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Man lernt nie aus
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Man lernt nie aus
Von
Eine Hollywood-Komödie über einen Rentner, der ein Praktikum in einem hippen New Yorker Internet-Start-up absolviert: Da erwartet man, dass der Greis von der Technik überfordert ist und nicht einmal den Knopf zum Einschalten beim Laptop findet. Zum Glück ist Nancy Meyers' „Man lernt nie aus“ aber ein ganz anderer Film geworden, denn Ben Whittaker ist auch mit 70 ein Praktikant, wie man ihn sich fähiger kaum wünschen kann. Die Bewerbung soll als YouTube-Video eingereicht werden? Kein Problem, Ben schafft sich die Technik drauf und hält vor der Kamera eine Vorstellungsrede, nach der ihm jeder halbwegs fähige Personaler sofort eine Vollzeitstelle anbieten würde. Es macht überraschend viel Laune, dem potenten Senior einfach nur dabei zuzusehen, wie er sich mit unbedingtem Willen und der Erfahrung eines ganzen Arbeitslebens in der schönen neuen Start-up-Welt zurechtfindet. Aber dann verlagert „Was Frauen wollen“-Regisseurin Meyers den Schwerpunkt ihrer Komödie zunehmend vom Beruflichen ins Private – und was sie über die Liebesprobleme einer Start-up-Heroine zu erzählen hat, ist weit weniger spannend.

Seit seine Frau vor dreieinhalb Jahren gestorben ist, hat Ben Whittaker (Robert De Niro) bereits alle seine Flugmeilen aufgebraucht, um die ganze Welt zu bereisen. Aber nun sehnt er sich danach, wieder gebraucht zu werden und morgens einen Grund fürs Aufstehen zu haben. Deshalb zögert er auch keine Sekunde, als er einen Werbe-Flyer für ein Senioren-Praktikum bei einem Online-Mode-Shop entdeckt. Er bekommt den Job und wird sogar direkt der mit einem Fahrrad durchs Loft-Büro fahrenden Gründerin Jules Ostin (Anna Hathaway, „Interstellar“) zugeteilt. Die ist zunächst allerdings mehr als skeptisch, denn neben Mann, Kind und 16-Stunden-Tagen im Büro hat sie echt nicht die Zeit, sich auch noch um einen Praktikanten zu kümmern, der mehr als doppelt so alt ist wie sie. Erst nach und nach erkennt sie, dass Ben eine echte Stütze sein kann – und zwar nicht nur, wenn es darum geht, Ordnung in das Start-up-Chaos zu bekommen…


Im Gegensatz zu dem abwegigen Quidditch-Turnier-Unfug im Google-Werbefilm „Prakti.com“ schildert Nancy Meyers den Start-up-Alltag erstaunlich realistisch (die FILMSTARTS-Redaktion selbst sitzt ja auch in so einem typischen Berliner Hinterhof-Loft, das früher mal eine Tanzschule war). Nun muss „realistisch“ natürlich nicht immer gleich „gut“ und erst recht nicht „unterhaltsam“ bedeuten, aber der zweifache Oscarpreisträger Robert De Niro (für „Der Pate 2“ und „Wie ein wilder Stier“) besitzt als Ben eine solche zupackende Art und eine solche Selbstsicherheit, dass seine Begeisterung für die neue Stelle – selbst wenn es „nur“ ein Seniorenpraktikum ist – sofort auf das Publikum überspringt. Manchmal kann es schon sehr erfüllend sein, einfach nur guten Leuten dabei zuzusehen, wie sie einen guten Job machen - die erste Hälfte von „Man lernt nie aus“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür.

Natürlich ist so ein Büroalltag - hektische CEO-Suche und unaufgeräumter Schreibtisch hin oder her - nicht sonderlich actionreich. Aber während es uns vollkommen gereicht hätte, De Niro weiter beim Spreadsheet-Analysieren zuzuschauen, versucht Meyers auf Biegen und Brechen, noch ein wenig Action in den Plot zu pressen. Also müssen Ben und zwei Kollegen nach einer versehentlich verschickten E-Mail in das Haus von Jules‘ Mutter einbrechen, um ihren Laptop zu klauen. Einer von mehreren völlig überflüssigen Schlenkern in einem ohnehin schon zu langen Film. Zudem entwickelt sich Ben immer mehr von einem beruflichen auch zu einem privaten Mentor für Jules – und das ist nicht nur mitunter allzu gefühlsduselig, es hebelt auch die zuvor etablierte fortschrittliche Perspektive auf das heutige Berufsleben zum Teil wieder aus: Denn offenbar braucht eine erfolgreiche Geschäftsfrau auf Dauer doch einen ergebenen Old-School-Gentleman an ihrer Seite, der ihr im richtigen Moment ein Stofftaschentuch reicht, um damit die Überforderungstränen wegzuwischen.

