Ein MordsTeam
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Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion Ein MordsTeam

3,0


Von Carsten Baumgardt

Warum die französische Action-Komödie „Ein MordsTeam" auch in Deutschland ins Kino kommt, lässt sich mit drei Worten erklären: „Ziemlich beste Freunde". David Charhon bietet in seiner Pariser Antwort auf Martin Brests 80er-Jahre-Kultfilm „Beverly Hills Cop" mit Omar Sy den Erfolgsgaranten des Überraschungshits auf und den wollten fast 2,5 Millionen Franzosen auch in seinem neuen Kinofilm sehen – eine erstaunliche Zahl, zumal „Ein MordsTeam" qualitativ nicht mit „Ziemlich beste Freunde" konkurrieren kann. Charhons in der Machart und im Erzählton bisweilen antiquiert wirkende Polizei-Komödie „Ein MordsTeam" ist eben kein „Ziemlich beste Cops", sondern „nur" ein über weite Strecken durchaus unterhaltsames Buddy-Movie, das mehr von der Präsenz seiner beiden Hauptdarsteller lebt als von dem Einfallsreichtum der Drehbuchautoren.

Als der für seine unorthodoxen Methoden berüchtigte Undercover-Polizist Ousmane Diakhaté (Omar Sy) bei dem Versuch einen flüchtigen Wirtschaftsboss dingfest zu machen nach einer wilden Verfolgungsjagd jede Menge Blechschaden hinterlässt, wird der für die Finanzbehörde tätige Cop von seinen Kollegen der Polizei für einen Kriminellen gehalten und verhaftet. Kurze Zeit nach der Aufklärung des Missverständnisses entdeckt Ousmane in seinem Vorstadt-Viertel Bobigny eine Frauenleiche. Da es sich bei der Getöteten um die Gattin des einflussreichen Großindustriellen Chaligny (André Marcon) handelt, übernimmt François Monge (Laurent Lafitte) den Fall, ein renommierter Polizist der Pariser Mordkommission. Ousmane hat Chalignys Machenschaften schon länger im Visier und schafft es durch Dreistigkeit, seine Vorgesetzen davon zu überzeugen, dass es eine gute Idee ist, die beiden Cops und die verschiedenen Dezernate zusammen an dem Fall arbeiten zu lassen. Die Maßnahme erfolgt sehr zum Unwillen des arroganten François, der nicht viel von dem ungehobelten, lauten und rohen Ousmane hält. Doch die beiden ungleichen Beamten müssen sich zusammenraufen, um mit ihren Ermittlungen voranzukommen.

Wer glaubt, dass David Charhon („Cyprien") sich mit seiner Kumpel-wider-Willen-Komödie dreist ins Fahrwasser des Monsterhits „Ziemlich beste Freunde" wirft, der irrt. Der Kassenknüller startete seinen Siegeszug nämlich just in dem Moment, als das „MordsTeam" vor die Kamera trat, und bis zum Ende von Charhons Dreharbeiten war aus dem vorher nur in Frankreich bekannten Hauptdarsteller Omar Sy plötzlich ein internationaler Star und ein César-Gewinner geworden. Dieser Karrieresprung kommt nicht von ungefähr, das Charisma und die Leinwandpräsenz des grundsympathischen Komödienspezialisten prägt auch Sys neuen Film. Mit seiner einnehmenden Art kaschiert er einige der Drehbuchschwächen und aus der überaus frappierenden Ähnlichkeit seiner Figur zu Eddie Murphys berühmtem Plappermaul Axel Foley aus den „Beverly Hills Cop"-Filmen macht er sich gleich einen Spaß. Regisseur Charhon treibt dieses Spiel auf die selbstironische Spitze und baut nicht nur einige direkte „Beverly Hills Cop"-Zitate ein, sondern lässt auch Harold Faltermeyers legendäres „Axel F."-Synthesizer-Thema immer wieder erklingen – und zwar als Klingelton. Neben dem direkten Vorbild aus dem Kalifornien der 80er Jahre wird auch anderen Stars und Filmen des Krimi-Genres gehuldigt, vor allem „Der Profi" Jean-Paul Belmondo spielt dabei eine prominente Rolle - und das ganz ohne persönlichen Auftritt.

Die Dynamik des Films entsteht ganz wesentlich aus dem Kontrast zwischen den beiden so unterschiedlichen Polizisten-Protagonisten, Regisseur Charhon spielt die krassen Gegensätze genüsslich aus, dabei sind die schauspielerisch gut harmonierenden Omar Sy und Co-Star Laurent Lafitte („Kleine wahre Lügen", „ Kein Sterbenswort") für das Gros der gelungenen Gags zuständig. Das wirkt manchmal etwas tölpeliger als nötig, besonders wenn Sy zwischendurch wie ein Clown herumzappeln muss, aber grundsätzlich passt die Paarung. Lafitte überzeugt neben der Rampensau Omar Sy als schnöselig-elitärer Cop, der erst einmal seine zahlreichen Vorurteile überwinden muss, bevor er durch seinen neuen Partner erkennt, dass das wahre Leben doch etwas anders aussieht, als er sich das vorgestellt hat. Abseits dieser amüsanten polizeiintern ausgetragenen Kollision der Lebenswelten fehlt der actionreichen Komödie eine zweite Dimension. Wenn Charhon versucht, das berüchtigte Pariser Vorstadtmilieu so authentisch wie möglich zu zeichnen und mit der vorhersehbaren Krimihandlung um korrupte Wirtschaftsbosse auch noch Gesellschaftskritik anklingen zu lassen, hat das in diesem so stark von Klamauk und Schabernack geprägten Film bestenfalls eine irritierende Wirkung.

Auch wenn sich Charhon sichtbar um einen klaren Gegenwartsbezug bemüht, umweht „Ein MordsTeam" vor allem durch die allgegenwärtige Hommage an Axel Foley und die 80er, bei der auch die stilecht-launige Retro-Musik von Oscar-Preisträger Ludovic Bource („The Artist") eine Rolle spielt, stets ein Hauch von meist charmantem Anachronismus. Dazu kommen solide und eher klassisch inszenierte Action-Szenen – hier setzt Charhon den Glanzpunkt mit einer rasanten Verfolgungsjagd auf der Vorstadtautobahn gleich zu Beginn. Und auch das komödiantische Highlight hat zeitlose Qualitäten: Bei einer herrlich slapsticklastigen Swinger-Club-Sause mit der Polizei-Einheit auf der Spur der Verbrecher trifft die Unbedarftheit des rustikalen Vorstadtcops auf die Abgeklärtheit des mit dem Milieu vertrauten Partners. Diese extrem lustige Sequenz ist letztlich aber auch eine Ausnahme in einem Film, in dem die vielen Klischees längst nicht immer so pointiert aufs Korn genommen werden.

Fazit: Mit der temporeich-unterhaltsamen Action-Komödie „Ein MordsTeam" legt Regisseur David Charhon einen charmant-poltrigen Film auf den Spuren von „Beverly Hills Cop" vor, ohne dessen Klasse zu erreichen. Das gut aufgelegte Hauptdarsteller-Duo umspielt so einige Klischees und hebt „Ein MordsTeam" knapp über das Mittelmaß.

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