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    xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage
    Von Christoph Petersen
    Eagle Eye“-Regisseur D.J. Caruso macht direkt mit der ersten Szene seiner späten Fortsetzung zu „xXx – Triple X“ (von 2002) und „xXx 2 – The Next Level“ (von 2005) klar, wo der Hase nach der Rückkehr von Vin Diesel (im zweiten Teil hatte Ice Cube übernommen) diesmal langläuft: Eugene Gibbons (Samuel L. Jackson) ist noch immer auf der Suche nach Extremsportlern für sein xXx-Agentenprogramm – und trifft sich in einem asiatischen Restaurant mit Neymar (!), um den Superstar vom FC Barcelona für sein Team anzuheuern. Der brasilianische Nationalspieler wiederum war eigentlich davon ausgegangen, für die Avengers (!!) vorzusprechen und lehnt dankend mit der Begründung ab, er sei eben nicht zum Helden geboren, nur um kurz darauf einem mit einer Schrotflinte bewaffneten Räuber einen metallenen Serviettenhalter per Dropkick an die Schläfe zu ballern. Aber Neymars Heldenleben ist nur von kurzer Dauer, denn schon wenige Sekunden später stürzt ein Satellit aus dem All auf das Restaurant (!!!) und löscht ihn mitsamt xXx-Mentor Gibbons aus. Und das Beste daran: Der Rest von „xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage“ hält, was dieser grandiose Gaga-Auftakt verspricht!

    Nach dem überraschenden Tod von Eugene Gibbons, dem Strippenzieher des xXx-Programms, steht seine Nachfolgerin Jane Marke (Toni Collette) vor der schwierigen Aufgabe, die mächtige „Büchse der Pandora“ (ein kleiner schwarzer Kasten, mit dem man per Knopfdruck Satelliten aus dem All auf die Erde stürzen lassen kann) aus den Fängen des listigen Xiang (Donnie Yen) und seiner Partnerin Serena Unger (Deepika Padukone) zurückzuholen. Dazu re-rekrutiert sie den schon vor Jahren aus dem xXx-Programm ausgestiegenen Xander Cage (Vin Diesel). Aber bevor sich dieser mit seinen Teammitgliedern - darunter der Crashspezialist Tennyson Torch (Rory McCann) und die Scharfschützin Adele Wolff (Ruby Rose) - auf die Suche nach dem McGuffin begibt, macht der Extremsport-Agent zunächst noch einen kurzen Abstecher von Südamerika nach London, um dort seinen Pelzmantel zu holen und eine Nacht mit sechs extrem attraktiven Unterwäschemodels zu verbringen…



    Ihr glaubt, der Neymar-Auftakt lässt sich nicht mehr toppen? Falsch gedacht! Denn schon in der nächsten Szene stürzt sich Xander Cage auf Skiern von einem Funkturm in den brasilianischen Dschungel, rast dort die steinigen Abhänge herunter und riskiert anschließend bei einem waghalsigen Downhill-Skateboard-Rennen erneut sein Leben. Und warum das alles? Nur um den Bewohner einer Favela rechtzeitig zum Anstoß eines Nationalmannschaftsspiels* einen illegalen Satellitenanschluss zu besorgen! (Dem TV-Anbieter ein paar Dollar zu zahlen, widerspräche eben Cages rebellischer Ader.) Unser absolutes Highlight bleibt aber die Einführung von Adele Wolff – die Scharfschützin nimmt in der afrikanischen Steppe nämlich nicht etwa Löwen, sondern ihrerseits feige Jagd auf die majestätischen Tiere machende Safari-Schnösel-Rentner aufs Korn. Das Paradoxe daran: Obwohl „xXx 3“ in jeder Sekunde völlig verrückt und vollkommen abgehoben wirkt, lässt sich jede einzelne Entscheidung in Bezug auf die Besetzung, die Action und den Tonfall zugleich ganz rational unter Marketinggesichtspunkten erklären.

