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    ES Kapitel 2
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    4,0
    stark
    ES Kapitel 2

    Pennywise ist zurück!

    Von Christoph Petersen
    Nachdem bereits der erste Trailer für einen Weltrekord sorgte, avancierte „ES“ mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr als 700 Millionen Dollar (bei einem Budget von 35 Millionen) zum erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten. Neben einer gerade im Horrorfach herausragenden Qualität (4,5 Sterne von FILMSTARTS) sowie einem punktgenauen Mitschwimmen auf der Nostalgiewelle hing der überragende Erfolg aber auch damit zusammen, dass sich Regisseur Andrés Muschietti und sein Drehbuchautor Gary Dauberman für „ES Kapitel 1“ genau den Teil aus Stephen Kings hochkomplex aufgebautem Megabestseller herausgepickt haben, der sich am leichtesten an ein breites Publikum bringen lässt. Denn während in der Vorlage ständig zwischen den Kämpfen der jugendlichen Verlierer und ihrer schwer traumatisierten Erwachsenen-Ichs drei Jahrzehnte später gegen Pennywise hin und her gesprungen wird, handelt der erste Kinofilm ganz geradlinig von der Auseinandersetzung der Kinder mit dem Clown. Das Ergebnis: Ein herausragend gut gemachter, aber im Vergleich zum Roman eben auch eher konventionell aufgebauter Horrorfilm.

    Nun kennt wohl jeder den Moment, wo die (vergleichsweise) einfachen Aufgaben weggeschafft sind und plötzlich nur noch die ganz schweren Brocken vor einem liegen. So in etwa dürften sich auch Muschietti und Dauberman gefühlt haben, als sie mit der Arbeit am Skript zu „ES Kapitel 2“ begonnen haben. Schließlich sollte die Geschichte der erwachsenen Verlierer dramaturgisch nie für sich stehen, sondern war immer als Komplementärstück zu den Erlebnissen im Sommer vor 27 Jahren gedacht, um so die bleibenden Traumata (ohnehin eines der ganz zentralen Themen in Kings Gesamtwerk) einer solchen Schreckenserfahrung herauszuarbeiten. Aber das Erfolgsduo erweist sich auch dieser Herausforderung als gewachsen. Abgesehen von einigen kleineren Hängern im Mittelteil (das Sequel ist schließlich auch unglaubliche zwei Stunden und 45 Minuten lang) erweist sich „ES Kapitel 2“ erneut als handwerklich herausragendes, vor allem mit kreativen Kreaturendesigns und starken Schauspielleistungen begeisterndes Gruselkino, bei dem die Macher zudem von Anfang an geschickt mit der Frage kokettieren, ob sie das Originalende nun beibehalten oder vielleicht doch abändern werden.

    Der Club der Verlierer 27 Jahre danach: Mike (Isaiah Mustafa), Richie (Bill Hader), Bill (James McAvoy), Beverly (Jessica Chastain) und Ben (Jay Ryan)


    27 Jahre nachdem der Club der Verlierer über den Formwandler ES und seine Lieblingsgestalt Pennywise (Bill Skarsgård) triumphiert hat, wird die Kleinstadt Derry erneut von einer grausamen Mordserie erschüttert. Für Mike Hanlon (jung: Chosen Jacobs, erwachsen: Isaiah Mustafa), der inzwischen als Bibliothekar der Stadt tätig ist, steht sofort fest: Horror-Clown Pennywise ist wieder da! Also kontaktiert er die anderen Mitglieder des Clubs, um sie an ihren damaligen Schwur zu erinnern, wieder in Derry zusammenzukommen, sobald ES noch einmal zurückkehrt. Während Horrorautor Bill Denbrough (Jaeden Martell, James McAvoy), Stand-up-Komiker Richie Tozier (Finn Wolfhard, Bill Hader), der inzwischen schlanke Stararchitekt Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor, Jay Ryan) und Millionärsgattin Beverly Marsh (Sophia Lillis, Jessica Chastain) der Aufforderung folgen und in ihre Heimatstadt zurückkehren, verkraften es aber nicht alle erwachsenen Verlierer so gut, den Schrecken von damals potenziell noch ein weiteres Mal durchleben zu müssen ...

    Das geht ja gut los!


