur und macht sich lieber daran, das Gelände im Alleingang zu erkunden. Schon bald hört Sally flüsternde Stimmen, die sie in den Keller rufen. Neugierig folgt das Mädchen der Aufforderung. Als sie im düsteren Gewölbe auf furchteinflößende Wesen stößt, wendet sie sich verzweifelt an ihren Vater und Kim, doch die beiden halten ihre Geschichte für ein Hirngespinst. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellt...

Die Inszenierung seines Grusel-Settings gelingt Regisseur Troy Nixey hervorragend. Das alte Anwesen vermittelt einfach eine herrlich schaurige Atmosphäre, eine latente Bedrohung liegt in der Luft. Ganz deutlich ist hier die Handschrift von Guillermo del Toro zu erkennen, denn Sallys Entdeckungsreisen im verwilderten Garten des Spukhauses erinnern an Ofelias märchenhafte Streifzüge in „Pans Labyrinth". Die visionäre Kraft Del Toros erreicht Nixey in diesen Momenten zwar nicht, das Vorbild ist aber ganz klar erkennbar. Die tollen Bilder verfehlen dann auch nicht ihre Wirkung: Das Herrenhaus scheint bald ein regelrechtes Eigenleben zu führen, der Grundbaustein für subtilen Grusel ist gelegt. Zu Beginn geht Nixey dann auch mit der nötigen Ruhe vor und baut die Spannung Schritt für Schritt auf.

Die geheimnisvollen Kreaturen lauern ausschließlich in den Schatten und bleiben dadurch dem Blick des Zuschauers verborgen. Nur hin und wieder blitzen ihre glimmenden Augen bedrohlich aus der Finsternis. Diese Subtilität sorgt für reichlich Gänsehaut - besonders auch dann, wenn Sally seelenallein im Keller umherstreift oder sich in ihrem Zimmer aufhält. Hier schafft vor allem die spärliche Beleuchtung eine tolle Gruselstimmung. Leider löst Nixey die sorgsam aufgebaute Spannung viel zu rasch auf. Sobald die CGI-Kreaturen nämlich in Gänze zu sehen sind, verlieren sie ihre Bedrohlichkeit - der intensivste Horror entsteht eben doch im Kopf des Zuschauers. Das Treiben im letzten Dritten erinnert dann eher an die überzeichnete Horror-Groteske „Gremlins" als an eine klassische Gespenstermär.

Am Cast von „Don't Be Afraid Of The Dark" gibt es nichts auszusetzten: Anders als in der gleichnamigen TV-Vorlage von 1973 steht in Troy Nixeys Genrebeitrag ein kleines Mädchen im Mittelpunkt der Handlung. Und mit der Besetzung der Sally durch die beim Dreh elfjährige Bailee Madison („Lonely Hearts Killers") gehen die Verantwortlichen dann auch kein Risiko ein, immerhin spielte die kecke Jungdarstellerin schon erfolgreich an der Seite von Salma Hayek („Mitternachtszirkus") und John Travolta („From Paris With Love"). Das Publikum kann sie jedenfalls in Windeseile für sich gewinnen. Madison ist ohne Zweifel der unangefochtene Star des Films, auch wenn ihr mit Katie Holmes („The Romantics") und Guy Pearce („L.A. Confidential") zwei echte Routiniers zur Seite stehen, die ihre Sache zudem noch richtig gut machen.

Fazit: „Don't Be Afraid Of The Dark" ist nicht der erwartete Grusel-Hit, kann aber über weite Strecken mit einer schaurigen Atmosphäre, tollen Darstellern und einer gehörigen Portion Suspense überzeugen.
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