    Im Vorspann von „xXx 3“ finden sich neben Paramount nämlich auch einige chinesische Studios – und während der Trend in den USA seit der „Dark Knight“-Trilogie, den „Bourne“-Filmen und Daniel Craigs 007-Auftritten zu vergleichsweise „geerdeter“ Action geht, steht der überwiegende Teil des Publikums in Russland, im Nahen Osten und im Rest Asiens eben noch immer auf die klassischen over-the-top-Eskapaden, wie sie den amerikanischen Actionfilm vor allem in den 1980er Jahren dominiert haben. Genau für diese Art des Kinos steht international aktuell kein zweiter wie Vin Diesel, dessen ähnlich überdrehter Megahit „Fast & Furious 7“ in China sogar gleich mehrere Box-Office-Rekorde aufstellen konnte – und so gibt es in „xXx 3“ nun Backflip Kicks mit Motocross-Maschinen, hilfreiche (?) Tipps wie „Steh einfach nicht da, wo die Kugeln sind“ und knallige Oneliner wie „Stein, Schere, Papier, Granatwerfer“. Das alles wird jedoch mit einem solch einladenden Augenzwinkern präsentiert, dass man auch als westliches Publikum eine MENGE Spaß damit haben kann.

    Apropos „Fast & Furious“: Vin Diesel schauspielert fremd! Denn da zum Erfolgsrezept der Auto-Action-Reihe eben nicht nur die abgehobenen Stunts gehören, sondern auch die divers besetzte und stetig wachsende Familie um Dom Toretto, bekommt nun auch Xander Cage eine eigene „Familie“ spendiert: Das Ende von „xXx 3“ deutet ganz klar darauf hin, dass es in den kommenden Filmen wohl um ein xXx-Team gehen wird und nicht länger um einen Einzelgänger. Dabei richtet sich auch die Zusammensetzung der Truppe in erster Linie nach Vermarktungskriterien – und trotzdem überzeugt die international zusammengewürfelte Besetzung zu großen Teilen: Die Kombination aus Donnie Yen (China, „Rogue One“) und Tony Jaa (Thailand, „Ong Bak“) lässt das Herz jedes Martial-Arts-Fans Purzelbäume schlagen und Deepika Padukone (Indien, „Happy New Year“) schlägt sich überraschend gut als schlagfertige Action-Amazone. Nur für den rappenden Singer-Songwriter Kris Wu (die chinesische Antwort auf Justin Bieber) haben die Autoren keine überzeugende Aufgabe gefunden – zwar gibt es eine Szene, in dem die DJ-Fähigkeiten seiner Figur tatsächlich eine Rolle spielen, aber das wirkt dann doch eher bemüht.

    Fazit: Wow, ist das gaga! Wow, macht das Laune!

    *PS: Wir glauben erkannt zu haben, dass es sich bei dem Fußballspiel um das Halbfinale Brasilien gegen Deutschland bei der WM 2014 handelt – in dem Fall wäre die Freude natürlich nur von kurzer Dauer. Vielleicht könnt ihr im Kino ja noch mal genau hinschauen und uns dann eine Mail** schreiben, ob wir richtigliegen oder nicht.

    **PPS: Wir haben sechs Monate nach dem Kinostart endlich eine Antwort erhalten. Vielen Dank an Patrick, hier seine Mail:

    Guten Tag, liebe Filmstarts-Redaktion. Ich habe mir eben eure Kritik zu Triple x 3 durchgelesen sowie den Film gesehen. Zu eurer Abschlusfrage kann ich sagen das es sich bei dem Fussballspiel um das Finale von Olympia 2016 handelt, das Deutschland leider im Elfmeterschießen verloren hat. In einem Bild sieht man deutlich Max Meyer mit der Rückennummer 7, welcher 2014 nicht zum WM-Kader gehörte. Auch die Trikots sind erst nach der WM 2014 rausgekommen. Also darf die Freude bei den Brasilianern im Film doch anhalten. Hoffe ich konnte euch erleuchten.
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