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Pacific Rim 2: Uprising
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Pacific Rim 2: Uprising
Von
Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro liebt Monster. Für sein melancholisches Fantasydrama „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“, in dem sich eine stumme Putzfrau zu Zeiten des Kalten Krieges in ein Wassermonster verliebt, wurde er kürzlich erst mit dem Oscar ausgezeichnet. Er hat seine Vorliebe für Filmmonster aber auch schon auf einer deutlich weniger intimen Ebene ausgelebt und 2013 mit „Pacific Rim“ einen Ausflug ins Big-Budget-Spektakelkino unternommen. Das 190 Millionen US-Dollar teure Kaiju-gegen-Roboter-Gekloppe war ein echtes Herzensprojekt del Toros, das im Gegensatz zu auf den ersten Blick artverwandten Filmen wie „Transformers 5“ weltweit mit Kritikerlob bedacht wurde – auch von uns. Fünf Jahre später legt Steven S. DeKnight (verantwortete unter anderem die TV-Serien „Marvel’s Daredevil“ und „Spartacus“) nun eine Fortsetzung vor, an der del Toro nur noch als Produzent und Berater beteiligt war. Trotzdem finden sich auch in „Pacific Rim: Uprising“ manche der Stärken des ersten Films. Zugleich findet das vierköpfige Autorenteam um DeKnight und „Maze Runner“-Mastermind T.S. Nowlin oft nicht die richtige Balance zwischen Ernst und Albernheit.

Fünf Jahre sind vergangen seit riesige Monster – sogenannte Kaijus – zuletzt die Erde heimgesucht haben. Sie wurden von einer Alienrasse durch riesige Bodenspalten auf den Planeten geschickt, um die Menschheit zu vernichten. Mithilfe von Jaegern genannten hochhaushohen Robotern konnte sich die Erdbevölkerung der Monsterangriffe erfolgreich erwehren - bis jetzt. Der rebellische Jaeger-Pilot Jake Pentecost (John Boyega), der im Kaiju-Krieg einst seinen legendären Vater Stacker verloren hat, befindet sich an vorderster Front, als die Erde erneut angegriffen wird. Gemeinsam mit der 15-jährigen Hackerin Amara (Cailee Spaeny) und an der Seite seines ewigen Rivalen Lambert (Scott Eastwood) steigt er widerwillig in seine Jaeger-Montur, um seinen Heimatplaneten vor dem Untergang zu retten. Doch diesmal richtet sich der Kampf nicht bloß gegen die außerirdischen Kaijus, sondern auch gegen die skrupellosen Pläne eines weltweit operierenden Technikkonzerns, der aus den Außerirdischen-Angriffen Kapital schlagen will…


Wenn man dem ersten Teil etwas ankreiden kann, dann die Tatsache, dass das Ganze hin und wieder ein wenig zu ernst rüberkommt. Das scheinen auch die Macher des Sequels so empfunden zu haben, und so herrscht in „Uprising“ von der ersten Minute an ein deutlich leichtfüßigerer, bisweilen gar alberner Tonfall. Die Geschichte beginnt mit einem betont lässigen Voice-Over der späteren Hauptfigur Jake Pentecost – dem typischen Abziehbild eines jungen Mannes, der kurz davorsteht, vom rechten Pfad abzukommen. Wenn seine Figur den Tag damit verbringt, sich auf illegale Weise Geld zu beschaffen, indem er die Technik alter Jaeger-Roboter ausschlachtet und dabei regelmäßig seine Kunden und Interessenten übers Ohr haut, inszeniert DeKnight das betont spritzig. Er packt einen coolen Spruch nach dem anderen in seinen Film, sodass man sich zuweilen an jüngere Fantasyactioner der Marke „Power Rangers“ mit ihrem hohen Humoranteil erinnert fühlt. Die Gagoffensive setzen die Autoren bis zum Ende fort und dabei überspannen sie den Bogen gelegentlich: Wirkte der erste Film manchmal etwas gewollt düster, so kommt der zweite Teil oft etwas albern und pseudocool daher.

