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    The Girl King
    Durchschnitts-Wertung
    3,2
    5 Wertungen - 1 Kritik
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    1 User-Kritik

    Michael S.
    Michael S.

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    3,0
    Veröffentlicht am 7. März 2017
    Mika Kaurismäki stellt Kristina Wasa als starke Frau mit viel Durchsetzungsvermögen dar, die aus der Not heraus zur Monarchin wird, zugleich aber auch eine Gefangene ihrer Leidenschaften ist. Im Vordergrund steht die durch einen regen Briefwechsel nachgewiesene intensive Zuneigung zu ihrer Hofdame Ebba Sparre. Die bisher eher vermutete lesbische Beziehung zwischen den beiden Frauen wird im Film zur Tatsache, was man im Rahmen einer biografischen Erzählung noch akzeptieren könnte. Gleichzeitig sollen aber auch noch Kristinas Leidenschaft für Kunst und Philosophie, sowie diverse politische Errungenschaften thematisiert werden. Anstatt all diese Themen gleichberechtigt in die Handlung einzubetten werden einzelne Episoden aneinandergereiht, Andeutungen in Nebensätzen gemacht, der Westfälische Frieden ist ohne große Vorgeschichte plötzlich da und verschiedene historische Persönlichkeiten wie René Descartes betreten die Bühne und verlassen sie anschließend ohne große Erklärungen wieder. Man munkelt von Vergiftung, aufgeklärt wird davon nichts. Gerade die Verschwörung um eine mögliche Absetzung der beim Adel zunehmend unbeliebten Königin hätte viel hergegeben, am Ende bleibt aber auch dieser Umstand eine von vielen Randnotizen in einer Handlung, die viel erzählen will, letztlich aber sperrig und unzugänglich bleibt. © NFP Malin Buska bemüht sich redlich der umstrittenen Monarchin ein Gesicht zu geben, doch wirkliches Verständnis für ihre Gefühlslage kann man ihrer eigentlich recht leidenschaftlichen Figur auch angesichts ihrer nachvollziehbaren Einsamkeit nicht abgewinnen. Selbst die Beziehung zu Ebba Sparre bleibt trotz Kristinas nachvollziehbarer Einsamkeit ein Rätsel. Erst scheinen beide noch die Distanz zueinander zu wahren, im nächsten Moment folgt Sex zu pathetischer Chormusik. Michael Nyqvist bleibt der einzige Lichtblick in der Besetzung, mal als väterlicher Mentor, dann wieder als strenger Lehrer, der nur das beste für sein Land will. Ein wenig erinnert das und Kristinas Gesamtsituation an die von Cate Blanchett so denkwürdig verkörperte Elizabeth I., doch vieles bleibt hier im Ansatz stecken. Die Skandalgeschichten stehen hier über der Figurenzeichnung, die in der frühen Neuzeit durchaus heiklen Themen tragen den Film jedoch nicht. Ein Großteil der Charaktere, inklusive der Hauptfigur, bleibt zudem derart distanziert, dass die gut einhundert Minuten auch aufgrund der eher biederen Austattung und Musik nur sehr langsam vergehen.
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