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Death Race 2
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Death Race 2
Von Jan-Thilo Caesar
Mit seinem Remake zu „Death Race 2000" schuf Regisseur Paul W.S. Anderson einen spektakulär-primitiven B-Movie-Brainer, wenige Monate nach der glatten, quietsch-bunten Achterbahnfahrt „Speed Racer" von den „Matrix"-Erfindern Andy und Lana Wachowski. Die Fortsetzung kommt nun als Direct-to-DVD-Produktion mit Luke Goss als neuem Hauptdarsteller. Auf Jason Statham („Crank") muss „Death Race 2" leider verzichten. Anstatt umzubesetzen oder eine ganz neue Figur einzuführen, verlagert Regisseur Roel Reiné die Handlung einfach vor die Geschehnisse aus „Death Race" und erzählt die Geschichte von Frankenstein, in dessen Fußstapfen Statham zu Beginn des Anderson-Films treten muss.

Nach einem verpatzen Bankraub landet Carl Lucas (Luke Goss) im Gefängnis von Terminal Island. Dort wird das Reality-TV-Format Death Match produziert, in dem sich die Insassen blutige Duelle liefern, die erst mit dem Tod oder der Aufgabe eines Kontrahenten enden. Auch Lucas muss an den brutalen Käfig-Kämpfen teilnehmen, deren Quoten derweil in den Keller gehen. Ein unverbrauchtes Konzept muss her und September (Lauren Cohan), die rücksichtslose Moderatorin und Regisseurin der TV-Show, hat bereits eine Idee: Autorennen mit tödlichen Extras. Mit der Unterstützung von Beifahrerin und Love Interest Katrina Banks (Tanit Phoenix) sowie seiner Boxencrew (u.a. Danny Trejo) wird Lucas in das dreitägige Todesrennen geschickt...

Luke Goss beweist schnell, dass er genauso regungslos und fast so cool wie Jason Statham in die Kamera schauen kann, während im Hintergrund Dinge in Zeitlupe explodieren. Das Charisma und die Leinwand-Präsenz des Action-Veteranen erreicht er allerdings zu keinem Zeitpunkt, Goss ist im direkten Vergleich nur zweite Wahl. Hochkarätige B-Nebendarsteller wie Danny Trejo oder Sean Bean gleichen diesen Malus jedoch mit ihrer starken Präsenz aus. Einzig Tanit Phoenix verkommt zum bloßen Eyecandy. Mit Robin Shou und Frederick Koehler sind außerdem zwei Darsteller aus dem Anderson-Film vertreten. Und Kontrahenten wie Sean Higgs als Hillbilly Con versprühen trashigen Charme.

Die Action bleibt dabei auf durchschnittlichem Niveau. Die Choreographie der Gladiatoren-Kämpfe und der hektische Schnitt dürften niemanden mehr vom Hocker reißen. Für eine Videotheken- und Kaufhaus-Fortsetzung ist das Getümmel aber solide und optisch ansprechend inszeniert. Automobil-Puristen könnten sich derweil an den oft unpassenden Motorengeräuschen stören. Die eigentliche Stärke des Films ist das titelgebende Death Race, das gegenüber dem verhältnismäßig unspektakuläreren Death Match viel zu kurz kommt.

Erst auf halber Spieldauer treten die Fahrer an die Startlinie – und dann kann „Death Race 2" seinem Titel doch noch gerecht werden. Fortan fährt der Film zu Hochtouren auf. Dabei geht es zwar unblutig zu, nicht weniger aber mit Getöse und martialisch gestalteten Fahrzeugen. Das Prequel ist zwar völlig überraschungsarm, schafft aber einen stimmigen Anschluss an Andersons Film. Für Sozialkritik und Medienschelte lässt sich Regisseur Roel Reiné kaum Zeit - „Death Race 2" ist Entertainment pur, leider budgetbedingt ohne das unvergleichliche Rauhbein-Charisma eines Jason Statham. Mit dem kultigen Original hat auch das Prequel so wenig zu tun wie das 2008er Remake, als simpler Reißer für einen amüsanten Filmabend taugt „Death Race 2" aber allemal.
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