eigentlich wollte ich eine kritik zu "bal" schreiben den ich letztes jahr auf der berlinale sehen dürfte, da ich überrascht war, dass der film bei filmstarts.de überhaupt besprochen wurde - und auch noch erstaunlich wohlwollend. doch leider ist er nicht für userkritiken freigegeben - wie übrigens viele independentproduktionen. woran das wohl liegen mag? man weiß, man befindet sich in indieland, wenn wenig gesprochen wird, wenn ewig lange kamerafahrten und gesichtertotalen dem konsumenten geduld, einfühlungsvermögen und verständnis abverlangen. "uncle boonmee" ist ein solcher film, deswegen sollte man sich vorher darüber im klaren sein, worauf man sich einlässt. den der regiesseur, dessen namen ich hier mal geflissentlich überspringe, verlangt uns alles ab: geduld und ein beinahe zärtliches verständnis für das epische, leise drama von dem er erzählt. was mich dabei so sehr aus den socken haut ist, dass man einen solchen stil im kino wirklich noch nie zu sehen bekommen hat. denn weerasethakul setzt auf verschiedenen ebenen an, tod, sterben, vergänglichkeit und verwebt diese kunstvoll, poetisch und unauffällig miteiander. das schweigen und die stille machen diesen film so gut. den der inhalt findet in den zwischenräumen statt, in denen wir nicht zu sprechen imstande sind. weerasethakul weiß, der mensch ist sehr viel kleiner als der tod. vielleicht benötigt es den kulturellen hintergrund eines thaiwanesen um sich auf diese experimentelle art mit dem thema auseinanderzusetzen. vielleicht erscheint mir der film auch gerade deshalb so gut, weil seine fremdartigkeit auch mir selbst fremd und neu erscheint. wohl auch deshalb, weil weerasethaku etwas unglaubliches gelingt; erinnerung und ungewissheit, schmerz und verlust sichtbar zu machen. ein fesselnder, oft verstörender und furchteinflößender film von kraftvoller, leiser eleganz. ich kann jedem nur empfehlen, 114 minuten seines lebens in diesen film zu investieren.
Hinzugefügt am 18.07.2011 um 20:57 Uhr Verstoß melden- Home
- Kino
- TV
- DVD
- Stars
- Trailer
- Mobil
- Specials |
- Nachrichten |
- Community |
- Services

- Kinoprogramm
- Trailer & Clips
- Cast & Crew
- Kritiken
- FILMSTARTS-Kritik
- Pressespiegel
- User-Kritiken
- Bilder
- DVD
- Wissenswertes
-
67% - 2 Kritiken
-
33% - 1 Kritik
-
0% - 0 Kritiken
-
0% - 0 Kritiken
-
0% - 0 Kritiken
-
0% - 0 Kritiken
Wenn man die Geschichte zu "Uncle Boonme" zusammenfassen möchte, klingt das anschliessend alles recht wirr. Der Film stellt tatsächlich schwere Kost dar, schliesslich entzieht er sich den üblichen Mustern, wie man sie so aus Filmen kennt. Da gibt es Geister, Geisteraffen, sprechende Welse, die Prinzessinnen begatten, oder auch nur entlaufene Wasserbüffel. Letztlich überlässt der Regisseur mit dem ungewöhnlich langem Namen dem Zuschauer die Interpretation der Geschichte oder besser: der Bilder und Klänge. Denn die Geschichte wird in meditativer Weise erzählt: Durch lange Kameraeinstellungen und eine natürliche Geräuschkullisse erzeugt der Film bei den aufmerksamen Häschen im Publikum einen entspannten und doch wachen Zustand, in dem es sich sehr schön über (buddhistische) Religion, Glauben und Mystik im Angesicht der Moderne, die nicht den (geistigen Frei-)Raum für alte Kulturen zu bieten scheint, sinnieren lässt. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, weshalb ich dem Film 4 Sternchen vom Himmel hole, in dem ich mich in dieser unvergessenen Nacht verloren habe. Den einen Stern ziehe ich ab, weil der Film einen mit seinen Gedanken völlig alleine lässt und die Kultur mir zu fremd ist, als dass ich zugegebenermassen auch nur die Hälfte verstanden hätte.
Hinzugefügt am 03.06.2011 um 23:48 Uhr Verstoß melden0 follower | Seine 38 Kritiken ansehen |
Dieser Film handelt um Erinnerungen und Wiedergeburt - sei es als Wasserbüffel, Wels oder Prinzessin - aber auch um politische Bezüge zur Gegenwart, wenn der 1970 in Bangkok geborene Filmemacher mit Fotos von uniformierten Soldaten die politische Situation in seinem Land zeigt. Onkel Boonmee, der an akutem Nierenversagen leidet, hat beschlossen, seine letzten Tage im Kreis seiner nächsten Angehörigen in einem Haus auf dem Land zu verbringen. Dort erscheint den verblüfften Anwesenden der Geist seiner verstorbenen Frau, um sich seiner anzunehmen. Auch sein vor langer Zeit verschollener Sohn taucht wieder auf, in der nicht menschlichen Gestalt eines freundlichen, komplett behaarten Affengeistes. Boonmee setzt sich mit den Ursachen seiner Krankheit auseinander und schließlich folgt die Familie dem Geist der Verstorbenen in den Dschungel zu einer mysteriösen Berghöhle, die Boonmee als Geburtsort seines ersten Lebens wiedererkennt. Filmemachen funktioniert für Weerasethakul ähnlich wie eine Zeitmaschine, es kann verschiedene Schichten der Erinnerung miteinander und mit der Erfahrung der Zuschauer verbinden, vergangene Leben erstehen und die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Pflanze verschwimmen lassen. Boonmees Erfahrungen, die auf den in einem Buch festgehaltenen Geschichten eines alten Mannes basieren, der während der Meditation seine früheren Leben an sich vorüberziehen sieht, stehen für eine vom Aussterben bedrohte Kultur, der Weerasethakul eine Stimme verleiht. Dabei gelingen ihm eindringliche Bilder exotischer Schönheit. Tiere, Pflanzen, Menschen bewegen sich in Dimensionen, in denen die Grenzen zwischen den Geschöpfen verfließen. So magisch ist diese mystische Dschungelwelt, dass die Rückkehr am Ende des Films in die Realität eines nüchternen, überhellen Hotelzimmers, in dem die Familie nach Boonmees Beerdigung zusammentrifft, geradezu verstörend wirkt. Der Film wird in Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Dies wurde sehr gut umgesetzt, da so das Flair dieser Geschichte noch besser zur Geltung kommt. Die DVD kommt in einem hochwertigen Digipack daher. Die Innenseite des Digipacks enthält einen Bericht von Chris Dercon, ehem. Direktor des Hauses der Kunst in München, über Multitalent Apichatpong Weerasethakul. Zudem liegt der DVD eine Fülle an Bonusmaterial vor. Enthalten sind u. a. ein Interview mit dem Regisseur und Ausschnitte aus seinen früheren Werken (in englisch und OmU). Fazit: Geheimtipp! Unbedingt zu empfehlen!
Hinzugefügt am 03.05.2011 um 06:59 Uhr Verstoß melden
Von Joss Whedon
Mit Robert Downey Jr., Chris Evans
Action
Von James Cameron
Mit Leonardo DiCaprio, Kate Winslet
Drama
Von Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg
Mit Jason Biggs, Alyson Hannigan
Komödie
Sichert

