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    Lotte und das Geheimnis der Mondsteine
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Lotte und das Geheimnis der Mondsteine
    Von Katharina Granzin

    Heutzutage ist es fast schon originell, einen Animationsfilm zu drehen, der nicht in 3D angeboten wird. Die „Lotte"-Filme aus estnisch-lettischer Co-Produktion zeichnen sich durch liebevolle Bilder aus, die auch ohne dritte Dimension begeistern. 2007 kam mit „Lotte im Dorf der Erfinder" der erste Film um das aufgeweckte Hundemädchen mit den klobigen Schuhen in die deutschen Kinos, der nun mit „Lotte und das Geheimnis der Mondsteine" unter der Regie von Heiki Ernits und Janna Põldma fortgesetzt wird. Auch dieses Mal stellt die tierische Protagonistin ihren großen Unternehmungs- und Erfindergeist unter Beweis und erlebt Abenteuer, die nicht nur Kindern im Vorschulalter Spaß machen, sondern auch die sie begleitenden Erwachsenen nicht langweilen. Die etwas verrückte Phantasie, die diese Filme antreibt, sorgt immer wieder für kleine Überraschungen, auch wenn die Geschichte insgesamt so schlicht gehalten ist, dass die sehr junge Zielgruppe nicht überfordert wird.

    Lottes Onkel Klaus hat einen eigenartigen dreieckigen Stein gefunden, der farbig leuchtet und Wärme abstrahlt. Als zwei Kapuzenmännchen im Dorf der Erfinder auftauchen und versuchen, den Stein zu stehlen, merkt Lotte, dass es damit etwas Besonderes auf sich hat. Um das Geheimnis zu ergründen, machen sich Lotte und Klaus auf den Weg zu zwei entfernt lebenden Freunden des Onkels, die ähnliche Steine besitzen. Dicht auf den Fersen sind ihnen die beiden Kapuzenmännchen, die sich als Mondhasen entpuppen. Diese Wesen haben drei statt zwei Ohren und kommen, wie ihr Name schon sagt, vom Mond. Dorthin können sie aber nur mit Hilfe der leuchtenden Steine zurückkehren. Da allerdings mittlerweile ein liebeskranker Tanzschüler die Mondsteine gestohlen hat, um seiner Herzensdame zu imponieren, muss Lotte noch einmal all ihren Erfindergeist einsetzen, um den Mondhäschen zu helfen.

    Größere Kinder könnten gegen diesen Film zu Recht einwenden, dass man immer schon weiß, was gleich passieren wird. Für jüngere Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter aber ist die Handlung aufregend genug. Der optische Mix aus gezeichneten und collagierten Elementen beweist gestalterischen Wagemut und eine Phantasie, die bis in die kleinsten Details hinein Blüten treibt – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn gerade die Blumenwiesen sind eine wahre Pracht. Ganz nebenbei bietet das Abenteuer immer wieder verquere kleine Lebensweisheiten. Lottes Onkel Klaus ist zum Beispiel der festen Überzeugung, man müsse nur ganz fest dran glauben, dass man das bekommt, was man gerade braucht oder wünscht, dann passiert das auch. So werden in der Lotte-Welt Pfannkuchen unter Wasser gebacken und schweben Zahnbürsten von Bäumen. Die Titelheldin wird überdies von einer allumfassenden Menschen- und Tierfreundlichkeit sowie von einer unersättlichen Neugier auf die Welt und ihre Bewohner angetrieben: Man kann nicht anders, als sie gern zu haben.

    Fazit: Auch der zweite Film über Hundemädchen Lotte aus dem Dorf der Erfinder kann mit seiner liebevoll verrückten Phantasie und visueller Originalität punkten. Ein Vergnügen für Vor- und Grundschulkinder, das auch für die begleitenden Erwachsenen durchaus von Reiz ist.

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