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Mein liebster Feind
Durchschnitts-Wertung
3,7
23 Wertungen - 3 Kritiken
33% (1 Kritik)
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3 User-Kritiken

Kino:
Anonymer User
4,5hervorragend
Veröffentlicht am 22.12.08

herzog ist unter den deutschen filmemachern mein klarer favorit und kinski betrachte ich als den größten nachkriegsschauspieler deutschlands. der kern des herzogschen schaffens sind seine kinski-filme, die besten unter den unzähligen filme mit kinskis beteiligung sind jene, wo herzog regie führte. ein geniales gespann, dass in verzehrenden symbiosen filme geschaffen hat, die, in ihrer kunstvolle reduktion auf das archetypische, ursprüngliche und wilde, sicherlich als zeitlose geniestreiche gelten können. ein autorenkino abenteuerlichen anstrichs ist so entstanden, dass willensmenschen mit außenseiterstatus (siehe herzog und kinski) vorführt. diese fünf filme sind nicht für alle und jeden genacht worden, denn herzog inszeniert für "die ewigkeit" und sah und sieht sich nicht dem mainstream verpflichtet. der effekt: sein schon betagter "aguirre" wirkt heute noch frisch, abenteuerlich und eigen und ist in hundert jahren gewiss noch ebenso sehenswert.
herzog zehrt in seiner aufregenden dokumentation "mein liebster feind", in der er die vergangenen jahrzehnte mit kinski und die turbulente entstehung ihrer filme revue passieren lässt, sicherlich gleichermaßen vom nachruhm der "großen 5" ( besser vier, denn "cobra verde" war ein eher fader nachzieher) wie vom nachruhm kinskis, der nach seinem tod allmählich legendenstatus erlangt hat (an blassen epigonen wie ben becker ist dieser status gut erkennbar). beim betrachten von "mein liebster feind" drängt sich zuweilen der eindruck auf, dass hier (der sehr sympathisch wirkende herzog, als "überlebender" des gespanns, einiges gerade rücken und relativieren will; hier will sich einer, ohne widerrede befürchteten zu müssen, ins rechte licht rücken, einer der, obwohl auch sehr durchsetzungsfähig, immer etwas leiser war, als der polternde kinski (der ja u.a. in seinen biographischen büchern gnadenlos - sicherlich auch um des effekts willen - mit herzog "abrechnete": ein gutes beispiel, herzog behauptet im nachhinein, er hätte zusammen mit kinski über die diffamierenden passagen gelacht und ihn sogar noch zu weiteren schmähungen angestachelt). der zuschauer lässt sich nichts vormachen. sie haben sicherlich auch untereinander gelitten, aber sie wussten auch, dass der andere für die eigene kunst ein großes glück bedeutet.

Kino:
Anonymer User
5,0Meisterwerk
Veröffentlicht am 10.07.08

Dieser Film ist neben einer Hommage an den wohl intensivsten Schauspieler aller Zeiten (Kinski) ein Psychogramm Herzogs.
Am besten in Kombination mit Les Blanks "Burden of Dreams" gesehen, offenbart er die Besessenheit beider Künstler.
Es wurde schon viel über den heissen Wahnsinn von Kinski und den kalten Wahnsinn vom Herzog geschrieben. In "Mein liebster Feind" wird natürlich das explosive Gemüt Kinskis gezeigt und beschrieben, aber die besten Szenen sind wohl jene in denen Herzog sich selbst verrät. So gibt es einige Stellen, in denen Herzog klarstellt, Kinski wäre der Verrückte - aber nicht er selbst. Er wäre ja geistig gesund. Doch wenig später berichtet er von seinem Brandanschlag auf Kinskis Haus, welcher nur durch den Wachhund verhindert wurde. Auch die teilweisen grotesken Risiken, die Herzog für die Umsetzung seiner Filme einging - welche er aber selbst garnicht als solche (an)erkennt, können beim Zuschauer nur den Eindruck hinterlassen, daß sich hier ein Wahnsinniger selbst entlarvt während er einen anderen Wahnsinnigen beschreibt. Kinski und Herzog erscheinen als zwei Seiten einer Medallie.
Man kann Herzog nie alles glauben - dass heißt aber nicht, daß er lügen/übertreiben/verfälschen würde. Insoweit darf man sich fragen, ob Herzog sein Psychogramm "aus Versehen" mit in den Film einbringt oder ob es sich um ein gezieltes Manöver handelt. In beiden Fällen handelt es sich um ein wunderbar typisches Beispiel herzog´scher "Extatic Thruth". Und eben dies brennt seine Filme ins Gedächtnis der Zuschauer.

Es werden die diversen Filme thematisiert, welche Kinski und Herzog verbanden. Und hier zeigt sich, daß sich nicht um eine Abrechnung Herzogs mit Kinski handelt - die dargestellte schauspielerische Leistung Kinskis ist über jeden Zweifel erhaben. Vor allem in einer Gegenüberstellung der Glockenturmszene aus Fitzcaraldo - einmal gespielt vom Duo Robarts/Jagger und einmal von Kinski, zeigen die Genialität des Jahrhunderttalent Kinski. Die "Macken" eines Klaus Kinski erscheinen nun als notwendige Kehrseite einer solchen Leistung. Es handelt sich um eine extrem Persönlichkeit - Künstler! Nicht um bloße Filmarbeiter - wie so viele Schauspieler heutzutage.

Und natürlich fehlen auch in diesem Film nicht die herzog´schen Momente. So ist die Schlußszene, in der Kinski innig mit einem Schmetterling turtelt fast schon syrreal.

Ich selbst bin durch diesen Film erst auf den Herzog bzw. Kinski-Trip gekommen. Einige der Filme wie Fitzcaraldo oder Aguirre, die ich früher ehrer als langatmig und ohne jede Dramatik empfunden habe (war eben sehr durch Hollywood verdorben ;-) ) entfalteten plötzlich einen ganz eigenen Reiz. Ich kann es nur jedem empfehlen.

Leider sind weder Kinkis noch Herzogs Filme heute noch oft in Kino und Fernsehen anzutreffen. Es bleibt zu befürchten, daß Kinski nur als cholerischer Typ (auf den er immer öfter reduziert wird) im Gedächtnis bleibt.

Kino:
Anonymer User
4,0stark
Veröffentlicht am 01.02.06

Wer sich für die Kinski-Herzog-Filme interessiert und ihre Entstehungsgeschichte,der wird an diesem Film kaum vorbeikommen - aber er wird auch enttäuscht werden,denn der gesamte Film ist eine einzige Selbstbeweihräucherung Herzogs.Dauernd heisst es"Ich hab dies gemacht,ich hab das gemacht,es war so schrecklich schwierig,diesen Film zu drehen,blablaba..." Vieles klingt mehr als unglaubwürdig,vor allem seine Behauptung,die Indianer,die in "Fitzcarraldo" mitspielen,hätten ihm angeboten,Kinski für ihn,Herzog,zu töten,klingt doch sehr nach Effekthascherei!Von Kinski sind in diesem Film nur wenige Ausschnitte zu sehen,unter anderem sein legendärer Wutausbruch bei den Dreharbeiten zu Fitzcarraldo vor dem Schiff.Alles in allem muss man sagen,kann Herzog froh sein,daß Kinski tot ist,(Ansonsten hätte er es auch nicht gewagt,diesen Film zu drehen!) denn hätte dieser den Film "Mein liebster Feind" gesehen,könnte Herzog wohl danach einige Wochen nicht mehr sitzen,da Kinski ihn kräftig dahin getreten hätte,wos wehtut.......

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