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Was passiert, wenn's passiert ist
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Was passiert, wenn's passiert ist
Von
Kinoadaptionen von erfolgreichen Büchern haben schon immer gezogen. Aber während der Jugendbuchsektor mit „Harry Potter", „Twilight" und „Die Tribute von Panem" aktuell ein Blockbuster-Franchise nach dem anderen ausstößt, gibt es in der Erwachsenenliteratur kaum noch Romane, die eine derart breite Leserschaft erreichen. Aber Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn es nicht auch auf diese Entwicklung eine Antwort parat hätte - und die heißt Selbsthilfe-Ratgeber! Nachdem die Dating-Tippgeber „Er steht einfach nicht auf Dich!" und „Denk wie ein Mann" bereits erfolgreich in den (amerikanischen) Kinos liefen, kommt mit Kirk Jones‘ Ensemblefilm „Was passiert, wenn's passiert ist" nun die erste Verfilmung eines Schwangerschaft-Ratgebers in die Kinos. Aber während die weltweit mehr als 35 Millionen Mal verkaufte Vorlage „Ein Baby kommt" immer wieder für ihre Offenheit und ihr Einfühlungsvermögen gelobt wird, wirken die fünf Wir-bekommen-ein-Baby-Episoden in Jones‘ Film extrem gekünstelt und lebensfremd. Außerdem misslingt der Versuch Drama und Komödie gleichberechtigt nebeneinander zu stellen - die beiden Seiten kommen sich immer wieder gegenseitig in die Quere.

Reality-TV-Diät-Trainerin Jules (Cameron Diaz) nimmt an einer Celebrity Dance Show teil, beginnt eine Affäre mit ihrem Tanzpartner Evan (Matthew Morrison)... und wird schwanger. Käsesnack-Verkäuferin Rosie (Anna Kendrick) hat einen One-Night-Stand mit dem Schinkensnack-Verkäufer Marco (Chace Crawford)... und wird schwanger. Die babyverrückte Babyladenbesitzerin Wendy (Elizabeth Banks) will unbedingt ein Baby, aber allen Eisprungtemperaturmessungen zum Trotz will es einfach nicht klappen. Nach zwei Jahren beschließt sie, es nicht weiter zu versuchen... und wird schwanger. Traumfrau Skyler (Brooklyn Decker) hat den deutlich älteren Playboy-Rennfahrer Ramsey (Dennis Quaid) geheiratet... und wird schwanger. Fotografin Holly (Jennifer Lopez) wiederum kann selbst nicht schwanger werden, will aber gemeinsam mit ihrem Ehemann Alex (Rodrigo Santoro) ein afrikanisches Baby adoptieren...



Wie in so vielen Episodenfilmen sind auch in „Was passiert, wenn's passiert ist" die einzelnen sich ab und an zufällig überschneidenden, aber nicht wirklich zusammenhängenden Geschichten von unterschiedlicher Qualität. Cameron Diaz („Verrückt nach Mary") legt als Jules beispielsweise einen herrlich selbstironischen Auftritt im Finale des Celebrity Dance Contest hin, der sogar schon vor dem Kinostart bei YouTube hohe Wellen schlug und millionenfach weiterverbreitet wurde. Aber ansonsten besteht ihr Handlungsstrang praktisch ausschließlich aus einer Diskussion des Für und Wider von Beschneidungen, wie sie banaler nicht sein könnte. Ganz im Gegensatz dazu liefern Elizabeth Banks („Our Idiot Brother") und Brooklyn Decker („Battleship") als ungleiches Schwiegertochter-Schwiegermutter-Gespann doppelt schwangere und doppelt lustige Karikaturen werdender Mütter ab. Ein bisschen Humor hätte unterdessen auch Jennifer Lopez (nach „Plan B für die Liebe" ihr zweiter Schwangerschaftsfilm in Folge) gut gestanden, denn sie spielt die adoptionswillige Holly derart bedeutungsschwanger, dass man das Interesse am Ausgang ihrer Unternehmungen schon nach wenigen Szenen völlig verliert.

Schlimmer als einzelne schwächelnde Episoden ist allerdings, wie Regisseur Kirk Jones („Eine zauberhafte Nanny") sie zusammenfügt. Offenbar wurde vorher gar nicht darüber nachgedacht, wie es auf den Zuschauer wirkt, wenn die dramatischen Folgen einer Fehlgeburt mit einer augenzwinkernden Schwangerenkarikatur gekreuzt werden. Sicher gibt es immer wieder Filme, in denen dramatische und komische Szenen reibungslos unter einen Hut passen, aber „Was passiert, wenn's passiert ist" gehört nicht dazu. Und auch wie die eine oder andere Episode mit aller Macht auf einer positiven Note zu Ende gebracht wird, ist eher verstörend als beruhigend: So ist das vollkommen uninspirierte und aus heiterem Himmel kommende, an die Fehlgeburt-Episode angehängte Happy End sogar noch ärgerlicher als die superkitschige Szene, in der Jennifer Lopez ihr afrikanisches Baby adoptiert.

Fazit: Die einzelnen Episoden schwanken von ärgerlich über banal bis ganz lustig. Aber insgesamt zünden einfach zu wenige Pointen, als dass es für fast zwei Stunden gute Unterhaltung reichen würde.
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