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    Bohemian Rhapsody
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Bohemian Rhapsody

    Ein elektrisierender Queen-Film ohne Ecken und Kanten

    Von Carsten Baumgardt
    Am 24. November 1991 endete das Leben von Farrokh Bulsara, besser bekannt als Freddie Mercury. Die Musikwelt verfiel in einen Schockzustand. Der legendäre Leadsänger der Rockgruppe Queen erlag im Alter von nur 45 Jahren den Folgen einer HIV-Infektion. Doch in den gut zwei Dekaden, die Queen mit Mercury existierte, schuf die britische Band mit „Bohemian Rhapsody“, „We Are The Champions“, „Somebody To Love“ oder „We Will Rock You“ reihenweise Welthits für die Ewigkeit. Ähnlich turbulent wie Mercurys wildes Leben ist die Produktionsgeschichte des Biopic-Dramas „Bohemian Rhapsody“ – eine Hommage an die ganze Gruppe, aber mit klarem Fokus auf ihren schillernden Frontmann.

    Obwohl „X-Men“-Regisseur Bryan Singer knapp drei Wochen vor Ende der Dreharbeiten nach internen Querelen entlassen wurde und deshalb Dexter Fletcher („Eddie The Eagle“) die Produktion zu Ende brachte, hat Singer trotzdem den alleinigen Regie-Credit erhalten. Dem fertigen Film ist der Regiewechsel zwar nicht direkt anzumerken, doch die mutmaßlich endlosen und hitzigen Hinter-den-Kulissen-Diskussionen über den Erzählton kann man sich dennoch sehr gut vorstellen: „Bohemian Rhapsody“ ist ein stark gespielter und opulent ausgestatteter, immer mitreißender Rock-‘N‘-Roll-Express, der am Ende des Tages allerdings auch ziemlich handzahm geraten ist. Mercurys ausschweifendes Wesen wird oft nur milde angedeutet, wohl auch um die Familientauglichkeit und den Wohlfühlcharakter des Films zu bewahren.

    1970 feiert die Londoner Rockband Smile erste kleine Erfolge. Doch dem Gitarristen Brian May (Gwilym Lee) und dem Schlagzeuger Roger Taylor (Ben Hardy) geht der Sänger verloren. Stattdessen springt der schüchterne Freddie Bulsara (Rami Malek) als Frontmann ein. Als dann auch noch der Bassist John Deacon (Joseph Mazzello, der kleine Junge aus „Jurassic Park“) dazustößt, ist die Rockgruppe Queen komplett. 1973 erscheint ihr erstes Album, aber der ganz große Durchbruch gelingt erst 1975 mit der Single „Bohemian Rhapsody“ und dem dazugehörigen Album „A Night At The Opera“ – beide Veröffentlichungen landen auf Platz 1 der britischen Charts. Freddie, der sich inzwischen mit Nachnamen Mercury nennt, lebt längere Zeit mit der Verkäuferin Mary Austin (Lucy Boynton) zusammen. Doch schon bald trennen sich ihre Wege wieder, weil sie spürt, dass er eigentlich auf Männer steht. Der Erfolg der Band Queen reißt hingegen nicht ab, selbst als die Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe immer mehr zunehmen. Mercury driftet immer weiter ab, er konsumiert Drogen und Alkohol in Massen und lebt seine Sexualität in vollen Zügen aus…


