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Riddick
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Riddick
Von

Zum Ausklang eines Sommers voller Budget-Superlative (170 Millionen Dollar für „R.I.P.D. 3D“ oder 250 Millionen Dollar für „Lone Ranger“) kommt mit „Riddick“ ein Film in die Kinos, dessen Macher sich notgedrungen in extremer finanzieller Demut üben mussten. Neun Jahre nach dem Kinokassen-Scheitern des mehr als 100 Millionen Dollar teuren „Pitch Black“-Spin-offs „Die Chroniken von Riddick“ hat in der Traumfabrik kein Hahn mehr nach dem muskelbepackten Weltraum-Sträfling gekräht. Aber Riddick-Schöpfer David Twohy („Below“, Drehbuch zu „Auf der Flucht“) und sein Star Vin Diesel („Fast and Furious 6“) wollten den dritten Teil unbedingt machen und haben sich deshalb mit einem für ein Blockbuster-Sequel lächerlichen 38-Millionen-Dollar-Budget zufriedengegeben, wobei der Hauptdarsteller trotzdem noch für einen Teil der Summe persönlich einstehen musste und sogar sein eigenes Haus beliehen hat. Und was sollen wir sagen: Wer wagt, gewinnt! Ohne sich an die Hochglanz-Weichspül-Regeln für Blockbuster halten zu müssen, präsentiert Regisseur Twohy einen dreckig-fiesen Sci-Fi-Bastard und damit genau das, was der Badass-Figur Riddick am besten gerecht wird!

Es gibt schlechte Tage und es gibt legendär schlechte Tage. Dies scheint einer dieser Tage zu werden!“ - Riddick

Nach Jahren komfortablen Lebens als gekrönter Lord Marshal der Necromonger ist der immer noch gesuchte Weltraumflüchtling Riddick (Vin Diesel) nicht mehr so wachsam wie früher. Deshalb fällt er auch auf den verräterischen Plot seines Kommandeurs Vaako (Karl Urban) herein, der ihn auf einem einsamen, sonnenverbrannten Planeten zurücklässt. Hier muss sich der Ausgesetzte schon bald gegen aggressive Alien-Kreaturen zur Wehr setzen. Aber selbst nachdem die größten Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, kommt Riddick nicht zur Ruhe, denn am Horizont zieht ein todbringender Regen auf und ihm bleiben nur noch wenige Tage, um den Planeten zu verlassen. Also setzt er aus einer verlassenen Station einen Notruf ab, der sofort eine Gruppe von intergalaktischen Kopfgeldjägern anlockt. Auf den flüchtigen Sträfling Riddick ist nämlich eine hohe Belohnung ausgesetzt – und wer ihn tot statt lebendig abliefert, dem winkt sogar die doppelte Summe…


Ich habe das schlimmste Verbrechen von allen begangen: Ich wurde zivilisiert. Jetzt ist es Zeit, die animalische Seite wiederzuentdecken!“ - Riddick

Was macht Riddick, wenn er durch eine Wassergrube will, in der eine gefährlich-giftige Kreatur (eine Kreuzung aus Skorpion, Krokodil und dem Monster aus „Alien“) haust? Er schnappt sich eines von ihren Babys, zapft diesem sein Gift ab, führt damit zunächst Tierversuche durch, bevor er sich das Zeug anschließend solange selber injiziert, bis er immun geworden ist – dann kehrt er zurück zur Grube, lässt sich bewusst erwischen und schlägt dem in seinen Oberschenkel verbissenen Untier mit einem zur Machete umfunktionierten Riesenknochen den Schädel ab: Einen solchen Badass-Faktor hätten wir dem heutigen Hollywood gar nicht mehr zugetraut! Die gesamte erste halbe Stunde ist ähnlich rotzfrech-mitreißend – direkt von der ersten Szene an, in der Riddicks blutige, vermeintlich tot aus dem Boden ragende Hand einen neugierig pickenden Blutsaurier erwürgt. „Riddick“ ist Steinzeit-Science-Fiction mit einem Vin Diesel in der Form seines Lebens: „Predator“ trifft „Die Croods“ - was will der Genrefan mehr?   

