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    Ärger im Gepäck
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,5
    durchschnittlich
    Ärger im Gepäck
    Von René Malgo
    Emily (Alicia Silverstone) ist die hübsche Tochter eines millionenschweren Geschäftsmannes, der sich allerdings kaum um seine Tochter kümmert. So inszeniert sie eines Tages ihre eigene Entführung, um Daddys Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Aber das geht schief. Ausgerechnet der Wagen, in dessen Kofferraum sie gefunden werden soll, wird vom Autodieb Vincent (Benicio Del Toro) geklaut. Er will seine ungeliebte Passagierin möglichst bald loswerden, doch wie das Schicksal so spielt, kommen sie nicht so einfach von einander los und alsbald werden sie von Gangstern und Emilys zwielichtigem Onkel Ray (Christopher Walken) gejagt.

    Wer mal wieder eine kurzweilige Komödie, frei von Substanz, Anspruch oder Intellekt sehen will, der wird mit „Ärger im Gepäck“ ganz gut bedient. Die redlich charmanten Hauptdarsteller sind gut aufgelegt und scheinen mit Spaß bei der Sache zu sein. Alicia Silverstone sieht hier wirklich bezaubernd aus und Benicio Del Toro macht einen ganz witzigen Eindruck, geprägt von stillem Charisma, während Christopher Walken ohnehin über jeden Zweifel erhaben ist und alleine durch seine Präsenz dieses B-Movie veredelt.

    Die Story schmückt sich nicht gerade mit den Federn der Innovation oder Intelligenz. Auch inszenatorisch bleibt alles im eher einfallslosen Bereich. Insgesamt wird aber ein solider Eindruck hinterlassen. Die lockere Stimmung kann sich auf den Zuschauer übertragen und durchaus Spaß machen. Die Thrillerelemente sind kaum der Rede wert und „Ärger im Gepäck“ nur annähernd spannend zu nennen, wäre eine Anmaßung. An sich wird der Zuschauer aber redlich kurzweilig unterhalten, ohne nennenswerte Längen oder ins Auge stechende Schwächen. Das macht aus „Ärger im Gepäck“ noch lange keine Meisterleistung, aber für locker-flockige Unterhaltung reicht es.

    Eine etwas stärkere Figurenzeichnung wäre zwar wünschenswert gewesen und die Vater-Tochter-Beziehung hätte durchaus weniger klischeehaft und mehr ausgearbeitet sein können. Die musikalische Umrahmung unterstreicht die Stimmung angemessen, die Kameraführung ist ganz gut gelungen, während sich der Regisseur Marco Brambilla ohne größere Fehler über die Laufzeit retten kann. Der Logik wird zwar weniger Genüge getan, ansonsten beschert „Ärger im Gepäck“ ein recht stimmiges Gesamtbild und bleibt als Film in Erinnerung, in dem das Meiste doch gut zusammengepasst hat.

    Die Chemie zwischen Del Toro und Silverstone stimmt und der Humor bewegt sich auf gutem Niveau. Der Witz hat zwar weder einen besonderen Stil, noch zeichnet er sich über ausnehmend gelungene Dialoge aus, aber auf Fäkalhumor oder schwachsinnige Blödsinnigkeiten wurde glücklicherweise verzichtet, so dass der Zuschauer sich an angenehm harmlosen Späßen erfreuen kann. Die ziemlich lau inszenierten Actionszenen reißen kaum vom Hocker; zum Glück lebt „Ärger im Gepäck“ aber nicht von seinen Actioneinlagen, sondern von einer humorvoll-romantischen Story. Wer also anspruchslos, aber nett unterhalten werden will, dürfte hier gut aufgehoben sein.
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