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    Central Intelligence
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Central Intelligence
    Von Christian Horn
    Nach „Voll auf die Nüsse“ und „Wir sind die Millers“ präsentiert sich Regisseur Rawson Marshall Thurber mit seiner humorvollen Agentenstory „Central Intelligence“ erneut als Komödienspezialist und hat dabei neben vielen Gags sowie ein bisschen Action zwei echte Asse im Ärmel: Bevor sie gemeinsam im kommenden Remake von „Jumanji“ auftreten, zeigen der Stand-up-Comedian Kevin Hart („Der Knastcoach“) und der charismatische Muskelmann Dwayne Johnson („Fast & Furious 7“, „San Andreas“) in diesem herzhaften und durchaus auch gefühlvollen Buddy Movie, dass sie hervorragend harmonieren und sich gerade in ihrer Gegensätzlichkeit sehr gut ergänzen. Vor allem der selbstironisch aufspielende Johnson setzt sich sympathisch in Szene – die ohnehin arg generische Handlung ist da absolute Nebensache.

    An der Highschool war der übergewichtige Robbie Weirdicht (Sione Kelepi) ein Außenseiter, der extrem fiese Streiche erdulden musste. Einzig der allseits beliebte Sportstar Calvin „Golden Jet“ Joyner (Kevin Hart) lachte Robbie damals nicht aus. 20 Jahre später ist aus Robbie, der pummeligen Lachnummer der Schule, ein abtrünniger CIA-Agent geworden, der seinen Körper durch tägliches Training gestählt hat und sich inzwischen Bob Stone (Dwayne Johnson) nennt. Er will gestohlene Satelliten-Codes wiederbeschaffen und seiner Chefin, Agent Harris (Amy Ryan) beweisen, dass er kein Verräter ist. In dieser Situation schlittert er kurz vorm Jubiläumsklassentreffen wieder in das Leben von Calvin, der inzwischen ein gar nicht mehr so glamouröses Dasein als Buchhalter in einem tristen Büro fristet. Nach einer Kneipentour mit Bob findet sich der frustrierte Ex-Sportler plötzlich in einem Spionage-Komplott wieder.


    Die Drehbuchautoren Ike Barinholtz und David Stassen, die derzeit auch das Skript zum Reboot „Police Academy: Next Generation“ verfassen, wildern für ihren Agentenplot ungeniert in den Revieren von James Bond, Ethan Hunt und Jason Bourne und bereiten damit die Bühne für das komische Duo Kevin Hart und Dwayne Johnson. Wie zuletzt bei „Der Spion und sein Bruder“ sind viele der komischen Verwicklungen dabei auf das Aufeinandertreffen zwischen Profis und Amateuren zurückzuführen, doch hier geht es weniger deftig zu als bei Sacha Baron Cohen und seinen Mitstreitern. Dort wurde die Situationskomik bis über die Grenzen des Absurden und des guten Geschmacks hinaus getrieben, in „Central Intelligence“ steht dagegen die Dynamik zwischen den ungleichen Partnern Hart und Johnson im Zentrum.

    Der schmale Buchhalter und der muskulöse Agent geben schon allein optisch ein kurioses Team ab. Dazu verleiht Dampfplauderer Kevin Hart dem einstigen Sportstar Calvin so etwas wie kleinlaute Großspurigkeit, während der imposante 1,96-Meter-Mann Dwayne Johnson den knallharten Spion Bob mit kindlich-naiver Begeisterungsfähigkeit ausstattet. Wenn es sein muss, beendet der Spion mit der Vorliebe für Waffen und Einhörner eine Kneipenschlägerei mit einigen geschickten Handgriffen, doch in seinem Inneren ist er immer noch der sensible Außenseiter, für den der „Golden Jet“ Calvin nach wie vor das Maß aller Dinge ist. Dabei bekommt das fröhliche Treiben durch die Darsteller eine durchaus überzeugende emotionale Komponente: Durch das gemeinsame Abenteuer und die bedingungslose Bewunderung durch Bob lernt der strauchelnde Calvin, wieder der Held seiner eigenen Geschichte zu werden, während Bob es im Gegenzug schafft, die ihm immer noch auf der Seele brennenden Verletzungen aus der Schulzeit abzustreifen.

    Den Weg bis zum Finale säumt Rawson Marshall Thurber mit jeder Menge kleiner und großer Gags, die oft auf die körperliche Ungleichheit zwischen dem sanften Riesen und dem kleinen Plappermaul abzielen - etwa wenn Johnson seinen Partner wie ein Baby in seinen Armen wiegt. Dazwischen gibt es ordentliche Verfolgungsjagden und Schießereien und auch mal einen tollkühnen Sprung aus einem Hochhaus, der als Reminiszenz an die Schulzeit der Protagonisten mit dem rockigen „Song 2“ von Blur untermalt wird. Für weitere Farbtupfer sorgen die Gastauftritte von Jason Bateman („Kill the Boss“), Thomas Kretschmann („King Kong“) oder Melissa McCarthy („Spy – Susan Cooper Undercover“), während die regulären Nebenfiguren - allen voran Calvins von Danielle Nicolet gespielte Ehefrau Maggie - ziemlich blass bleiben.

    Fazit: Solide, kurzweilige Buddy-Actionkomödie mit dem ungleichen Duo Dwayne Johnson und Kevin Hart in Spiellaune.
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