„Die Frau, die singt" war, ebenso wie „In einer besseren Welt", für einen Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Und das völlig zu Recht, denn das wuchtige Drama des jungen kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve steht Susanne Biers aktuellem Meisterwerk in nichts nach. Nicht nur qualitativ, sondern auch thematisch stehen sich die beiden Filme nahe, geht es doch in beiden Fällen um die Entstehung, das Erdulden und die Integration von Gewalt. Während „In einer besseren Welt" jedoch Dänemark und somit die westliche Welt als festen perspektivischen Bezugspunkt anbietet, versetzt „Die Frau, die singt" den Zuschauer in den Libanon und die Zeit des Bürgerkriegs, dessen Grauen Villeneuve mit unerbittlicher Konsequenz am Beispiel einer ungeheuerlichen Biographie schildert. „Die Frau, die singt" schockiert, ohne unnötig explizit zu sein, und entfaltet über 133 Minuten eine Sog...
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