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    Das Haus Anubis - Pfad der 7 Sünden
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Das Haus Anubis - Pfad der 7 Sünden
    Von Daniel Gores
    Regelmäßig schaffen bekannte und beliebte TV-Formate den Sprung vom kleinen Bildschirm auf die große Leinwand. Immerhin genießen einige Adaptionen mittlerweile Kultstatus und manchmal folgt wie im Fall von „Star Trek" sogar eine über Jahrzehnte erfolgreiche Kinoreihe. Auch abgesehen von solchen Phänomenen hat sich die Hoffnung, dass das, was im Fernsehen funktioniert, auch im Kino gut läuft, schon recht häufig erfüllt. Genau darauf setzen die Produzenten von „Das Haus Anubis - Pfad der 7 Sünden". Als Vorlage dient die belgisch-deutsche Kinderserie „Das Haus Anubis" um eine Gruppe von neun Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren, die gemeinsam in einem Internatshaus leben, in dem es nicht so ganz mit rechten Dingen zugeht. Die Mischung aus Daily Soap und Abenteuer ist bei Kindern und jüngeren Jugendlichen gleichermaßen beliebt, dementsprechend bleibt Regisseur Jorkos Damen der kindgerechten, aber auch oberflächlichen Inszenierung der Serie treu. Die weitergehenden gestalterischen Möglichkeiten des Kinos lässt er bei seinem Fantasy-Abenteuer „Das Haus Anubis – Pfad der 7 Sünden" allerdings ungenutzt.

    Der intelligente und romantisch veranlagte Daniel (Daniel Wilken) ist glücklich, nun schon sechs Monate mit seiner Freundin Nina (Kristina Schmidt) zusammen zu sein. Auf einer Exkursion ihres Internats wollen sie der Standfestigkeit ihrer Beziehung feierlich Ausdruck verleihen und zelebrieren ihre gegenseitige Zuneigung mit einem nächtlichen Ausflug zum „Roman-Tor". An diesem magischen Ort, um den sich geheimnisvolle Legenden ranken, übergibt Daniel seiner Herzdame zwei mysteriöse Ringe, die er bei einem Antiquitätenhändler aus der Gegend erworben hatte. Just in diesem Moment erscheint ihnen der unheimliche Ritter Roman (Bert Tischendorf), der Nina in eine andere Welt entführt und den machtlos zusehenden Jungen den „Pfad der 7 Sünden" beschreiten lässt, um seine wahre Liebe zu beweisen. Zusammen mit den anderen Jugendlichen des Internats macht sich der Prüfling auf, die ihm gestellten Aufgaben zu meistern...

    Bei der Aufzählung der sieben Todsünden Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit fällt jedem Cinephilen unweigerlich David Finchers wegweisender Thriller-Geniestreich „Sieben" ein, den man jedoch keineswegs zum Vergleich mit Damens Werk heranziehen sollte. Dessen Sünden-Saga ist schließlich für Kinderaugen gedacht und so werden den jungen Zuschauern mit plakativem Symbolismus wertvolle Tugenden wie Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit und Bescheidenheit nahegebracht. Zu diesem Zweck wird die Jugendgruppe nach dem Schema eines typischen Abzählreims dezimiert. Die einzelnen Stationen des Prüfungs-Parcours sind dabei überaus schematisch angelegt und laufen immer nach dem gleichen Muster ab: Eine der überaus naiven Figuren kann der dargebotenen Versuchung nicht widerstehen und löst sich daraufhin in Luft auf. Die lieblos heruntergespulten Konfliktsituationen verpuffen schnell, bleiben in ihrer Einfachheit aber auch für die kleineren Zuschauer stets verständlich.

    Die Reißbrett-Dramaturgie findet in der biederen Inszenierung ihre formale Entsprechung. Zwar erinnert die Atmosphäre des Films mit seiner mittelalterlichen Umgebung zuweilen an alte tschechische Märchenfilme wie „König Drosselbart", ohne jedoch auch nur ansatzweise deren Charme zu besitzen. Die Besetzung, die sich weitgehend aus der Stammformation der Serie zusammensetzt, wird mit „Fanta 4"-Rapper Smudo sowie Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes mehr oder weniger prominent ergänzt. Aber auch die Neuzugänge können die teils arg gestelzten Dialoge nicht in geschliffene Rhetorik verwandeln und ihre Funktion scheint hauptsächlich darin zu bestehen, ihre bekannten Gesichter zwecks Wiedererkennung in die Kamera zu halten.

    Fazit: Kinder und Fans der Serie werden an dieser auf Spielfilmlänge gestreckten „Haus Anubis"-Geschichte zumindest phasenweise durchaus ihren Spaß haben. Mit einer unausgegorenen Mischung aus kindlicher Naivität und inszenatorischer Einfallslosigkeit wird allerdings die Chance verpasst, auch „Anubis"-Neulinge und ältere Zuschauer zu interessieren.
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