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    Denk wie ein Mann
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    1,5
    enttäuschend
    Denk wie ein Mann
    Von Christian Horn
    Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus. Letztere können nicht richtig einparken, erstere nicht richtig zuhören – und so weiter und so fort. Weisheiten wie diese werden immer wieder in Beziehungsratgebern verbreitet, die mit schöner Regelmäßigkeit die obersten Plätze der Bestsellerlisten einnehmen. Solch ein Erfolg gelang auch dem amerikanischen Autor und Entertainer Steve Harvey mit seinem an eine weibliche Leserschaft gerichteten Ratgeber „Act Like a Lady, Think Like a Man". Regisseur Tim Story („Barbershop – Ein haarscharfes Viertel") und die Drehbuchautoren Keith Merryman und David A. Newman („Freunde mit gewissen Vorzügen") haben das Buch, das in den USA zum Verkaufsschlager wurde, nun für die Leinwand adaptiert. Das Ergebnis ist „Denk wie ein Mann" – eine arg schlichte und milde amüsante Beziehungskomödie mit eindimensionalen Figuren und einer schablonenhaften Geschichte.

    Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss. Und so philosophieren die Kumpels Dominic (Michael Ealy), Jeremy (Jerry Ferrara), Michael (Terrence Jenkins), Zeke (Romany Malco) und Cedric (Kevin Hart) gerne und ausgiebig über Frauen. Während bei Cedric die Scheidung ins Haus steht, kämpfen die anderen mit den Höhen und Tiefen des Singledaseins oder mit Problemen in der eigenen Beziehung. Auf der anderen Seite stehen unter anderem die Freundinnen Mya (Meagan Good) und Candace (Regina Hall), die sich während der Kennlernphase an den Tipps und Strategien orientieren, die Steve Harvey in seinem Bestseller „Act Like a Lady, Think Like a Man" zum Besten gibt. Als die Männer den Frauen und ihrem Ratgeber auf die Schliche kommen, drehen sie den Spieß um: Mit den Regeln aus dem Beziehungsratgeber im Kopf, passen sie ihr Verhalten an die Erwartungen der Frauen an – ein taktisches Hin und Her nimmt seinen Lauf...

    Wie es von der Verfilmung eines Beziehungsratgebers kaum anders zu erwarten ist, besteht „Denk wie ein Mann" vornehmlich aus Klischees über das Mit- und Gegeneinander der Geschlechter. In diesem Film ist das sogar geradezu unvermeidlich, denn die Drehbuchautoren orientierten sich an den Kategorien aus Steve Harveys Buch. Dort gibt es Männertypen wie Muttersöhnchen, Träumer oder Spieler, die ohne eine gewisse klischeehafte Überspitzung schließlich kaum noch Sinn ergeben. Bedauerlich ist daher weniger die Beibehaltung der Stereotypen als ihre weitgehend uninspirierte Ausgestaltung.

    Auch in inszenatorischer und dramaturgischer Hinsicht setzt Tim Story kaum Akzente. Wenn hier alle Pärchen simultan in die Krise stürzen und in einer Aneinanderreihung von Szenen gegen Ende beinahe zeitgleich wieder zueinanderfinden, dann präsentiert er das ohne erkennbares Bewusstsein für die Künstlichkeit dieser Konstellation. Realistisch ist „Denk wie ein Mann" natürlich nicht, aber auch die innere Wahrheit der Klischees kommt in diesem eher schwunglosen und gemächlich vor sich hinplätschernden Beziehungsreigen kaum zum Tragen. Selbst die durchaus engagierten Darsteller und die mehr oder minder selbstironischen Gastauftritte von Steve Harvey selbst können da nicht viel retten.

    Fazit: „Denk wie ein Mann" ist eine in jeglicher Hinsicht austauschbare Beziehungskomödie über den feinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Der schwache Gesamteindruck wird auch vom dem ein oder anderen gelungenen Gag und einigen guten Darstellern kaum verbessert.
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