    Bereits 2006 begann Queen-Gründungsmitglied Brian May damit, an einem Biopic über die Bandgeschichte zu arbeiten. Aber das Produktionsmartyrium zog sich etliche Jahre hin: Freddie-Mercury-Kandidaten wie Johnny DeppSacha Baron Cohen und Ben Whishaw kamen und gingen – bis „Mr. Robot“-Star Rami Malek auf der Bildfläche erschien. Wir haben den Schauspieler im Interview gefragt, warum „Bohemian Rhapsody“ denn nun endlich nach so langer Zeit tatsächlich in Produktion ging. Seine Antwort war eben selbstbewusst wie charmant: „Because of me, Darling!“ Der Kalifornier weiß offenbar genau, dass er mit seiner natürlich auch ein bisschen ironisch gemeinten Feststellung komplett richtig liegt: Malek ist das ultimative Zentrums des Films und perfekt besetzt. Eine One-Man-Show ist „Bohemian Rhapsody“ trotzdem nicht geworden, für die restlichen Bandmitglieder und deren Anhang bleibt genügend Raum, um sich immer mal wieder ein paar der Szenen zu stibitzen.

    „Bohemian Rhapsody“ beginnt 1970 mit der Gründung von Queen und endet 1985 mit dem legendären Auftritt beim Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion, wo Organisator Bob Geldorf (im Film gespielt von Dermot Murphy) mehr als 100 Millionen Euro an Spendengeldern gegen die Hungersnot in Äthiopien sammelt und 1,5 Milliarden Menschen am TV-Bildschirm zugucken. Der rund 20-minütige Auftritt von Queen gilt als absolute Sternstunde der Band und als eine der besten Live-Shows überhaupt. Das bringt den Film zu einem versöhnlichen Abschluss, selbst wenn Freddie Mercury zu diesem Zeitpunkt nach Versions des Films schon an HIV erkrankt ist. Wann der Sänger, Songwriter und Pianist seine Krankheit tatsächlich innerhalb der Band bekannt gemacht hat, ist nicht genau zu klären, es gibt dazu widersprüchliche Aussagen (wahrscheinlich aber erst 1987).

    Der größte Kritikpunkt, den man „Bohemian Rhapsody“ vorhalten kann, ist dann auch ein gewisses Glattbügeln, wenn Mercurys Exzesse nur abgefedert wiedergegeben und die schweren letzten Jahre ganz ausgeblendet werden. Immerhin entsteht so der Eindruck, dass hier eine wohlig-gefühlige Hommage angestrebt wird, die Mercurys Ecken und Kanten zwar andeutet, aber so sehr abschleift, dass das Leinwandgeschehen noch familientauglich bleibt. Es ist eben leichter, sich an der großartigen Musik zu begeistern als in die Abgründe einer Seele einzutauchen. Denn die Musik- und Konzertszenen sind tatsächlich grandios atmosphärisch in Szene gesetzt.

    Abgesehen von diesen Einschränkungen atmet „Bohemian Rhapsody“ aber puren Rock ‘N‘ Roll – selbst wenn dieser konsequent jugendfrei ausfällt. Rami Malek („Papillon“) spielt diesen exzessiven Freddie Mercury sensibel und vielschichtig, seine brüchige Persönlichkeit scheint immer wieder durch. Ein kleines Glanzstück gelingt Gwilym Lee („Inspector Barnaby“) als Berufslockenkopf und studierter Astrophysiker Brian May, der sich mit seiner schieren Präsenz immer wieder ein paar Augenblicke stiehlt, um den Film mit seinem Charme zu beleben. Auch Lucie Boynton („Sing Street“) ist als Mercurys treue Freundin Mary Austin eine echte Bereicherung, weil ihre gemeinsamen Szenen direkt bis ins Herz der Zuschauer vordringen. Kurios ist dagegen der Cameo-Auftritt von Mike Myers als (fiktiver) EMI-Plattenboss Ray Foster. Die Sequenz, in der Mercury die Notwendigkeit unterstreicht, dass ausgerechnet die musikalische Extravaganz „Bohemian Rhapsody“ als Single ausgekoppelt werden sollte, zählt zu den emotionalen Höhepunkten des Films. Zugleich ist sie natürlich ein augenzwinkernder Verweis auf die Kult-Komödie „Wayne’s World“, in der Mike Myers als Radio DJ „Bohemian Rhapsody“ ebenfalls ausführlich huldigt.

