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Kinostart
30. Dezember 2010 (2 Std. 38 Min.)
- Regie
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Mit
Brigitte Lefèvre, Emilie Cozette, Aurélie Dupont mehr
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Genre
Dokumentation , Musik
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Nationalität
Frankreich , USA

- Kinoprogramm
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- Wissenswertes
In seinem 38. Film wendet sich Frederick Wiseman einer der großartigsten Ballettkompanien der Welt zu: dem Ballett der Pariser Oper. Die Kamera streift durch das riesige Palais Garnier, einem opulenten Bau aus dem 19. Jahrhundert - durch die Korridore mit ihren Kristallleuchtern, durch die labyrinthischen unterirdischen Gewölbe, durch die lichterfüllten Proberäume bis in den luxuriösen Theatersaal mit seinen 2.200 scharlachroten Samtsesseln und einem Deckengemälde von Marc Chagall.
Vor allem aber beobachtet "La Danse" unfassbar schöne junge Frauen und Männer dabei (etwa Nicolas Le Riche, Marie-Agnes Gillot und Agnes Letestu), wie sie sieben Ballette proben und aufführen, darunter "Genus" von Wayne McGregor, "Der Nussknacker" von Rudolf Nurejew sowie "Orpheus und Eurydike" von Pina Bausch....
Originaltitel | La Danse, le ballet de l'Opéra de Paris | Details zum Film | - | |
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Verleiher | Kool | Besucher | - | |
Produktionsjahr | 2009 | Budget | - |
Von Jonas Reinartz
In Heinrich von Kleists kunsttheoretischem Essay „Über das Marionettentheater" aus dem Jahr 1810 trifft der namenlose Erzähler auf den Ballett-Tänzer Herrn C. Dieser vertritt die Ansicht, nach dem Sündenfall habe die Menschheit ihre natürliche Anmut verloren, zumal er jenen defizitären Zustand mit der Leichtfüßigkeit der Marionettenpuppe kontrastiert, welche darin begründet liege, „dass in dem Maße, als, in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer strahlender und herrschender hervortritt". Als bestätigendes Beispiel führt der Erzähler das Erlebnis eines jungen Mannes an, dessen Entdeckung, die eigene Körperbeherrschung beim Abtrocknen einer seiner Füße ähnele der antiken Statue des Dornausziehers, zur Unmöglichkeit führten, die vormals grazilen Bewegungen erneut zu vollziehen. Auf implizite und zugleich nachhaltige Weise benennt der Text die Faszination des Balletts für viele Rezipienten – das Changieren zwischen aufoktroyierter Choreographie und innerem Ausdruck. Überdies hat die Ballerina als Gestalt im Fokus ohnehin, aus eher banaleren Gründen, einen mythischen Status inne, oszillierend zwischen von Konkurrenzkampf getriebener, unnahbar-asketischer Diva und männlicher Wunschphantasie. Attraktiv für die Schwesterkünste des Balletts ist sie folglich ebenfalls, man denke etwa an Gemälde von Edgar Degas und August Macke oder Filme wie Michael Powells „Die roten Schuhe" (1948), Robert Altmans „The Company" (2003) oder Darren Aronofskys „Black Swan" (2010). Der US-amerikanische Dokumentarfilmer Frederick Wiseman, in seinem Metier aufgrund etlicher kompromissloser Werke (etwa „Near death", einem nahezu sechsstündigen Porträt einer Intensivstation) mit enormer Reputation ausgestattet, scheint wie prädestiniert für einen Blick in den schillernden Mikrokosmos des Ensembles Ballet de l'Opéra de Paris. Und mit „La Danse – Das Ballett der Pariser Oper" enttäuscht er die in ihn gesetzten Erwartungen auch dieses Mal nicht.
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Rolle: Directrice de la danse à l'Opéra de paris
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