In „Pacific Rim: Uprising“ steht eine sehr viel jüngere Generation an Jaeger-Piloten im Mittelpunkt als zuvor. So jung, dass Scott Eastwood („Fast & Furious 8“) mit gerade einmal Mitte 20 hier jene Rolle übernimmt, die im ersten Teil noch der deutlich mehr Respekt einflößende Enddreißiger Idris Elba verkörperte. Und auch diesmal leisten sich zwei Hauptfiguren eine ganz persönliche Fehde: John Boyegas („Star Wars: Die letzten Jedi“) Jake und Eastwoods Lambert waren zu Ausbildungszeiten große Rivalen, bis sich Jake nach dem Tod seines Vaters dazu entschloss, einen anderen Weg einzuschlagen als die Militärkarriere. Der Kabbelei zwischen den beiden Männern, die im Ernst der Lage natürlich schon bald wieder an einem Strang ziehen, fehlt es zwar an emotionaler Unterfütterung (beide bleiben bis zuletzt vor allem auf ihre körperlichen Fähigkeiten als Jaeger-Rekruten reduziert), doch über weite Strecken ist der schematische und mit gelegentlichen Onelinern garnierte Hahnenkampf immerhin kurzweilig. Einen willkommenen Kontrapunkt dazu setzt die von Newcomerin Amara Namani verkörperte Cailee, die als toughes Hacker-Girl ein gutes Leinwanddebüt abliefert.

Während die um einen machthungrigen Technikkonzern erweiterte Prämisse eher funktional als tiefschürfend ausgebaut wird, sind die für solch einen Film so wichtigen Trickeffekte eine zwiespältige Angelegenheit. Wie schon im Vorgänger steckt auch „Uprising“ voller visueller Spielereien und die CGI-Animation der Riesenmonster ist nicht bloß detailverliebt, sondern entfaltet auf der Leinwand auch die notwendige Wucht. Allerdings fehlt den klobigen Jaegern hier die Schwerfälligkeit, die sie im Franchise-Auftakt noch so echt wirken ließ. Wenn hier gute gegen böse Roboter kämpfen (ja, in „Pacific Rim: Uprising“ kämpfen nicht immer nur Jaeger gegen Kaijus!), haben die riesigen Blechbüchsen bisweilen die immense Beweglichkeit von Transformers, wenn sie an Häuserwänden hochklettern, oder sich rollend vorwärtsbewegen, und auch die Technik innerhalb der Jaeger wurde modernisiert. Was fehlt, ist der Charme des Handgemachten und Unperfekten, der „Pacific Rim“ noch eine angenehme Bodenständigkeit verliehen hatte.

Die Fans der Kaijus müssen sich hier übrigens mehr als eine Filmstunde gedulden (von 111 Minuten), bis sich endlich drei Riesenmonster ihren Weg an die Erdoberfläche bahnen. Davor gibt es abgesehen von einem kurzen Flashback nur auf die Dauer etwas ermüdende Kämpfe Jaeger gegen Jaeger. Erst im Schlussspurt ziehen die Macher noch einmal alle Register und feiern eine einmal mehr sehr übersichtlich gefilmte (Kamera: Dan Mindel, „The Cloverfield Paradox“) Zerstörungsorgie, in denen die monströsen Meeresungetüme eine ganze Metropole in Schutt und Asche legen – natürlich nicht, bevor die Einwohner in unterirdischen Bunkern Schutz gefunden haben. Hier erinnert der Film im besten Sinne an den Ideenreichtum des ersten Teils. Und wie es den Kämpfern des Heldenteams zum Teil ergeht, ist zwar konsequent, aber für einen Blockbuster dieses Kalibers nicht selbstverständlich. Genauso wenig wie eine unerwartete Entwicklung, die die beiden Publikumslieblinge Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) hier durchmachen müssen. Nur so viel: Spätestens im dritten Teil wollen wir wissen, was sich hinter „Plan B“ verbirgt.

Fazit: An den detailverliebten Vorgänger kommt Steven DeKnights „Pacific Rim: Uprising“ nicht annähernd heran. Immerhin bietet aber auch das manchmal etwas alberne Sequel einige technische Finessen und durchaus unerwartete Wendungen. Leider kommen dabei ausgerechnet die Kaijus selbst zu kurz - und auch die bemühte Coolness erweist sich zwischenzeitlich als ziemlich anstrengend.
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