Fazit: Nancy Meyers scheint nach der Hälfte der Spielzeit der Tragkraft ihrer eigenen Geschichte nicht mehr zu trauen – und damit geht’s für den Film rapide bergab.
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Kommentare

  • Fain5
    Oh man Christoph kannst du es nicht endlich mal lassen immer zu erwähnen, dass ein Googlewerbefilm ist? Es war damals schon peinlich, das als einzig große Kritik an dem Film zu nennen. Und das Quidditschspiel hat einfach nur Spaß gemacht, weil es immer noch eine Komödie sein sollte und keine Dokumentation über Google.
  • Fain5
    Sich nicht lustig machen dürfen? Also ganz ehrlich, wer bei den ganzen Gezeigten nicht auch Kritik üben kann sollte sich eher über sein eigenes Auffassungsvermögen Sorgen machen anstatt über die Filmemacher.
  • Fain5
    Ach ja, Sarkasmus. Das letzte Mittel des Verlierers... Ganz ehrlich Christoph, das ist ein Film über zwei Leute die bei Google ein Praktikum machen. Erwartest du dann ein Enthüllungsthriller, der jedes schmutzige Geheimnis des Unternehmens aufdeckt?
  • HalJordan
    Schade, hatte mir insbesondere von Meyers mehr versprochen.Sehe sowohl Robert DeNiro, als auch Anne Hathaway sehr gerne und hatte daher auf eine unterhaltsame Komödie gehofft.Über Anne´s <3 Darstellung steht leider überhaupt nichts in der Kritik....
  • niman7
    Mal was ganz anderes. Das muss ich einfach unbedingt wissen. Hast Du/Sie tatsächlich Forrest Gump 0.5 gegeben??
  • niman7
    Die Kritik ist allgemein sehr kurz ausgefallen. Da wollte es wohl jemand schnell hinter sich bringen :D Das kann ich aber auch verstehen. Scheint ein typischer Frauenfilm zu sein und manchmal fällt einem einfach nichts ein.
  • Fain5
    Hat er. Und er steht dazu. Kritiker neigen oft dazu keine Kritik anzunehmen und vielleicht nochmal über vergangene Taten nach zu denken ;)
  • Fain5
    Ich muss dir erklären, was Erwartungen mit der Qualität bzw der subjektiven Wahrnehmung dieser zu tun hat? Nicht dein Ernst oder? Ich führe mal das Beispiel Drive an: Nach dem Trailer dachten nicht wenige, es ist ein weiter Fast and Forious Abklatsch. Viele waren positiv überrascht, dass der Film viel mehr versprach. Andere waren aber enttäuscht, dass der FIlm nicht das hielt, was der Trailer versprochen hatte und finden den Film scheisse nur weil die Erwartungen anders waren. Ich hoffe das war verständlich Christof.
  • Jimmy V.
    Die Kritik überrascht mich nicht. Aber gut, dass De Niro anscheinend recht launig spielt.
  • Teddy-Daniels
    Finde auch schade, dass nichts über Hathaway drinsteht, bzw. das Zusammenspiel der beiden. Aber wenn man mal bei den Kritiken auf rottentomatoes schaut, wird das Zusammenspiel der beiden immer positiv hervorgehoben und auch ansonsten gibt es bisher nen ordentlichen Schnitt von 71% positiver Kritiken, wenn auch bisher nur von 7 Kritiken :D
  • Fain5
    Wenn du etwas nicht verstehst solltest du es vermeiden darüber mitzudiskutieren...
  • Peter H.
    GET A LIFE, Alter !!! Ich mache mir echt Sorgen !!"Kritiker neigen oft dazu keine Kritik anzunehmen"Ich hoffe du erkennst dich wieder !!! Wenn hier jmd keine Kritik annehmen kann, dann DU, mein Lieber. Und das hast du in dieser nerdigen Diskussion wieder hinreichend bewiesen. Selten so einen Klugscheisser gelesen.
  • Fain5
    Ach ja? Ich habe deutlich erklärt was Erwartungen damit zu tun haben wie ein Film wahr genommen wird. Wenn der andere oder du zu dumm sind das zu verstehen bzw zu wenig sozialen Umgang haben um das auch mitbekommen zu haben dann ist es nicht meine Schuld. Und wenn du dir SOrgen machst über jemandem der anonym im Internet schreibt, dann solltest DU dir mal ein Leben beschaffen :D Vollhonk. Aber dein Leben ist ja so spannend, dass du selbst bei Nachrichten von Filmen die du hasst postest gell?
  • Peter H.
