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The Best Of Me - Mein Weg zu dir
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
The Best Of Me - Mein Weg zu dir
Von Christoph Petersen
Nachdem angefangen mit „Message in a Bottle“ und „Nur mit dir“ zunächst bloß alle paar Jahre eine Adaption eines Romans von Nicholas Sparks in die Kinos kam, stehen für 2015 mit „The Best Of Me – Mein Weg zu dir“, „Kein Ort ohne dich“ und „The Choice“ gleich drei Verfilmungen von Büchern des Herzschmerz-Maestros auf dem Plan. Aber was Taschentuchfabrikanten Rekordabsätze bescheren könnte, scheint den gemeinen Kinogänger immer weniger zu interessieren, denn während „Wie ein einziger Tag“ mit Ryan Gosling auch nach mehr als zehn Jahren noch von einer treuen Fangemeinde geradezu kultisch verehrt wird, haben „The Lucky One“ mit Zac Efron und „Safe Haven“ mit Josh Duhamel zuletzt keine nachhaltige Aufmerksamkeit mehr erregt. An dieser aufkommenden Sparks-Müdigkeit wird auch die „Romeo & Julia“-Variante „The Best Of Me“ von Michael Hoffman kaum etwas ändern, reiht der „Ein russischer Sommer“-Regisseur doch nur die üblichen kitschig-tragischen Schicksalsschläge ohne erkennbare eigene Handschrift aneinander.

Amanda (Liana Liberato) und Dawson (Luke Bracey) haben einst an der Highschool die große Liebe erlebt und nun sehen sich die beiden (als Erwachsene: Michelle Monaghan und James Marsden) zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder, um in ihrem Heimatort den gemeinsamen väterlichen Freund Tuck (Gerald McRaney) zu beerdigen, der sie in seinem Testament bedacht hat. Längst verloschen geglaubte Gefühle lodern wieder auf, aber nicht nur ist Amanda inzwischen Ehefrau und Mutter, es gab ja auch damals einen Grund für das Zerbrechen der Liebe: Dawsons gewaltbereiter Hillbilly-Vater Tommy Cole (Sean Bridgers) hatte einen Keil zwischen das junge Paar getrieben und auch zwei Dekaden später hat er seinem Sohn noch immer nicht verziehen, dass er sich „für was Besseres hält“ und etwas aus seinem Leben gemacht hat…

… und dann dieses Ende: So etwa 20 Minuten vor Schluss gibt es in Sparks-Filmen meist noch einen massiv-tragischen Twist, was mal gutgehen kann wie in „Safe Haven“ (Stichwort: „The Sixth Sense“), sich aber oft auch als unnötiger Schlenker herausstellt wie der James-Franco-Abstecher in „Das Lächeln der Sterne“. Aber mit „The Best Of Me“ schießt der Autor nun endgültig den Vogel ab, denn wer nicht spätestens bei der finalen schicksalshaft-zufälligen Wendung aussteigt, der glaubt auch noch an Weihnachtsmann, Osterhase und sichere Renten. Und das ist besonders schade, weil trotz der üblichen Kitschdosis zuvor sicher nicht alles schlecht ist: Die Rückblenden funktionieren durchaus als modernisierte „Romeo & Julia“-Variante, was vor allem an den Entdeckungen Liana Liberato (demnächst in „Dear Eleanor“) und Luke Bracey (spielt die Rolle von Keanu Reeves im „Point Break“-Remake) liegt. Leider bleibt der Rest der Familien im Gegensatz dazu völlig klischeehaft: Amandas  Hippie-Vater bietet Luke Geld, damit dieser die Beziehung beendet (ganz was Neues!), und Tommy Cole könnte als Inbegriff des Hillbilly-Bösewichts auch direkt aus einem bewusst zugespitzten Thriller wie „Beim Sterben ist jeder der Erste“ stammen.


Neben den beiden Nachwuchsstars überzeugen immerhin auch ihre erfahrenen Kollegen in den Hauptrollen: James Marsden („X-Men“, „27 Dresses“) und noch mehr Michelle Monaghan („Souce Code“, „True Detective“) verleihen ihren Figuren eine Ungezwungenheit und Reife, die das Material selbst eigentlich gar nicht hergibt. Und da die beiden die meisten ihrer gemeinsamen Szenen nur zu zweit und ohne nervig-klischeehafte Nebenfiguren im Liebesnest ihrer Jugend verbringen, schaut man ihnen einfach unheimlich gerne dabei zu, wie sie sich behutsam wieder näherkommen. Dies sind neben den Tischgesprächen der verliebten Teenager mit dem fürsorglich-weisen Tuck die einzigen Momente, die nicht durchkalkuliert, sondern ehrlich und echt empfunden wirken. Und dann kommt eben dieses vermaledeite Ende…

Fazit: Gegen so viel plumpe Klischees und übertriebenen Kitsch haben am Ende selbst die tollen Darsteller keine Chance.
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