    Schon nach der Eröffnungssequenz ist klar, dass „ES Kapitel 2“ der im Vergleich zum Vorgänger sehr viel düsterere Film wird. Aber das ist ja auch kein Wunder. Denn wo Pennywise im Jahr 1989 noch in ein (vermeintliches) Kleinstadtidyll hereinbricht, erweist er sich im Jahr 2016 nur als weiteres Symptom einer ohnehin von Traumata gebeutelten Welt. Dazu passend beginnt Muschietti seine Verfilmung mit dem Hassverbrechen an einem schwulen Paar, das zwar bereits im Roman eine zentrale Rolle spielt, in der Mini-Serie von 1989 aber ausgespart wurde. Dabei gerät die Brutalität, mit der die homophoben Angreifer (einer von ihnen ist noch ein Kind) auf ihre Opfer eintreten, derart intensiv, dass der kurz darauf folgende Moment, in dem Pennywise dem von der Brücke geworfenen Adrian Mellon (Queer-Cinema-Wunderknabe Xavier Dolan) in den Arm beißt, vergleichsweise harmlos wirkt. Ein grandioser Downer-Einstieg ...

    ... nach dem man sich sofort fragt, ob Muschietti bei der Zeichnung der Verlierer wohl genauso radikal weitermachen wird. Die Antwort lautet leider: nein. Trotz der stolzen Laufzeit wird sogar erstaunlich wenig Zeit darauf verwendet (selbst im Vergleich zur insgesamt ja viel kürzeren Mini-Serie), die erwachsengewordenen Protagonisten in ihrem neuen, noch immer von den damaligen Traumata geprägten Alltag zu zeigen. Das ist vor allem bei der Figur von Beverly Marsh sehr schade – denn wo die Beziehung zwischen ihr und ihrem Mann sowohl im Buch als auch in der 89er-Verfilmung auf verstörende Weise abgefuckt war, erweist sich ihr Ehemann nun in seiner einzigen kurzen Szene als Stereotyp des krankhaft eifersüchtigen Schlägers. Das ist funktionell, aber nicht sonderlich aufregend.

    Pennywise (Bill Skarsgård) wütet wieder


    Die knappe Einführung der erwachsenen Figuren ist zwar schade, aber für den weiteren Film zum Glück kein Problem. Muschietti hat schließlich auch abseits der beiden Stars James McAvoy („Glass“) und Jessica Chastain („Interstellar“) eine herausragende Gruppe von Schauspielern zur Verfügung, die nicht nur allesamt sehr passend zu ihren 27 Jahre jüngeren Ichs gecastet wurden (vor allem Teach Grant ist als inzwischen in der Psychiatrie einsitzender Henry Bowers einfach perfekt), sondern auch der psychologisch-dramatischen Ebene der Geschichte eine Gewichtigkeit verleihen, die man sonst im Mainstream-Horrorkino in den allermeisten Fällen vergeblich sucht. Vor allem das im ersten Teil etablierte Zusammengehörigkeitsgefühl der Verlierer spürt man auch beim ersten Treffen der Derry-Rückkehrer in einem chinesischen Restaurant sofort wieder (und das, obwohl sich die Zahl der Rückblenden gerade in Anbetracht der Beliebtheit der Kinderdarsteller doch in Grenzen halten). Allerdings ist es auch gerade wegen dieser sofortigen Verbundenheit so schade, dass der Romanplot die Gruppe sofort wieder auseinanderreißt ...

    ... schließlich muss sich jeder der Verlierer zunächst einmal seinen eigenen Dämonen der Vergangenheit stellen. Aber während im Roman zum Teil viele Seiten dazwischenliegen, weil die Geschichte eben zwischen Kindern und Erwachsenen hin und her springt, folgen die fünf Episoden in der neuen Verfilmung nun Schlag auf Schlag, was dramaturgisch durchaus ein wenig redundant anmutet, zumal die ganz klar stärkste Konfrontation (aus gutem Grund) nicht nur fast vollständig als erster Trailer verwendet wurde, sondern auch als eine der ersten im Film ist. Aber letztendlich stehen dann auch in diesem Abschnitt doch klar die Qualitäten im Vordergrund – und die sind überwiegend dieselben wie beim ersten Teil: grandiose Designs, starke inszenatorische Einfälle und Bill Skarsgård („Hemlock Grove“) als Pennywise.

