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Hello, I am David - Eine Reise mit David Helfgott
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Hello, I am David - Eine Reise mit David Helfgott
Von Asokan Nirmalarajah
Was wurde eigentlich aus David Helfgott? Das australische Klaviergenie mit der schizoaffektiven Störung erlangte 1996 als Hauptfigur von Regisseur Scott Hicks' Filmbiografie „Shine – Der Weg ins Licht“ Weltberühmtheit. Das psychologische Musikdrama über den Kampf des Pianisten mit seinem tyrannischen Vater (gespielt von Armin Mueller-Stahl) war ein Überraschungserfolg bei Publikum und Kritik, brachte Helfgott-Darsteller Geoffrey Rush einen Oscar ein und erhielt sechs weitere Nominierungen (unter anderem als Bester Film). Die deutsche Dokumentarfilmerin Cosima Lange („Chamamé“) geht in ihrem zweiten Kinofilm „Hello, I am David! – Eine Reise mit David Helfgott“ nun der Frage nach, wie sich Leben und Karriere des außergewöhnlichen Künstlers entwickelt haben und welche Folgen der Erfolg von „Shine“ für ihn hatte. Entstanden ist ein liebevolles, intimes Porträt eines kindlich-positiven Mannes, bei dem dramaturgische Defizite mit viel Charme überspielt werden.


Regisseurin Cosima Lange verzichtet weitestgehend auf Archivmaterial und bemüht sich auch nicht um eine detaillierte Nacherzählung von David Helfgotts Biografie. Stattdessen präsentiert die Regisseurin, die von ihrem kontaktfreudigen, herzlichen Protagonisten immer wieder ins Bild gezogen wird, neu gedrehte Aufnahmen des inzwischen 65-jährigen Pianisten und seiner Frau Gillian bei einer Konzertreise durch Europa. Anhand von Privataufnahmen des Paares und seiner Verwandten, Interviews mit den Helfgotts und zahlreichen Wegbegleitern sowie einigen Mitschnitten von mitreißenden Konzertauftritten des Pianisten entwirft Lange das Bild eines kindlich gebliebenen Mannes mit einer bezaubernden, aber auch anstrengenden Persönlichkeit. So sieht man den Lebensweisheiten vor sich hin brabbelnden Künstler in einem Moment unmögliche Höhen der Konzertmusik erklimmen und im nächsten mit seiner Frau um die Cola-Flasche kämpfen. Solche Szenenfolgen gibt es hier immer wieder, von einem erzählerischen Bogen kann dabei kaum eine Rede sein. Offensichtlich wird die Filmemacherin aus ihrem Protagonisten selbst nicht ganz schlau. Helfgott erscheint hier ausschließlich als ewiges Wunderkind, das durch das Nervenleiden auch tatsächlich Kind geblieben ist. Das lässt den Film etwas einseitig und undifferenziert wirken, dennoch gibt er uns sehr menschliche und sympathische Einblicke in ein außergewöhnliches Künstlerleben.

Fazit: Ein etwas unstrukturiertes, aber umso liebevolleres Doku-Porträt des faszinierenden Klaviergenies David Helfgott.
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