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    Clown
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Clown
    Von Christoph Petersen

    Killer Klowns From Outer Space“, „Stitches“, „Killjoy Goes To Hell“, „Fear of Clowns 1 + 2“: Clown-Slasher haben sich seit den 1980ern zu einem eigenen florierenden Horror-Subgenre gemausert, zu dem jedes Jahr neue Einträge hinzukommen. Aber während die überwiegende Mehrheit der Filmmacher voll auf den Trash-Appeal der metzelnden Spaßmacher setzt, wählt Jon Watts („Cop Car“) in seinem von Horror-Maestro Eli Roth („Hostel“, „Knock Knock“) produzierten „Clown“ einen erfrischend anderen Ansatz: Zwar würzt auch er seine Mär des Familienvaters Kent (Andy Powers), der sich für den Geburtstag seines Sohnes Jack (Christian Distefano) ein zufällig gefundenes Clown-Kostüm überstreift, das sich im Nachhinein als Haut eines uralten Dämons herausstellt, mit viel blutig-schwarzem Humor, aber davon abgesehen schlägt der Regisseur auch unerwartet ernsthafte Töne an.

    Zu Beginn ist es noch absurd-komisch, Kent bei seinen Versuchen zu begleiten, das Kostüm wieder loszuwerden: Selbst mit einem elektrischen Brotmesser lässt es sich nicht aufschneiden und als seine Frau Meg (Laura Allen) ihm die rote Gumminase mit einer Zange abzieht, reißt auch die Nasenspitze mit ab. Dabei schließt der Zuschauer den sympathischen Kerl, der sich wider Willen immer weiter in einen abscheulichen Clown-Dämon (die Make-up-Effekte sind top!) verwandelt und sich mit vollem Körper- und Kreissägen-Einsatz gegen sein Schicksal stemmt, schnell ins Herz. Deshalb sitzt der Schock auch besonders tief, wenn die Stimmung schließlich komplett kippt und der Protagonist getrieben von seinem Kostüm plötzlich anfängt, kleine Kinder auf blutige Weise zu töten und anschließend zu verspeisen. Und als Meg vor der Entscheidung steht, dem Dämon ein fremdes Kind zu opfern oder den Tod ihres eigenen Sohnes zu riskieren, verfehlt dieses teuflische Dilemma seine Wirkung beim Zuschauer ebenfalls nicht. Auch von seinem Look her erinnert „Clown“ eher an ein Independent-Drama als an einen Trash-Horrorfilm, wobei Jon Watts einige atmosphärisch starke Sequenzen gelingen (etwa in einer Röhrenburg im Kinderparadies). Nur in Sachen Spannung hapert es: Selbst in den Slasher-Szenen sorgt die zumindest in dieser Hinsicht enttäuschende Inszenierung nicht dafür, dass sich uns die Nackenhaare aufstellen.

    Fazit: Ein zur Abwechslung mal nicht vornehmlich auf ein Publikum von Trash-Jüngern abzielender Clown-Horrorfilm, der zwar nicht sonderlich spannend ist, dafür aber mit seinem subtilen schwarzen Humor überzeugt.

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