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    Altman
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Altman
    Von Thomas Vorwerk
    Der US-Regisseur Robert Altman (1925-2008) wurde oft als „Europäer unter den Amerikanern“ bezeichnet. Der Gewinn der Goldenen Palme in Cannes 1970 für „M*A*S*H“ markierte den Punkt seiner Karriere, von dem an er in der Filmszene akzeptiert wurde, der Regiepreis an selber Stelle für „The Player“ läutete 1992 sein Comeback nach einigen Flops ein. Den Ehrenoscar für sein Lebenswerk erhielt der  Schöpfer von „Nashville“ und „Short Cuts“ erst 2006, zehn Jahre nach einer Herztransplantation, die seinen Schaffensdrang nicht unterbinden konnte. Nun kommt exakt einen Tag vor dem 90. Geburtstag der Titelfigur die Dokumentation „Altman“ in die deutschen Kinos: Regisseur Ron Mann erzählt die Karriere seines Protagonisten streng chronologisch nach, immer informativ, oft unterhaltsam, mit sicherem Blick für dramaturgische Geschlossenheit.

    Ob Altmans frühe Industriefilme mit vielsagenden Titeln wie „Wie man eine Tankstelle betreibt“, die längere Periode beim Fernsehen oder seine erzählerischen wie technischen Innovationen im rigiden Hollywoodsystem und abseits davon: Alles wird abgearbeitet, man erfährt oft in des Regisseurs eigenen Worten (oder in denen seiner Witwe Kathryn Reed Altman, die das Filmprojekt mit Material unterstützte) von Karriereproblemen, seinem Familienleben und seinem Platz in der Filmgeschichte – so wie er selbst von David Lean („Lawrence von Arabien“) inspiriert wurde, war Altman seinerseits eine Inspiration für Paul Thomas Anderson („Magnolia“) und viele andere.


    Minimalistisch und beinahe genial ist Ron Manns Entscheidung, zahlreiche prominente Weggefährten Altmans (unter anderem James Caan, Robin Williams, Julianne Moore oder Bruce Willis) zu Wort kommen zu lassen, sie aber jeweils nur um eine knappe persönliche Definition des Begriffs „altmanesk“ zu bitten. Weniger schön ist es, wenn man als Zuschauer erkennt, dass der schwarze Hintergrund dieser Kurzinterviews oft nachträglich dazuretuschiert wurde, und das nicht einmal sehr sauber. Das größte Problem dieser TV-Produktion (die Schwarzblenden für die Werbepausen sind unverkennbar) ist nämlich, dass der Film auf der großen Leinwand nicht gerade gut aufgehoben ist. Wenn man Filmszenen etwa aus „McCabe & Mrs. Miller“ sieht, die offensichtlich erst fürs Fernsehen herunterkonvertiert und dann wieder fürs Kino aufgeblasen wurden, dann blutet das Herz jedes Cinephilen. So eine Behandlung hat die Arbeit eines Meisterregisseurs wie Altman nicht verdient.

    Fazit: Ron Manns Dokumentarfilm bietet einen umfassenden und umsichtigen Überblick über die Karriere und das Leben eines wegweisenden Künstlers. Leider ist die Bildqualität der Filmausschnitte nicht immer auf der Höhe.
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