Mit der Ankunft von Santana (Jordi Mollà) und seiner Kopfgeldjäger-Truppe sowie der kurz darauf eintreffenden, viel besser ausgerüsteten Einheit des undurchsichtigen Johns (Matt Nable) geht der Pegel des Badass-O-Meters dann aber erst einmal fühlbar nach unten, was vor allem daran liegt, dass Regisseur Twohy (der auch das Drehbuch selbst geschrieben hat) offenbar keine anderen Götter neben seinem Riddick duldet: Denn obwohl sich mit dem Wrestler Dave Bautista („The Man with the Iron Fist“) und der Fanboy-Ikone Katee Sackhoff gleich zwei potenzielle Badass-Kandidaten in den Reihen der Widersacher finden, darf der stiernackige Ex-WWE-Fighter lediglich in einer viel zu kurzen Zehn-Sekunden-Prügelei mit Riddick glänzen, während die „Battlestar Galactica“-Amazone durch pubertäres Kampflesben-Geblubber auf unangenehme Weise sexualisiert wird und zwischendurch lediglich halbgare Oneliner und verschiedenfarbige Spezialpatronen aus ihrem Scharfschützengewehr abfeuern darf. Aber keine Angst: Im Finale kommen die Viecher vom Anfang wieder – und sie haben Verstärkung mitgebracht!

So viel Freiheit sie den Machern auch gebracht hat, natürlich geht die drastische Budgetreduktion nicht völlig spurlos an solch einem Sci-Fi-Actioner vorbei. So sieht man dem Film immer wieder an, dass von vielen Kulissen nur kleine Teile im Studio gebaut wurden, während der Rest aus dem Computer stammt – und da ist es natürlich doppelt doof, dass die Green-Screen-Effekte nicht immer übergangsfrei gelungen sind. Gerade wenn Riddick & Co. auf ihren Hovercraft-Motorrädern über den felsigen Planeten düsen, dann sieht das auch nicht merklich besser aus als damals die ersten Ausflüge der Ewoks auf ihren Speeder Bikes in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ von 1983. Dafür hat Twohy sein knappes Geld am Ende allerdings genau dort investiert, wo es wirklich zählt: Die Designs und Animationen der Alien-Kreaturen von den skorpionartigen Monstern bis hin zu Riddicks treuem wolfsähnlichen Weggefährten sind absolut gelungen – und auch die wohl cool-trockenste Enthauptung (bzw. halbe Enthauptung, der Schnitt verläuft etwa in Höhe des Oberkiefers) aller Zeiten ist auch unter CGI-Gesichtspunkten nicht zu verachten!

Fazit: Trotz eines Durchhängers im zweiten Drittel und leichten Abzügen in der Spezialeffekt-B-Note lässt sich letzten Endes doch guten Gewissens behaupten: „Riddick“ rockt!

