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    Sherlock Holmes und die Primadonna
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    Michael S.
    Michael S.

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    3,5
    Veröffentlicht am 7. Oktober 2016
    Obwohl der Film gerade einmal fünfundzwanzig Jahre alt ist hat man anfangs das Gefühl, eine noch ältere Produktion zu sehen. Das theaterhafte Schauspiel, die durchschaubaren Stunts, die Streichermusik vom Synthesizer und die stellenweise doch sehr grellen Farben der Ausstattung waren auch damals nicht mehr der letzte Schrei. Vermutlich entstand diese kurze Serie über die späten Jahre des Meisterdetektivs als spontane Reaktion auf den Erfolg der bei Fans immer noch sehr beliebten "Sherlock Holmes"-Serie mit Jeremy Brett, die seit den späten Achtzigern vom britischen Sender Granada gesendet wurde. Leider erlaubt sich der vorliegende Zweiteiler deutlich mehr Filmfehler (moderne Bauzäune, amerikanische Züge mitten in Österreich etc.) und kommt auf den ersten Blick ziemlich altbacken daher. Immerhin vermitteln die größtenteils in Luxemburg gefilmten Drehorte einigermaßen Österreich-Flair, was man vom überzogenen Akzent der Darsteller und Synchronsprecher nicht behaupten kann. Es ist vor allem Christopher Lees einnehmendem Schauspiel zu verdanken, dass dieser Film doch auch für ein heutiges Publikum noch genießbar ist. Seine Statur und der stechende Blick seines Holmes könnten zusammen mit der wie immer beschwörenden Bassstimme geradewegs aus einer von Conan Doyles späten Kurzgeschichten stammen und man fragt sich, warum nicht schon eher jemand auf den Gedanken kam, Lee in dieser Rolle zu besetzen. In den gemeinsamen Szenen mit Watson gibt es zudem viele witzige Momente, der gute Doktor wird trotz allem nicht wie in manch anderer Adaption zum völligen Trottel degradiert, sondern darf sich eifrig an den Ermittlungen beteiligen (selbst wenn der geliebte Schnauzer dran glauben muss). Eine Handvoll Hinweise auf die Originalgeschichten macht den Film für Holmes-Liebhaber interessant. Nicht nur der Auftritt von "der Frau" (Morgan Fairchild) spielt eine wichtige Rolle, sondern auch Holmes' Verkleidungskünste und Watsons alter Armeerevolver. Das größte Problem bleibt die dreistündige Laufzeit dieses Zweiteilers. Ein knackiger Neunzigminüter mit etwas mehr Fokus auf Holmes und seine Ermittlungen wäre ideal gewesen. In dieser Fassung wirkt jedoch jede neue Nebenhandlung wie eine künstliche Verlängerung des Falls. Holmes intensive Beziehung zu Irene Adler kann zudem manchmal kitschig wirken, meist kriegt er jedoch die Kurve und zeigt, dass er ihr trotz aller Faszination gewachsen ist. Alles in allem ein nostalgisches Stück Fernsehen, für das man etwas Geduld mitbringen sollte.
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