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    Die schönen Tage
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    3,2
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    Kinobengel
    Kinobengel

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    3,5
    Veröffentlicht am 19. Oktober 2013
    Marion Vernoux ist als Regisseurin alle paar Jahre aktiv und bereichert das Kino mit ihren filmischen Kunstwerken. Sie besteht auf Authentizität, so auch für „Die schönen Tage“. Die Zahnärztin Caroline hat ihre Praxis aufgegeben und bekommt von der Familie einen Gutschein für den Besuch der Begegnungsstätte „Die schönen Tage“. Sie zählt sich noch nicht zum alten Eisen, möchte ihren Lebensabend nicht in Töpferkursen verbringen und nimmt das Angebot dennoch an. Vor Ort trifft Caroline auf den viel jüngeren Julien, der sie zu begehren beginnt. Das Thema geh‘ fremd und finde den Weg zum Ehemann ist nicht sonderlich originell, eher aus dem Leben gegriffen. Anziehend ist so eine Geschichte dann trotzdem, wenn den Handelnden Charaktere eingehaucht werden, die nicht simpel einordenbar sind und unzweifelhaft den verfilmten Lebensausschnitt bewältigen. Das hat die Regisseurin ganz überwiegend gemeistert. Für die Hauptrolle bediente sich Vernoux der Fanny Ardant, die mit ihrer handtuchlangen Filmografie 2001 zum berühmten Frauenoktett von François Ozon gehörte und in „La Grande Bellezza“ sich selbst spielte. Sie ist in fast jeder Szene präsent und lässt Caroline mit der Ausstrahlung einer lebensbejahenden Dame ohne Bombast andere Beteiligte in den Hintergrund treten. Das ist ohne Frage beabsichtigt, durchgreifend und gelingt ohne den Eindruck zu hinterlassen, dass eine ausgeflippte Alte ihr Umfeld terrorisiert und den Film komödisiert. Die Dialoge sind weder überladen noch synthetisch. Die Familie (Ehemann und zwei Töchter mit Enkel) hat sich die Rentenzeit der junggebliebenen Sechzigerin nur anders vorgestellt. Der smarte Julien, überzeugend unübertrieben von Laurent Laffitte dargestellt, hat diesen neugierigen Blick, der zu seinem Drängen passt. Und Ardant lässt sich als Caroline auf ihn ein. Der Zuschauer spürt, dass sie um die mögliche Kurzlebigkeit dieser Affäre weiß und darf mit ihr genießen. Einiges an der Inszenierung ist dann zu zaghaft und damit tiefgestapelt bebildert. Aber wenn Vernoux Wirklichkeitstreue in dieser Weise gezeigt haben möchte, darf bestätigt werden, dass „Die schönen Tage“ dieses Niveau die 95 Minuten durchhält. Als Caroline dann am Strand spazieren geht, gleichzeitig nachdenklich und glückselig, fühlt sich der Zuschauer an das Filmplakat erinnert, welches von der farbtechnischen Qualität leider das Beste ist, was von dieser französischen Romanze zu sehen ist. Fanny Ardant erhebt diesen Film, der dank ihrer Aura und der dezenten Spielweise ohne besondere Kamerafahrten auskommen soll, auf eine Ebene, die den Zuschauer eventuell gerade noch ins Kino lockt und nicht vor dem TV warten lässt.
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