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Die Coopers - Schlimmer geht immer
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Die Coopers - Schlimmer geht immer
Von Andreas Staben
Jeder hat ihn schon einmal erlebt: jenen Tag, an dem alles schiefläuft und man am liebsten im Bett geblieben wäre. Die Autorin Judith Viorst hat die Erfahrung 1972 in ihrem Bilderbuch „Alexander und der mistige Tag“ sehr anschaulich beschrieben, wobei der Originaltitel „Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day“ den Frust des 12-jährigen Titelhelden noch viel besser auf den Punkt bringt. Aus den nur 32 Seiten des Kinderbüchleins haben Regisseur Miguel Arteta („The Good Girl“) und Drehbuchautor Rob Lieber nun einen 81-minütigen Film gemacht, indem sie die Handlung der Vorlage als Prolog verwenden und den Pechvogel Alexander Cooper (Ed Oxenbould) anschließend einfach den Spieß umdrehen lassen: An seinem 12. Geburtstag wünscht sich der Junge, dass die in seinen Augen nichtsahnenden und immer glücklichen Eltern und Geschwister auch einmal erfahren, was es heißt, das Unglück magisch anzuziehen. Der Wunsch geht in Erfüllung: Es folgt ein temporeich-albernes Slapstick-Chaos nach dem Motto „Die Coopers – Schlimmer geht immer“ - wie der Film in Deutschland nicht sehr originell, aber durchaus treffend heißt.


Alexanders Misttag beginnt mit Kaugummi im Haar und steigert sich bis zum Feuer im Chemieraum, das Schlimmste ist für den Jungen aber die Demütigung vor dem Mädchen, das er anhimmelt. Die Pannenserie wird zwar schon hier stellenweise absurd zugespitzt, aber im Mittelpunkt stehen die ganz normalen Nöte eines Heranwachsenden. Sobald der „Fluch“ aber auf Alexanders Familienmitglieder übergeht, verwandelt sich „Die Coopers“ in ein nur noch absurdes Tohuwabohu, das vor allem durch die mit Spielfreude und Herzblut agierenden Schauspieler über Wasser gehalten wird. Jennifer Garner („Dallas Buyers Club“) als Mutter am beruflichen Wendepunkt strampelt sich im Wortsinne ab, um Stargast Dick Van Dyke („Mary Poppins“) von einem fatalen Vorlesen in einer Kinderbuchhandlung abzuhalten, während Steve Carell („Foxcatcher“) im brennenden Piratenhemd seine Fähigkeit zum Slapstick-Understatement demonstriert. Auch wenn längst nicht jeder Gag sitzt, sind die Pechsträhnen der Erwachsenen ausgefeilter und damit unterhaltsamer als das Fahrprüfungs- und Datedesaster von Alexanders Bruder (Dylan Minnette) sowie die „Peter Pan“-Aufführung im Hustensaftrausch mit der Schwester (Kerris Dorsey) im Mittelpunkt. Dort werden zum Teil weniger feinfühlige Töne angeschlagen und die „Familie ist das Wichtigste“-Moral des Films bekommt stellenweise einen unangenehmen Beigeschmack. Die Überraschungsparty für den Australien-Fan Alexander reißt immerhin einiges wieder raus – sie ist der verrückte Höhepunkt eines verrückten Tages.

Fazit: Harmlos-kurzweilige Familienunterhaltung mit engagierten Schauspielern.
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