    Mehr vom Guten


    Vor allem die Überblendungen zwischen den Zeitebenen oder den Figuren sind etwas für Kino-Feinschmecker – wie in einem Moment das Blut von einer anderen Figur an einem anderen Ort buchstäblich in die Albträume der erwachsenen Beverly Marsh hineintropfen oder sich die Kamera den Weg hinaus aus dem pechschwarzen Dunkel von unten durch ein fast vervollständigtes Puzzle bahnt, sind nur zwei Beispiele von etlichen inszenatorischen Leckerbissen. Noch viel auffälliger als solche zum Glück nie zum Selbstzweck verkommenden, sondern immer auf die psychische Situation der Protagonisten abgestimmten Spielereien sind aber natürlich auch diesmal wieder die Kreaturen-Designs. Denen merkt man zwar immer sofort die seit seinen Kurzfilm-Durchbruch „Mama“ gepflegte Handschrift von Muschietti an, sie fallen aber trotz ihres konsequent aufeinander abgestimmten Looks wieder erfreulich abwechslungsreich aus.

    Einer der ersten Höhepunkte dabei ist gleich zu Beginn die China-Restaurant-Szene, in der sich ein Teller mit Glückskeksen als Brutstätte für allerlei zunächst köstlich absurde, aber dann doch zunehmend richtig ekelhafte und grauenerregende Kreaturen entpuppt: Wenn bei einem insektenartigen Wesen die feinbehaarten Beinchen an den Augen vorbei wie bei einer pervertierten Geburt aus den Augenhöhlen hervorgekrochen kommen, merkt man den Designern ihren höllischen Spaß am Horror an. Und den haben sie – sogar noch mehr als im ersten Teil – erneut mit den Erscheinungsformen von Pennywise. Der Horror-Clown ist diesmal nämlich nicht nur noch böser (ein kleines Mädchen bei einem Baseballspiel lockt er etwa in die Falle, indem er eiskalt ihre Selbstzweifel wegen eines vermeintlich entstellenden Feuermals ausnutzt), er taucht auch noch öfter auf – und zwar auch an einigen Stellen, an denen er weder im Roman noch im TV-Zweiteiler eine Rolle gespielt hat. Vor allem im Finale ist ein Zwitterdesign zwischen Buchtreue und eigener Vision der Filmemacher besonders gut gelungen. (Wobei die grauenerregendste Pennywise-Szene in „ES Kapitel 2“ erstaunlicherweise diejenige ist, in der man ihn zur Abwechslung mal ganz kurz ohne Make-up zu sehen bekommt.)

    Der Club der Verlierer 1989: Ben (Jeremy Ray Taylor), Eddie (Jack Dylan Grazer), Beverly (Sophia Lillis), Stanley (Wyatt Oleff), Bill (Jaeden Martell), Richie (Finn Wolfhard) und Mike (Chosen Jacobs)


    Und apropos Finale. Der erwachsene Bill Denbrough ist in „ES Kapitel 2“ ein erfolgreicher Horrorautor, der sich aber auch immer wieder anhören muss, dass seine Geschichten zwar großartig, seine pessimistischen Enden aber zugleich auch ziemlicher Mist seien. Sogar Stephen King selbst sagt ihm das bei seinem Cameo-Auftritt als Antiquitätenhändler geradeaus ins Gesicht – und könnte dabei natürlich genauso gut mit einem Spiegel sprechen, denn die Kritiken sind allesamt welche, die er sich auch selbst schon oft in seiner unvergleichlichen Karriere anhören müsste. Die augenzwinkernd-selbstreferenziellen Hinweise auf das Ende sind natürlich ein Spiel mit der Frage, ob dieses für die Verfilmung geändert wird. Das wollen wir natürlich nicht verraten, deshalb nur so viel: Wir sind mit dem Abschluss ebenso zufrieden wie mit dem Rest des Films – und wenn der Abspann rollt, mag man kaum glauben, dass das gerade tatsächlich 165 (!) Minuten gewesen sein sollen. Mit einem solchen sympathischen Haufen Verlierer vergeht die Zeit halt wie im Flug, Killer-Clown hin oder her.