    Wie es bei einem Biopic üblich ist, wird die Realität hier und da frisiert, um das Geschehen dramaturgisch zu straffen. Das betrifft nicht nur den Beginn, der sich in Wahrheit etwas anders zugetragen hat (Mercury war beispielsweise zuerst Roadie von Smile). Auch die jahrelange München-Phase des Sängers wird nur oberflächlich gestreift. In Sachen Sexualität wird „Bohemian Rhapsody“ nie explizit, die Regisseure belassen es bei zahmen Andeutungen. Das kann man aber wohlwollend auch als Anspielung auf die Tatsache durchgehen lassen, dass sich Mercury selbst zeitlebens nie zu seiner Homosexualität bekannt hat. Der Musiker Freddie Mercury war ein Besessener, der bis zu seinen letzten Atemzügen und schwer erkrankt noch an neuen Songs arbeitete und stilecht mit dem fantastischen Abschiedsfanal „The Show Must Go On“ von der Bühne des Lebens abtrat. Der ultimative Entertainer - und gerade diese spezielle Qualität bringt Rami Malek nun kongenial auf die Leinwand.

    Fazit: Für Fans von Freddie Mercury und Queen ist das elektrisierend-nostalgische Musik-Biopic „Bohemian Rhapsody“ ein Muss, um die alte Zeit wieder aufleben zu lassen. Künstlerisch hätte ein wenig mehr Ecken und Kanten dem Film sicher nicht geschadet.
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    Kommentare

