Die Nordsee - Unser Meer
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Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion Die Nordsee - Unser Meer

2,0


Von Asokan Nirmalarajah

Wie sich die Bilder doch gleichen: „Die Nordsee – Unser Meer", die jüngste Dokumentation aus dem Hause Doclights verspricht, nie zuvor gesehenes zu zeigen. Angesichts der Popularität, die die Nordsee in Kino- und Fernsehdokumentationen in jüngerer Zeit genossen hat, ist dieses im Film und im Presseheft immer wieder betonte Alleinstellungsmerkmal nicht weit her. Sowohl in der zehnteiligen arte-Reihe „Deutschlands Küsten" (2010), als auch in der Leinwandproduktion „Die Nordsee von oben" (2011) wurde die Nordsee bereits ausgiebig präsentiert. Mit technisch immer besseren Helikopter-Kameras wurden für diese Dokumentationen die Küstenlandschaften abgetastet und Luftbilder eingefangen, die den trüben Norden in grellen, farbenfrohen Land- und Wasserformationen erstrahlen ließen. „Die Nordsee – Unser Meer" macht nun nicht mehr, als nahtlos an diese Vogelperspektiven anzuschließen, sie mit Land- und Unterwasserbildern und einer redundanten, einfallslosen Erzählerstimme zu unterlegen.

Axel Prahl, bekannt als „Tatort"-Kommissar Frank Thiel aus Münster, berichtet aus dem Off von seiner Heimat, der Nordsee, und führt durch ihren einzigartigen Naturkosmos. Mit norddeutscher Gelassenheit und trockenem Humor kommentiert das schleswig-holsteinische Urgestein die Aufnahmen, die verschiedene Kamerateams rund um die Nordsee an über 60 Drehorten in Deutschland, England, den Niederlanden, Dänemark, Norwegen und Schottland gemacht haben. Darunter finden sich Bilder, die mit hochauflösenden, kreiselstabilisierten Cineflex-Kameras gedreht wurden, und Aufnahmen von Vögeln wie dem Basstölpel in majestätischer Superzeitlupe. Dazu gibt es fast schon beängstigende Nahaufnahmen von kampflustigen Robben, bei der die Luftblasen des Unterwasserkameramanns durch ein neues Rebreather-System verschwinden. Computergesteuerte Zeitraffer geben zudem ein Bild von der täglichen Bewässerung der Landschaft durch kleine Fluten. High-Definition-Bilder von Dünen, den flachen Halligen, den malerischen Küsten, uferlosen Wattlandschaften und all ihren kleinen und großen Lebewesen runden das Bild von Flora und Fauna des Weltkulturerbes Wattenmeer ab.

Das stärkste Argument für einen weiteren Film über die Nordsee ist die Beobachtung der Filmemacher, dass die Nordsee nicht ruht. Als Meer vor der unmittelbaren Haustür Deutschland unterliegt sie ständigem Wandel. Wenig überraschen kann also, dass die Hamburger Firma Doclights in den vergangenen Jahren schon über 15 Produktionen zum Thema hergestellt hat. Dabei war der Anspruch stets mit stetig verbesserter Kameratechnik noch hochwertigere, ansprechendere Bilder von der Nordsee zu machen und die Zuschauer – vor allem die jüngeren – für die Schönheit der Natur zu begeistern. Und tatsächlich zeigt auch „Die Nordsee – Unser Meer" einige spektakuläre Bilder, wie etwa das selten zu bestaunende Phänomen der Sonne, die beim Untergehen auf einmal ein grünes Leuchten über dem Meer von sich gibt. Den Luft-, Wasser- und Landaufnahmen möchte man von daher nichts von ihrer Wirkung absprechen.

Das Problem ist vielmehr die Art der Präsentation: Ist es zu Beginn noch recht drollig, von den eigenwilligen Ostfriesen und ihrem kuriosen Alltag zu hören, während man sich in das gemütliche, unaufdringliche Tempo des Films einfindet, wirken die Beobachtungen und Gedanken des Norddeutschen Axel Prahl zunehmend redundant. Nicht nur, dass seine Scherze ärgerlich flach sind, die etwas gelangweilte Stimmlage erstickt jeden Versuch, die Erhabenheit der Natur einzufangen, im Keim. Dieser überflüssige, da wenig informative Off-Kommentar macht in Verbindung mit der uninspirierten Erzählstruktur aus „Die Nordsee – Unser Meer" ein austauschbares Werbevideo, das wenig mehr als ahnsehnliche Bilder zu bieten hat.

Fazit: „Die Nordsee – Unser Meer" badet einmal mehr in der Schönheit, Erhabenheit und Farbenpracht von Mutter Natur. Untergraben werden die eindrucksvollen Bilder allerdings durch die ermüdende und zunehmend nervtötende Erzählerstimme des Schauspielers Axel Prahl, dessen Witze eher irritieren als informieren.

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