    Fazit: „ES Kapitel 2“ knüpft sich den im Vergleich zum Vorgänger sehr viel schwieriger zu verfilmenden Teil des Romans von Stephen King vor – und kann trotzdem auf (fast) ganzer Ebene überzeugen. Eine starke Fortsetzung mit einer angenehm ambivalenten, weil manchmal pessimistisch-abgründigen und manchmal optimistisch-anpackenden Atmosphäre irgendwo zwischen „Die Goonies“, „Stand By Me“ und einem Horror-Clown, der kleinen Kindern die Köpfe abbeißt.

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    Kommentare

    • Heinz Meck
      Ich hatte das schon befürchtet. Aber naja, geguckt haben wollte ich es trotzdem. Ich hatte auch das Buch damals gelesen und es ist natürlich behäbiger, erwachsener. Allgemein ist es schade, dass sich die Jugend mit solchen billigen Methoden wie Jump Scares eher zum Geld ausgeben bewegen lässt, als mit echtem Horror. Ich fand in jungen Jahren Scream schon richtig bescheuert und kann bis heute nicht verstehen, wie das so erfolgreich werden konnte.
    • Larry Lapinsky
      Was ist letztendlich WIRKLICH gruselig? Darüber lässt sich trefflich philosophieren. Für mich z. B. immer wieder Alien von Scott, und zwar nur der erste. Komponenten wie die Musik etc. kommen noch mit dazu. Es ist für mich eher ein Epos, wie Herr der Ringe oder Harry Potter, an den ich übrigens bei diesem Feuerkelch, den Artefakten (Horkruxe) und dem Ende von Pennywise oft denken musste. Und auch diese Epen, bei denen es eben eher um Liebe und Freundschaft und natürlich AUCH den Sieg über das Böse geht, sind nur partiell gruselig, aber nicht wirklich Horror. Und in dieser Hinsicht fand ich Teil 2 schon über 2/3 gelungen, im Finale mit leichten Abstrichen (s. o.).Völlig Recht gebe ich dir hingegen bei der Behandlung von Henry Bowers, auch das habe ich ja oben erwähnt.
    • Larry Lapinsky
      Ich fand den Film ähnlich gut wie Teil 1 und würde ihm auch 4 Sterne geben. Referenz ist für mich, der ich den Roman nicht gelesen habe, die alte Verfilmung, die ich früher auch sehr mochte. Die neue hat nun endlich auch Kinoformat.Nur beim Finale würde ich leichte Abstriche machen: Erstens gefiel mir die optische Umsetzung von Pennywise dort nicht so ganz. Ich hätte ihn auch gern mal kurz GANZkörpermäßig anders gesehen und nicht nur halb, denn gruselig war diese Zwitter-Entscheidung wahrlich nicht! Zweitens war ich irritiert über das Ende von Henry Bowers, dem Psycho-Killer. Es mag ja nun möglicherweise buchgetreuer sein, aber in der alten Verfilmung hatte Es ihn sich ja am Ende sehr wirkungsvoll einverleibt, meiner damaligen Interpretation nach getreu dem Motto: Du bist als Sadist zwar Bruder im Geiste, aber kein wirklicher Verbündeter, sondern im Endeffekt wie alle doch nur ein Spielzeug für mich! Hier hingegen fand ich sein Wiederauftauchen durch den abrupten, fast Rian Johnson-mäßigen Abgang (> Snoke) dramaturgisch fast redundant. Wie seht ihr das?
    • Silvia Sejic
      Es gibt kaum ein Buch, das ich von King nicht gelesen habe, und natürlich sehe ich mir auch seine Filme an. Ich war schon von der Neuverfilmung von ES I als Horrorfilm enttäsucht. ES II setzt fast ausschließlich aufs Erschrecken statt aufs Gruseln. Am Ende fand ich ihn auch nur noch lang und habe mehrmals auf die Uhr geschaut... nicht gut.
    • Silvia Sejic
      Ich kenne das Buch, und gebe dir trotzdem zum großen Teil Recht. Das war Erschrecken auf hohem Niveau, aber nicht Gruseln auf hohem Niveau.
    • Luksman
