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    Die kleinen Bankräuber
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Die kleinen Bankräuber
    Von Christian Horn
    Die österreichisch-lettische Co-Produktion „Die kleinen Bankräuber" von Regisseur Armands Zvirbulis eröffnete das 21. Internationale Kinderfilmfestival 2009 in Wien. Grund genug, einen irgendwie besonderen oder zumindest unterhaltsamen Kinderfilm zu erwarten. Doch schon nach der ersten Viertelstunde ist klar, dass „Die kleinen Bankräuber" ein recht fader und unspektakulärer Film ist, der sich eher für das Fernsehprogramm denn für einen Kinoabend eignet. Die Darsteller agieren allesamt ziemlich lustlos und die Geschichte sowie deren Inszenierung sind entschieden zu einfach gestrickt, um wirklich mitreißend zu sein. So dürften sich wohl nur wenige Kinder gut unterhalten fühlen.

    Die Eltern des fünfjährigen Robby (Gustavs Vilsons) und seiner zwei Jahre älteren Schwester Louise (Zane Leimane) sind pleite. Weil Mama (Aija Dzerve) und Papa (Imants Strads) den laufenden Kredit bei der Bank nun nicht mehr abbezahlen können, kommt das Haus der Familie unter den Hammer – von Kulanz oder Entgegenkommen hält der fiese Bankdirektor (Karl Markovics) nämlich nicht das Geringste. Vorübergehend kommt die Familie auf dem Bauernhof der liebevollen Großeltern unter, doch der kleine Robby will sich mit dem Verhalten der Banker nicht abfinden und überredet seine Schwester, die Bank zu überfallen...

    Waren es in der deutschen Komödie „Jetzt oder nie" noch Rentnerinnen, die eine Bank ausrauben wollten, sind es hier also kleine Kinder, denen man ein solches Vorhaben eigentlich nicht zutrauen würde. Und wirklich plausibel macht Armands Zvirbulis das wenig altersgemäße Unterfangen der Kleinen auch nicht: Eine kurze Szene, in der Opa die Enkel im Schlösserknacken unterweist, muss reichen. Der kurz darauf folgende Überfall gelingt den Kindern, indem sie sich in kleinen Mülleimern verstecken und wie R2-D2 durch den Aufenthaltsbereich der Bank bis zum Tresorraum vorarbeiten. Das ist in der Tat lustig anzusehen und eine der wenigen schönen Szenen des Films, wenngleich die ganze Aktion natürlich reichlich hanebüchen ist. Durch eine Klappe in den Mülleimern können Robby und Louise nach draußen blicken, wobei die Kamera gleich mehrfach die Perspektive der kleinen Bankräuber durch den Schlitz einnimmt. Auch das ist gelungen, reflektiert es doch den Umstand, dass „Die kleinen Bankräuber" vornehmlich aus der Perspektive der Kinder erzählt.

    Ansonsten bereitet der Familienfilm von Armands Zvirbulis aber wenig Freude. Eine Verfolgungsjagd durch die Stadt, die eigentlich einen Höhepunkt des Films markieren sollte, ist weder fesselnd noch humorvoll. Robby und seine Schwester hängen die beiden vertrottelten Wachmänner Klutz (Arturs Skrastins) und Goochi (Juris Zagars) immer wieder aufs Neue und stets ohne große Mühe ab, bis es auf dem Bauernhof der Großeltern zum Finale kommt, bei dem auch der rüstige Opa vollen Einsatz zeigt. Handwerklich ist das allenfalls solide umgesetzt und auf harmlosen Slapstick aufgebaut – hinzu kommen der ständige, zunehmend redundante Musikeinsatz und der Umstand, dass die Kinderdarsteller nicht wirklich überzeugen können: Vor allem Gustavs Vilsons, der in „Die kleinen Bankräuber" seine erste Kinorolle bestreitet, setzt über die gesamte Laufzeit ein erschreckend ausdrucksloses Gesicht auf. So bleiben am Ende nur ein paar idyllische Bilder vom Landleben und die beiden simplen Botschaften, dass die Gerechtigkeit am Ende siegt und die Familie das Wichtigste ist.
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