    • Christine
      Ich habe Bohemian Rhapsody gerade gesehen und finde es ausreichend, das gewisse Exzesse nur angedeutet werden, denn keiner - geschweige die Queen-Gründer selbst - will der ganzen Welt seine Abstürze aus der Vergangenheit präsentieren. Der Film ist familiär weil die Band selbst eine Familie war und das ist gut so. Nebenbei ein Lob an die Bandmitglieder Roger Taylor und Brian May, die den Film mitproduziert haben. Die Schauspieler, die neben Freddie Mercury, die ebenso wichtigen Mitglieder Brian, Roger und John darstellen, sind erstaunlich überzeugend und werden mit ihren musikalischen Ideen - auch während den Auseinandersetzungen innerhalb der Band - zu einem Highlight. Ich vergebe 4 Sterne
    • Larry Lapinsky
      Bin auch bei 3,5 Sternen, nachdem ich ihn jetzt ENDLICH auch mal gesehen habe. Ist halt ein Film für die Liebhaber der Gruppe und keiner, der Freddys Leben bis in alle Schattenhöhlen hinein seziert. Ich find's okay ...
    • Simon Sberg
      Sehe es genauso. Bin echt ein Filmstarts-Fanboy, aber diese Kritik geht so hart daneben, unglaublich. Für mich 5/5.
    • Nicola R
      @ShAdWiderlich ist dein Kommentar gegen eine Person. Schreib was über den Film, aber greife keine Personen an.
    • ShAd
      widerlich schwülstiges fanboy-gelaber. bester film, den ich je gesehen habe ich lach mich tot!
    • Ty
      Ganz deiner Meinung, wir alles können uns denken wie Männersex oder Drogenkonum abläuft, da reicht es, dass das angedeutet wird. Und das auch etwas ältere Kinder den Film sehen können und so etwas über diese band/Künstler erfahren, ist doch nicht schlecht.....
    • Wolle S
      Ich habe den Film jetzt zweimal im Kino gesehen und muss sagen, es ist für mich gerade im Kino nicht nur ein Film, sondern viel mehr ein emotionales Erlebnis. Der beste Film, den ich je gesehen habe!Natürlich hätte man sich wünschen können, das die ganze Story näher an der Realität ist, aber zu meinem Glück habe ich das erst im Nachhinein herausgefunden.Na klar war Freddie in Wirklichkeit viel krasser drauf, aber ich finde darum geht es nicht, sondern vielmehr darum, seinen Charakter darzustellen, nämlich ein exzentrischer Visionär, der sich von niemandem Vorschriften machen lässt und einer der besten Frontmänner, den es in der Rockgeschichte gab. Ein Mann, der die Massen begeistern und verzaubern konnte, und je grösser die Masse war, desto mehr leuchtete er auf der Bühne.Viel Kritik gab es über den wahrhaftigen Auftritt bei LIVE AID in Wembley, Queen hätte nur ihr Zeug heruntergespielt. Wie bitte???Queen hat bei diesem Gig alle anderen Stars verblassen lassen und einfach alles an die Wand gespielt und steht mit diesem Auftritt bei YT auch bei den 10 wichtigsten Momenten in der Musikgeschichte. Aber zurück zum Film...Rami Malek spielt einen fantastischen Freddie inklusive seiner sexuellen Unentschlossenheit und der Begabung eines Entertainers. Ich könnte mir keine bessere Besetzung vorstellen.Zum Thema HIV lässt sich sagen, dass die Produzenten dies vermutlich wissentlich vorgezogen haben, aber auch das spielt nur eine geringe Rolle, denn auch wenn es nicht vor dem LIVE AID Konzert war, irgendwann kam dieser Moment, in welchem er die Band einweihen musste und er einfach kein Mitleid wollte, sondern einfach nur als Entertainer so lange wie möglich seinen Fans Freude zu schenken! The Show must go on!Who wants to live forever?
    • xollee
      Komme grad aus dem Kino und bin begeistert. Drücke Malek die Daumen das es vllt. sogar mit dem Oscar klappt. Von mir eine gute 4/5.
    • Ruby