    Pass auf, übernimm du doch . Schreib deinem Kumpel Christoph (ihr seid ja per DU) und sag ihm, dass er bald einen neuen Chef bekommt. Vergiss dabei nicht die Ankündigung, dass die Kommentar-Funktion eingestellt wird, weil du eh alles besser weisst und Diskussionen somit auf der Seite nicht mehr infrage kommen. Schont Herz und Kreislauf und du musst dich auch nicht mehr über so einen Firlefanz wie hier aufregen. °O°
  • Fain5
    :D Geil, nicht ein Argument konntest du liefern und flüchtest dich stattdessen auch in Sarkasmus. Meine Güte werd erwachsen.
  • niman7
    Also bei aller Liebe: Man kann den Film nicht mögen weil er doch recht ungewöhnlich ist, aber ihn für solch einen schlechten Film zu halten? Und das auch noch als professioneller Kritiker?
  • Fain5
    Meine Rede. Seine Kritik ist ja noch besser. Er fühlt sich bemüßigt, für die Schwarzen einzutreten und den Rassismus, der überall im Film herrscht anzuprangern...
  • niman7
    Ach es gibt auch eine Kritik dazu? Klar gibt es Rassismus in dem Film, aber erzählt nun mal über die Zeit, als schwarze nicht gleichberechtigt waren. Was gibt es dazu kritisieren?
  • Fain5
    Er spricht ja nicht vom offensichtlich behandelten Rassismus sondern vom unterschwelligen, der angeblich im Film ist. Wobei ich gerade echt am überlegen bin ob das Christoph war. Jedenfalls hat er dem Film nur 0,5 Punkte gegeben aber ich find die Kritik nicht mehr.
  • Peter H.
    Argument? Bei dir? Hättest du wohl gerne, würde aber nichts bringen. Höchstens, damit du noch mehr Zeit auf verbringen kannst. Also gefühlte 23,5 Stunden am Tag. DAS ist krank, mein Freund.
  • Fain5
    Du Lusche :D
  • niman7
    Auf seiner Seite hab ich nur die Bewertung gesehen und keine passende Kritik dazu. Vllt äußerst er sich ja noch dazu.
  • Fain5
    Übrigens, hast du gewusst, dass man uns für ein und die selbe Person hält?
  • Fain5
    Wie gesagt ich meine mal diese Kritik gelesen zu haben aber kann sein, dass ich da jetzt diese Kritik mit Christophs 0,5 vermische.
  • Peter H.
    Hopp hopp, befrei mal Hirn und Finger von der Tastatur und Filmstarts und hüpf ins Bettchen deines Lovers, Süßer.
  • niman7
    Ach quatsch? :D Wir haben doch einen völlig verschiedenen Schreibstil? :D Wer sagt das und wo? :D
  • niman7
    Ich hab sämtliche seiner Kommentare gelesen, aber nichts, wo er das behauptet? :D
  • Fain5
    http://www.filmstarts.de/kriti...
  • HalJordan
    Danke für die Info. Bislang habe ich nur die FS-Wertung und das IMDB-Rating gesichtet. Und das IMB-Rating ist mit 7,3 (noch) ganz gut.Den Film werde ich mir auf jeden Fall anschauen, wenn auch erst im Heimkino.
  • niman7
    Ersteres kommentiert^^
  • Fain5
    Na toll, jetzt wo ich meine Aussage schon selbst korrigiert habe kommst du an. Und keine Sorge, ich WILL auch garnicht wissen, warum man Forrest Gump 0,5 Punkte gibt. Denn auch, wenn einem der Film nicht gefällt ist er rein von der Qualität keine 0,5 Punkte wert und diese Wertung ein Armutszeugnis für jeden Filmkritiker der ernst genommen werden möchte. Also sei stolz dass du dich getraut hast ;)
  • Sven McClane
    Lieber Peter, Christoph Petersen(CP) hat erst vor ein paar Monaten @Fain 5(F5) ausdrücklich das ´Du´ angeboten, bzw. fast förmlich aufgedrängt. Dass F5 Herrn CP duzt, ist demnach keine Unhöflichkeit. Da sie sich anscheinend schon länger übers Netz kennen und sicherlich auf eine gewisse Art und Weise mögen, sollte man F5´s an sich burschikos-aggressiv ausgefallene Kritik, sprich nerdiges Verhalten, an CP vor diesem Hintergrund etwas relativieren. Würde man diesen Hintergrund nicht kennen, wäre Ihre Kritik an F5´s formlosen Verhalten CP gegenüber allerdings berechtigt. Darüber hinaus "pimmeln" wir alle hier gelegentlich in den Kommentarfunktionen zwecks Zerstreuung herum. Sie auch, lieber Peter! Einen polemisch geführten Chat finde ich zudem auch unterhaltsamer als ein hochgradig ausdifferenzierter und penibel auf Etikette achtender Chat. MfG, Sven
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