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Männer zum Knutschen
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Männer zum Knutschen
Von Franziska Felber
Eine Komödie um ein schwules Liebespaar? Da gibt es wie bei allen romantischen Lustspielen hauptsächlich zwei Möglichkeiten: frischer Wind in einem verstaubten Genre oder eine Aneinanderreihung von langweiligen Klischees. Robert Hasfogels „Männer sind zum Knutschen" landet irgendwo zwischen diesen Polen. Schwule, die sonst meist nur hübsches Beiwerk der eigentlichen heterosexuellen Protagonisten sein dürfen – als bester Freund der Braut etwa -, spielen hier ausnahmsweise tatsächlich die Hauptrollen, dazu ist es dieser mit recht bescheidenen Mitteln entstandenen Produktion anzumerken, dass sie eine Herzensangelegenheit des ganzen Teams war. Doch das Drehbuch wiederum ist so wirr und die Handlung so hanebüchen, dass Hasfogel mit seiner Schwulenkomödie zwar einige Sympathiepunkte sammelt, aber nie wirklich mitreißt.

Ernst Knuddelmann (Frank Christian Marx) ist ein Landei und neu in Berlin. Schnell beginnt er eine Beziehung mit dem überdrehten Lebemann Tobias (Udo Lutz), der Ernst in die Partyszene der Hauptstadt einführt. So sehr Ernst in Tobias verliebt ist, so wenig sicher ist er sich der wahren Gefühle seines Freundes, denn der stilisiert sich selbst zur Kunstfigur und versteckt sich hinter einer glatten Fassade. Dann schaut Ernsts Vergangenheit auf einen Besuch vorbei: Seine beste Freundin Uta (Alexandra Starnitzky) kommt nach Berlin. Sie wirbelt den Freundeskreis durcheinander, denn sie ist ähnlich durchgeknallt wie Tobias. Schließlich wird Ernst vor die Entscheidung gestellt: Wer meint es wirklich gut mit ihm und wer spielt ein falsches Spiel?

Als Panzerknacker verkleidet kommt Tobias in die Bank, in der Ernst arbeitet, um ihm sein Pausenbrot zu bringen. So ist es eben, das Leben mit Tobias: verrückt und unvorhersehbar. Zu Beginn wirkt er geradezu wie die Karikatur des tuntig-überdrehten Schwulen, doch im Laufe des Films gewinnt er an Profil. Die Rolle der ausgeflippten Zicke übernimmt dagegen bald Uta - oder „Puta" wie Tobias sie wegen ihrer künstlichen Art nennt. Sie möchte Ernst und Tobias auseinanderbringen und bedroht letzteren mit einem Nussknacker. Ja, richtig gelesen: mit einem Nussknacker. Doch diese Attacke ist erst der Anfang - man kann hier nie sicher sein, wer nun als nächstes vorübergehend den Verstand verliert. Tobias jedenfalls schart seine Freunde um sich, gemeinsam wollen sie Puta mit einem abstrusen Mittel loswerden – einer Killer-Guacamole. Die Ansammlung von Absurditäten und Überdrehtem wirkt meist recht forciert und seltener wirklich amüsant, hier fehlt dann auch die klare erzählerische Linie

„Männer zum Knutschen" ist das erste Werk der neuen Produktionsfirma Ente Kross Film, gegründet von den beiden Hauptdarstellern Frank Christian Marx und Udo Lutz. Für ihr Werk haben sie bekannte Größen der Berliner Showszene für Nebenrollen und Gastauftritte gewonnen: Nina Queer, Ades Zabel (bekannt aus „18.15 Uhr ab Ostkreuz") und Barbie Breakout. In der Rolle der nervigen Uta überzeugt Alexandra Starnitzky – und das obwohl die Figur wenig überzeugend angelegt ist. Überhaupt wirken alle Mitwirkenden stets hoch motiviert und es gibt nur gelegentlich kleine Momente der Unbeholfenheit, auch wenn aus der flotten Komödie in ansprechenden Bildern im Verlauf der Handlung reiner Klamauk wird.

Fazit: „Männer zum Knutschen" ist ein sympathischer Film mit einigen guten Ansätzen, die Komödie ist jedoch letztlich zu irre und zu aberwitzig, um nicht in mal mehr, mal weniger gelungene Einzelmomente zu zerfallen.
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Kommentare

  • JanusWinter
    Leider sehr enttäuschend. http://www.queermdb.de/film/ma...
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