Death Race 3: Inferno
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Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion Death Race 3: Inferno

2,5


Von Robert Cherkowski

Nostalgie ist ein zweischneidiges Schwert. So warm ums Herz es einem beim liebevollen Rückblick auch werden mag, so arg werden vergangene Zeiten dabei oft verklärt. Das gilt auch für das Lebenswerk des legendären B-Movie-Papstes Roger Corman, dessen Filme zwar einen enormen Trash-Charme versprühen, nicht selten aber schlichtweg ganz großer Quatsch mit Soße waren. Von seinen 55 Regiearbeiten und 385 Produktionen ist nur eine Handvoll wirklich sehenswert. Einer der nachhaltigsten Filme aus dem Hause Corman ist die 75er-Produktion „Frankensteins Todesrennen" von Paul Bartel. In der schrillen Science-Fiction-Auto-Sause werden schwarzer Humor, derbe Action und heiße Reifen unter ein Dach gebracht, was auch heute noch richtig Spaß macht. Das dachten sich auch die Macher des „Death Race"-Remakes von 2008 und schickten den modernen B-Movie-Beau Jason Statham auf eine PS-starke Tour de Force, die zwar die satirischen Momente des Originals einbüßte, dafür jedoch als flottes Actionvergnügen überzeugte. Der Erfolg gab Regisseur Paul W. S. Anderson Recht und so kam es, dass weitere Fortsetzungen für den DVD/Blu-ray-Markt produziert wurden. „Death Race 3: Inferno" heißt der neueste, durchaus solide Eintrag. Wer Spaß an der Reihe hat, bekommt mit Roel Reinés Heimkino-Fortsetzung mehr - nur diesmal noch trashiger!

In der dystopischen Zukunft der „Death Race" Filme will man lieber nicht im Gefängnis landen, da dort hinter Gittern das gute alte Gladiatorenzeitalter ausgebrochen ist. Zur Belustigung der Massen müssen Häftlinge entweder in Kämpfen bis zum Tode den Kopf hinhalten oder bei mörderischen modernen Wagenrennen in gepanzerten Vehikeln mitmischen. Bei mehrfachem Sieg winkt die Freilassung. Leichter gesagt als getan – das musste auch der Ex-Verbrecher Carl Lucas (Luke Goss) schon am eigenen Leib erfahren. Einen folgenschweren Unfall hat er nur mit schwersten Verbrennungen überlebt. Nun muss er sich durch eine Freiluft-Rallye in Südafrika schlagen, bei dem ihm nicht nur allerhand schwere Jungs das Leben schwer machen, sondern bei dem auch der sadistische Multimillionär Niles York (Dougray Scott) mitmischt und für sein Privatvergnügen Jagd auf die Fahrer macht. Ausgerechnet Carls alter Widersacher Weyland (Ving Rhames) steht dem Fiesling zur Seite. In diesem Rennen gibt es nur die Pole Position oder den Tod – und Carl ist nicht gewillt, zweiter Sieger zu werden...

Die mittlerweile drei Neuauflagen der „Death Race"-Reihe sind ganz sicher keine Meisterwerke. Dennoch gefällt die konsequente stilistische Weiterentwicklung in Richtung des Trash-Kinos, aus dem sie ohnehin abgeleitet wurden. Schritt für Schritt schließt die Reihe zu ihrem hysterisch-geschmacklosen Ursprung aus der Corman-Schmiede auf: War der Erstling vor allem noch ein Starvehikel der üblichen Jason-Statham-Bauart, wurde es im DVD-Zweitling schon erheblich schriller und campiger. Mit dem dritten Teil ist man nun endgültig zurück beim verschrobenen Bahnhofskino der Siebziger angelangt. Und tatsächlich steht es dem Film ganz gut zu Gesicht, dass seine Macher den Stoff nun schlichtweg nicht mehr ernst nehmen. Immer wieder wirkt das ganze Rambazamba wie eine mit miesen Splatter-Einlagen aufgepeppte Version der Cartoon-Serie „Wacky Races – Autorennen Total": Schrille Vögel im Rennwahnsinn drücken das Pedal durch und pfeiffen auf die Kurvenlage.

Verkörpert werden diese Vögel hier von Darstellern, die man aus zahlreichen Direct-to-Video-Produktion kennt: Der aus „Death Race 2" vertraute Hauptdarsteller Luke Goss bekommt da „Unterstützung" von Granit-Gesicht Danny Trejo („Machete"), Schleimbolzen Dougray Scott („Hitman") oder Grummelbold Ving Rhames („Piranha 2"). Und diese feinen Herren wissen ganz genau, in was für einem Film sie da mitspielen. Wenn sich unser Held mit Kontrahenten herumschlagen muss, die auf Kampfnamen wie „Psycho" oder „Rebel" hören, dann ist klar, dass hier coole Posen statt angespannte Schauspielmuskeln gefragt sind. Dass dabei allerhand mörderische Methoden zum Einsatz kommen, der Asphalt zum Glühen gebracht wird und der Wüstensand bald in tiefem Rot schimmert, versteht sich von selbst.

Im Gegensatz zu vielen Auftragsregisseuren im DVD-Ramsch-Sektor liefert Roel Reiné („The Scorpion King 3 - Kampf um den Thron") solide Arbeit ab. Das Raumgefühl der Actionszenen stimmt, die Schnittfrequenz ist angenehm niedrig und es wird viel mit praktischen Effekten, Blech und derben Totalschäden gearbeitet, ohne sich zu sehr auf CGI-Spielereien zu verlassen. Und wenn dann doch mal auf Computertricks zurückgegriffen wird, etwa wenn ein armer Tropf von ferngesteuerten Raketen gejagt wird, die sich bei Bedarf schon mal im Kreis drehen oder irre Schleifen fliegen, dann sind die Animationen so herzerweichend schlecht, dass sie eher zum Schmunzeln animieren statt zum Ärgernis zu werden. Ob freiwillig oder unfreiwillig – komisch ist das in jedem Fall und so kann man mit dem sympathisch hingebungsvollen Action-Unfug doch eine Menge Spaß haben.

Fazit: Mit „Death Race 3" etabliert sich die Reboot-Reihe nun endgültig als reines Videotheken-Futter – Roel Reinés Film ist ein hohler aber volle Breitseite auf vergnüglichen Krawall gebürsteter Actioner.

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