      War gestern in der OV-Fassung und muss sagen, dass ich wirklich enttäuscht war. Ich kenne das Buch nicht, deshalb kann ich nicht jeden Handlungsstrang so bewerten wie das die Buchkenner tun, aber trotzdem wirkte der Film wie ein generischer Grusel-Streifen, den man vom Handlungsablauf so schon 1000x gesehen hat. Daran ändert auch das tolle Cast nichts, denn während der 1. Teil für mich als Coming of Age Story wunderbar funktioniert hat, hat er als Horror-Film komplett versagt.Nennt mich abgestumpft, aber das ist doch nicht gruselig. Die beste und atmospährischste Szene mit der alten Frau haben die Macher (wahrscheinlich bewusst) in den Trailer eingebaut. Jede Begegnung mit Pennywise und seinen anderen Formen läuft immer nach Schema F ab. Spannung wird aufgebaut...die Musik verschwindet, man wähnt sich in Sicherheit und...BOOOOM. Jump Scare. Juchu! Laaaangweilig. Da können die Effekte und das Kreaturendesign noch so toll sein - es nicht gruselig. Man erschreckt sich nur wegen der penetranten Sounds.Hier wurde mir klar, dass der Film, der im Kern ja eine schöne Geschichte erzählt, sich seinen Ängsten zu stellen, einfach NUR auf Mainstream ausgelegt ist. Lasst die Teenis kreischen! Ich will auch keinen Art-House-Horror sehen, aber das ist doch einfach nur plump.Aus diesem Grund kann ich diese hohe Wertung überhaupt nicht nachvollziehen.Handwerklich gut gemacht, tolle kreative Ideen was die Übergänge betrifft und die Rückblenden von den jungen zu den alten Losern, aber ein Rohrkrepierer was den Gruselfaktor betrifft. Schade.PS: Die Einbindung von dem Vokuhila-Bösewicht der aus der Klapse ausbricht, war sowas non unbedeutend für den Handlungsverlauf und überflüssig. Jesses! Auch wenn der im Buch vorkommt, hätte man den locker streichen können und wäre so auf eine Laufzeit von passablen 140 Minuten gekommen.
    • Ortrun
      Liegt wahrscheinlich auch am Nervenkostüm des jeweiligen Zuschauers. Ich habe mich beim ersten Teil (und auch beim zweiten Teil) stellen weise sehr gegruselt; für meinen Bedarf auf jeden Fall ausreichend.
    • Ortrun
      War gestern auch in der Doppelvorstellung und sehe das fast genauso. Der Mittelteil hat mich nicht ganz so gestört. Die Chemie zwischen den Erwachsenen war für mich grundsätzlich vorhanden, nur nicht ganz so homogen bzw. durchgängig, wie im ersten Teil bei den Kindern. Trotz der Lauflänge hatte ich kein Gefühl von Länge. Werde den Film auf jedenfall nochmal im Kino sehen, um auf Details zu achten, die mir beim ersten Mal entgangen sind (z.T. weil ich vor Anspannung nicht hingucken konnte; beim zweiten Mal weiß ich dann, was auf mich zukommt und kann das besser aushalten).
    • ペックネック
      Ich war in der Doppelvorstellung und konnte so mehr oder weniger direkt den zweiten Teil mit dem ersten vergleichen.Auch mit Teil 2 hatte ich trotz einiger Schwächen viel Spaß. In Sachen Brutalität dreht er gegenüber dem ersten Teil noch einmal deutlich auf, die zwei Bills (also Bill Skarsgård und Bill Hader) waren grandios, und mir gefielen besonders die Querverweise auf die erste Verfilmung, die selbstironischen Sticheleien auf der Metaebene gegen das Buch selbst, die hier in der Kritik auch angesprochen wurden, und dass eine der berühmtesten Filmszenen überhaupt aus einer anderen King-Verfilmung ebenfalls zitiert wurde, gehört hier schon fast zum guten Ton.Die detailreiche Adaption ist allerdings auch nicht frei von Schwächen: Gerade die Mitte des Films, in der die Verlierer nacheinander mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden, fühlte sich leider wie ein stumpfes Abarbeiten einer Checkliste von Szenen aus dem Buch ab, man hat sie einfach übernommen, ohne dabei wirklich darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Dramaturgie im Film immer anders funktioniert als im Buch - ein nicht unüblicher Fehler bei Adaptionen, zumal hier die ständigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit zwischendrin fehlen. Dazu muss ich sagen, dass die Chemie zwischen den Kinderdarstellern deutlich besser war, während man den Erwachsenen ihre Freundschaft nicht immer zu 100% abgekauft hat, teilweise driftet der Film auch ziemlich in den Kitsch ab. Und was die Gruselszenen mit Pennywise und den anderen Monstern angeht, ich fand sie zwar durchaus einfallsreich; wie sehr man davon abgeholt wird, dürfte allerdings auch sehr davon abhängen, wie tolerant man selbst gegenüber CGI ist, denn das kommt hier in hohen Dosen zum Einsatz.Nichtsdestotrotz ist ES Kapitel 2, genau wie Kapitel 1, immer noch eine der besten (oder wenigstens besseren) King-Verfilmungen, weniger wegen der Monster-Szenen als vielmehr auf psychologischer Ebene gruselig, und definitiv den Kinobesuch wert.
    • Micox
      Gruselig Null.. Teilweise langweilig..Story schlecht..
    • Kein_Gast
      Suspiria war alles aber kein Horrorfilm. Hab keinen schlechteren Film die letzten 5 Jahre gesehen.It follows war hervorragend. Babadook war ok. The Witch war gut.Waren aber allesamt nicht gruselige als Es
    • Kein_Gast
      Na dann wurden deiner Meinung nach die letzten fünf Jahre keine Horror Filme gedreht. Darauf wollte ich nämlich hinaus.Das sagt dass du vermutlich eine falsche Definition davon hast.Conjuring stimme ich dir zu. Herediatry steht seit Ewigkeit auf der Watchlist. Wird ein lieben oder hassen Film und war bisher nie in der Stimmung dazu. Ich glaube es ist wichtig dass man das ist.Ghostland. Get Out. Conjuring. Es. The Ritual. Sind meine Top 5 der letzten 5 Jahre. Sonst gab es glaub keinen einzigen guten.
    • Tyrantino
      Ist die Serie auf Netflix oder Prime? Außerdem ist Bill Hader fast immer genial. Sehr unterschätzt bzw unterrepräsentiert der Mann.
    • Tyrantino
      Wie meinst du? Ich fand ihn für seine Laufzeit sehr unterhaltsam. Nur nicht gruslig.
    • Tyrantino
      Hab ich behauptet, dass ich andere Filme gruselig fand? Was sollen denn jetzt andere Filme hier beweisen? Aber ich würde auf Anhieb Conjouring und Herediatry nennen. Letzterer hat aus Kindstoden WIRKLICH Horror erschaffen.
    • Tyrantino
      Wir sollten dringend an unserer Kommunikation arbeiten :D
    • Ortrun
      So unterschiedlich sind die Vorlieben. Von denen finde ich nur The Witch und Babadook einigermaßen ok (wobei ich das Kind als sehr nervig empfand); Midsommar habe ich noch nicht gesehen - bin ich nach Hereditary aber auch nicht so scharf drauf. In den letzten Jahren fand ich an Horrorfilmen z.B. gut: Conjuring 1+2, The Silence, Annabelle 2, Split, Halloween, Friedhof der Kuscheltiere und natürlich ES.Gespannt bin ich dieses Jahr noch auf Dr. Sleep und Scary Stories To Tell In The Dark (und natürlich ES 2).
    • Dominik König
      @Kein_Gast: The Witch, Hereditary, The Babadook, It Follows, Suspiria und als Bonus aus diesem Jahr kann ich da bereits Midsommar hinzurechnen.
    • Dominik König
      @Geatrix: Dann wappne dich wirklich für die Sichtung des zweiten Teils, der ist teilweise das reinste Jump-Scare Festival und das wirkt hier sogar noch formelhafter, weil der Terror, dem die Erwachsenen ausgesetzt werden, eigentlich sehr viel psychologischer angelegt ist im Buch. Das hätte hier auch sehr viel mehr Sinn gemacht, aber leider hält Muschietti auch hier wieder subtil für ein Waschmittel und haut einem sein immergleiches Horror-Einmaleins um die Ohren.
    • ANTAEUS
      Genauso empfand ich den Film auch, eher Mystery-Fantasy-Comedy-Thriller, ich warte bis es den 2. Teil zum Leihen gibt - Kino iss mir zu teuer ...
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