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Kommentare

  • ChiliPalmer
    Höst sich super an... Diesel ist einfach nur cool...
  • screener
    bisschen trashfaktor stand dem ersten teil schon sehr gut, glaub nicht das minderwertige effekte dem 3. teil einen abbruch tun, im 2. haben sie auch nichts verbessert, eher umgekehrt
  • Da HouseCat
    die leute, die solche filme mögen, kratzt so mancher trashfaktor sowas von nicht die bohne. find es aber sehr schade, dass die anderen nicht so gut präsentiert werden (gerade bautista). bei riddick fand ich die kopfgeldjäger schon immer sehr interessant (da muss ich an den zeichentrickfilm denken). und ein guter film lebt nunmal davon, dass nicht nur der hauptchar rockt.
  • Silver Aries
    In einem Sommer voller Sci-Fi-Blockbuster (will die nicht alle aufzählen, aber es waren verdammt viele!) ist dies der Film, auf den ich mich am meisten gefreut habe. Traurig, dass es so lange gedauert hat, bis ein 3. Teil der Reihe produziert wurde. Ich persönlich fand den 2. Teil gar nicht mal so schlecht, aber in Hollywood steht nun mal in erster Linie das knallharte Business im Vordergrund, und nicht Entertainment. Und finanziell war "The Chronicles of Riddick" zwar nicht unbedingt ein Flop, aber auch kein Überflieger: an den Kinokassen hat er weltweit gerade mal seine Produktionskosten eingespielt. Der gute DVD-Verkauf hat den Universal Studios zwar im Nachhinein doch noch einen schönen Gewinn verschafft, aber die Reihe war trotzdem erst einmal auf Eis gelegt. Umso erstaunlicher, dass das Team Twohy (Drehbuch / Regie) & Diesel (Produzent / Hauptdarsteller) es nun doch geschafft haben, einen weiteren Film nachzulegen: vor allem für Diesel stellt das Projekt ein hohes persönliches finanzielles Risiko dar. Und nun bin ich erleichtert, dass die Kritiken (einschließlich der Filmstarts-Kritik) insgesamt recht positiv ausgefallen sind. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Film ein Desaster wird, weil es zu hohe Erwartungen von allen Seiten gegeben hatte. Aber so wie es aussieht, gab es eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, d.h. einen rotzfrechen Low-Budget-Outlaw, der sich einen Dreck um Hollywood-Regeln und Konventionen schert. Zur Einstimmung empfehle ich übrigens den animierten Kurzfilm "Riddick - Blindsided" (gibt´s auf YouTube), der ebenfalls die Ereignisse nach "The Chronicles of Riddick" umreißt. Der animierte Riddick wurde hier auch gewohnt trocken-cool von Vin Diesel eingesprochen. Also: Feuer frei für Riddick 3.
  • SonnyC
    Macht neugierig. Ich persönlich fand das Setting von 2 i.ü. megagut zusammengeklaut. Ich glaube 3 wird was. Schattenseite des ganzen ist aber, dass Diesel irgendwo zwischen den Welten Riddick und FaF hängen zu bleiben droht. Schlimmer noch the Rock, dessen Rollen in Fast6 und G.I. Joe nahezu identisch und eindimensional wirkten, nur hat der aktuell wohl ne etwas bessere Ausgangslage. Denn Vin Diesel hin oder her, so erfolgsmäßig wirds bei dem leider immer dünner (FaF außen vor gelassen).
  • Medien Corner B.
    Die ganzen Trailer haben mich schon seeeeehr neugierig gemacht... Ich liebe den Charakter Riddick, gerade weil er so Badass ist... Werde auf jeden Fall ins Kino gehen....
  • Mike N.
    Ich liebe dieses übertriebene Machogehabe von Riddick! "Ich töte dich mit meiner Teetasse".^^
  • Rainer K.
    Riddick ist cool und ich hoffe das mit den Einnahmen des dritten Teils der vierte folgt wie bei Star Wars VII.Der zweite Teil war schon eine Kanone mit den richtigen Geldgebern kann man daraus SiFi Acton Blockbuster machen.
  • Martin H.
    Der Film ist auf jeden Fall ein muss, wahrscheinlich zieh ich ihn mir heute schon rein.
  • joekk
    Gestern gesehen, rockt definitiv!
  • Marcus B.
    sehenswerte Optik und Action...definitiv kein Low-Budget
  • Arno Z.
    Mit 38 Millionen Dollar definitiv Low Budget aber vermutlich haben Sie was draus gemacht ;) Man bemerke: "Transformers 3" hatte ein 200 Millionen Dollar Budget, "Elysium" 115 Millionen und selbst "Das ist das Ende" hatte ein Budget von 32 Millionen Dollar... also haben die aus einem Taschengeld ein Blockbuster gemacht ;)
  • klofee
    Bin leider in der Mitte eingeschlafen. Hab also keine Ahnung, ob das Ende 'rockt'...
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