      Ich bin 86 geboren, habe Queen also nur aus Erzählungen und durch die Allgegenwärtigtigkeit seit Anfang der 90er wahrgenommen. Und für mich war das gar nicht so DER Mercury Film bzw Das ultimative Biopic eines Freddie. Mir war auch nicht bewusst, dass es das werden sollte?! Es war ein Queen Film. Einer, der die Zusammensetzung der Band erfasst: Es ging immer ein bisschen mehr um Freddie, aber ohne die drei anderen hat er nicht wirklich funktioniert und die drei anderen haben ohne ihn nicht funktioniert. Darauf läuft es doch letztendlich hinaus:Alle die nicht gerade 12 Jahre alt sind und die dieser Film wirklich interessiert, heißt also jemand der sich auch mit Musik aus der Vergangenheit beschäftigt (kein anderer würde ihn sich willentlich und aus reinem Interesse anschauen) wissen, dass Mercury schwul war, AIDS hatte und sich sicherlich auch Drogeneskapaden hingegeben hat, die Hendrix und Joplin sicherlich mitgefeiert hätten... Das muss dann doch nicht zentrales Thema sein? All das schwingt in diesem Film immer mit. Es wird nicht ausgeblendet, aber auch nicht in den Vordergrund gestellt. Womit ich im Vorhinein eigentlich gerechnet hatte. Ich bin sehr positiv überrascht, dass es nicht so ist, denn wir wissen alle alles nur aus Erzählungen, selbst jene, die riesige Fans sind/waren. Also ist jeder, der sich hier hinstellt und sagt: Das ist kein überzeugendes Biopic oder ein glattgebügeltes doch eigentlich schon disqualifiziert.Ich hab die Rollenauswahl im Vorhinein jetzt nicht so mitverfolgt, aber wenn es darauf hinaus läuft, dass ein Sacha Baron Cohen (der war auch nicht dabei...) laut Brian May (der war dabei...) das Projekt aufgrund künstlerischer Differenzen verlassen hat...Wer war noch mal Sacha Baron Cohen?
    • Andreas T
      Irgendwie gibt es hier ein paar Leute, die echt interessante Kommentare geschrieben haben. Einige Kommentare zeugen von Wissen über die Band Queen. Traurig finde ich allerdings, das diese Leute nicht mal seinen Namen richtig schreiben. Der Mann nannte sich 'Freddie' und nicht 'Freddy'! ....nur mal zur Anmerkung ;)
    • Shusher
      Bei allem Respeck Herr Baumgardt, aber welchen Film haben Sie bitte gesehen? Die Frage geht auch an einige der Kommentarverfasser hier. Glattgebügelt? Ohne Ecken und Kanten? Das ist einfach falsch! Ja, vielleicht ist der Film nicht so dreckig oder explizit wie ihn ein Sacha Baron Cohen inszeniert hätte, aber warum muss denn das immer sein?? Bryan Singer zeigt die negativen Seiten von Freddy Mercury eben nuanciert und extrem hintergründig und das tut diesem herausragenden Biopic unheimlich gut. Denn das ist der Film, ein Biopic über Freddy Mercury und die Kritik daran, die restlichen Qeen-Mitglieder kommen zu kurz, deshalb völlig überzogen.Ein Film, der anrührt, Gänsehaut verursacht und auch einige Lacher drin hat mit 3,5 Punkten zu bewerten ist mit Verlaub gesagt eine reine Schande für diese Seite, obwohl ich großer Fan von Filmstarts bin.Und btw, mir wird hier viel zu wenig über die schauspielerische (Glanz-)Leistung von Rami Malek geschrieben, das ist von Anfang bis Ende Hingabe an die Figur pur, Gestik und Mimik, das MUSS einfach einen Oscar geben.Ich kann allen, die die Kritik hier gelesen haben nur empfehlen, den Film unvoreingenommen zu sehen und sich selbst ein Bild zu machen, es lohnt sich, ein absolutes Musikfilmmeisterwerk, 5/5!
    • Anoli
      Ein absolut bewegender, gut gemachter Film. Rami spielt Freddy sehr authentisch und auch der Rest der Band hat optisch große Ähnlichkeit. Alles sehr gut umgesetzt und die Band wurde authentisch repräsentiert (basierend auf vielen Interviews). Nach dem Ende des Films applaudierte das Publikum...selbstredend!
    • Susan Reich
      Komme grad ausm Kino!Wahnsinn! Geilo meilo!Der Kritiker oben und ein paar Kommentatoren haben offensichtlich keine Ahnung von Queen und Freddie!Ecken und Kanten wurden sehr wohl gezeigt, ausreichend. Noch mehr davon? Hat es gegeben, aber sowas gehört eher in eine Doku.Dass Freddie im Mittelpunkt steht, ist doch nur klar und logisch. Das war im real life genauso! Außerdem hatten May und Taylor ausreichend Screentime. Deacon klar am wenigsten, aber das und er war so! Seit Freddie tot ist, hat man von Deacon kaum noch was bzgl. Queen gesehen und gehört. Aber das ist eine andere Story!5/5!Prädikat sehr wertvoll!
    • Herr Radenhüber
      Ok - angemeldet hätte man sicher die Möglichkeit gehabt, seinen Beitrag zu korrigieren.;)(Hatte den zweiten Satz umgestellt, aber nicht vernünftigt umgeschrieben ...Myers hat einen einen Hardrock-Jugendlichen mit eigener Fernsehshow im Lokalfernsehen gespielt.)
    • Herr Radenhüber
      Zu Waynes World: (...) Mike Myers als Radio DJ „Bohemian Rhapsody“ ebenfalls ausführlich huldigt. Ähm, Myers hat keinen Radio-DJ gespielt. Er war ein Hardrock-Jugendlichen mit einer eigenen Show im Lokalfernsehen gespielt. Bohemian Rhapsody wird am Anfang des Films von Wayne bei einer Autofahrt als Kassette eingelegt und zusammen mit einigen Freunden mitgesungen. Exzellente Autokaraoke! Swing!
    • RunningMan
      FSK 6 und Freddie Mercury, da seid ihr aber sehr gnädig mit 3,5 Sternen gewesen
    • Alfred Jodocus Kwak
      Habe als großer Queen-Fan (und irgendwo auch Bryan-Singer-Fan, allerdings bezieht sich das vor allem auf seine X-Men-Filme) der Sichtung von Bohemian Rhapsody sehr entgegengefiebert, aber bin doch recht ernüchtert aus dem Kino gegangen. Der Film ist ein doch sehr beweihräucherndes Porträt von Freddie Mercury (erwähne bewusst ihn und nicht die Band, da es in erster Linie wirklich nur um Mercury geht, währen die anderen drei Bandmitglieder sehr oberflächlich bleiben). Klar, er war kein Jim Morrison oder Kurt Cobain, aber auch er hatte seine Schattenseiten - und die werden hier einfach viel zu selten gezeigt. Das macht den Film zu einer insgesamt eher glattgebügelten Angelegenheit ohne Ecken und Kanten, was bei einer Laufzeit von über zwei Stunden irgendwann zu viel Ohrensessel-Feeling für mich ist.Auch visuell ist der glattpolierte Bohemian Rhapsody sehr seichte und damit hinter seinen Möglichkeiten bleibende Kost. Das hier schon erwähnte CGI-Publikum beim Live-Aid-Konzert im Wembley Stadium war mir ganz besonders ein Dorn im Auge, da dieses künstliche (und sehr leblose) Element die legendäre Show ein Stück weit kaputt macht. Ein The Doors von Oliver Stone ist dagegen ein sowohl musikalisch als auch visuell mitreißender Sog, der einen so schnell nicht wieder loslässt. Das war hier leider ganz und gar nicht der Fall...Das Gute ist aber letztlich: Unsterbliche Musik ist eben nicht totzukriegen und das rettet den Film, auch wenn das natürlich nicht sein Verdienst ist. Und: Rami Malek gibt trotz seiner (für mich bis zum Ende des Films doch leider irritierenden) Unähnlichkeit zu Mercury eine wirklich überzeugende Performance ab. Ich hätte mir dennoch lieber Sacha Baron Cohen als Mercury gewünscht, da er rein optisch wunderbar in die Rolle gepasst hätte und auch darstellerisch was auf dem Kasten hat.Mehr zu Bohemian Rhapsody gibt es in der nächsten Folge meines Podcasts Kinokost, in der u. a. auch der neue Halloween, Mandy, A Star Is Born und Summer of 84 besprochen werden. Hört gerne mal rein. :-)
    • HalJordan
      Mit 3,5 Sternen hätte ich nicht gerechnet.In jedem Fall ist es schade, dass die ursprüngliche Idee verworfen wurde und nicht Sasha Baron Cohen Freddy Mercury verkörpern durfte.
    • Rockatansky
      Ok, den Punkt mit den Ehemaligen kann ich noch nachvollziehen. Aber der PG-13 Venom wird die Jugendlichen sicher mehr anziehen als ein Freddy Mercury Biopic, d.h. da macht es für mich auch Sinn, auch wenn ich's kacke finde...
    • greekfreak
      Zuerst mal,PG-13 bringt mehr Geld,die Diskussion hatten wir ja schon bei Venom letztens(da hat´s auch geklappt).Zum zweiten,glaube ich das Roger Taylor und vor allem Brian May,um ihr Image bedacht sind.May ist inzwischen Prof. für Astrophysik in Cambridge,da würde ein Film,wo er mit Freddie beim Koksen und Groupie-Rammeln gezeigt wird,wohl nicht gut aussehen.Das Freddie,Gott hab ihn seelig,kein Kind von Traurigkeit war,wissen wir ja alle,aber der Rest von Queen,war jetzt auch kein Haufen von Klosterschülern.Ich finde es nur schade für S.B.Cohen,man merkt bei dem H.Stern Interview,das er dieses Projekt richtig mit Leidenschaft angegangen ist.
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