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Justice League: The Flashpoint Paradox
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Justice League: The Flashpoint Paradox
Von Falk Schön

Im Kino hat Comic-Gigant Marvel dem Erzrivalen DC momentan den Rang abgelaufen. Trotz Christopher Nolans „Dark Knight“-Trilogie oder Zack Snyders „Man Of Steel“ ist das „Avengers“-Universum eine Nummer für sich: So viele miteinander verknüpfte Filme auf durchgängig hohem Niveau muss man erst einmal produzieren. Im Heimkinomarkt sieht es dagegen ganz anders aus: Hier kommt Marvel erst langsam in die Gänge während die Animationsfilme von DC bei Comic-Fans längst etabliert sind. Denn hier kann man auch mal unbequeme und außergewöhnliche Vorlagen adaptieren, etwas ausprobieren. Das klappt zwar nicht immer, wie etwa der zweiteilige „Batman: The Dark Knight Returns“ von Jay Oliva, der Frank Millers Kult-Comic ohne jegliche eigene Idee abfilmte, zeigte. Mit seinem neuesten Werk zeigt Oliva aber, dass er es auch besser kann: „Justice League: The Flashpoint Paradox“ ist nur eine ordentliche Vorlage, die der Comic-Animationsfilm-Experte zu einen zwar nicht durchweg gelungenen, aber höchst interessanten Film übersetzt.

Superheld Flash (Stimme: Justin Chambers) rettet zwar tagein tagaus mit seinen Kollegen von der Justice League die Welt, richtig glücklich ist er aber nicht. Er trauert der einen Person hinterher, die er nicht retten konnte: seine Mutter. Doch eines Tages wacht er auf und seine Mutter lebt wieder – aber das ist nicht alles: Plötzlich hat er hat keine Superkräfte mehr und die Welt steht vor der totalen Zerstörung. Ein Krieg zwischen Aquaman (Cary Elwes) mit seiner Armee aus Atlantis auf der einen und Wonder Woman (Vanessa Marshall) mit ihren Amazonen auf der anderen Seite hat schon fast ganz Europa in Schutt und Asche gelegt. Um herauszufinden, was passiert ist, wendet sich Flash an den einen Helden, der eigentlich immer einen Plan hat: Batman. Dabei erlebt er die nächste Überraschung. Nicht sein alter Freund Bruce Wayne (Kevin Conroy) steckt unter der Maske des Rächers, sondern dessen verbitterter, auf brutale Weise für Recht und Ordnung sorgender Vater Thomas (Kevin McKidd).

„Justice League: The Flashpoint Paradox“ ist eine interessante Variation des bekannten DC-Comic-Universums. Der Zuschauer wird in eine Welt entführt, in der alles einen kleinen Tick anders verlaufen ist. Was wäre etwa passiert, wenn bei jenem schicksalsträchtigen Überfall nicht die Eltern von Bruce Wayne erschossen worden wären, sondern der kleine Junge selbst? Was hätte sich verändert, wenn Supermans Raumschiff nicht in Smallville abgestürzt wäre, sondern ein paar Kilometer weiter in Metropolis – und er nicht von den Kents, sondern der Armee „adoptiert“ worden wäre? Aus dieser Frage resultiert eine düstere Alternative, die packend in Szene gesetzt ist – auch wenn es mit den Figuren-Auftritten etwas übertrieben wird: Wenn neben allen anderen Figuren auch noch kurz Hal Jordan (Nathan Fillion) gezeigt wird, der nie den Ring bekommen hat, der ihn zum Green Lantern machte, wirkt das ein wenig wie ein bloßes Abhaken.

Vor allem aber ist es eine Freude, mit welcher Kompromisslosigkeit Jay Oliva diese Welt umsetzt. Nicht nur, dass Helden und Schurken nun teilweise die Seiten gewechselt haben, auch ihre Brutalität überrascht: Vor allem Batman tötet ohne Skrupel und auch die in dieser Welt verfeindeten Aquaman und Wonder Woman agieren kompromisslos. Gliedmaßen werden abgetrennt, Genicke gebrochen, Kugeln in den Kopf gejagt.
 
Die größte Qualität ist jedoch, dass die Macher trotz der auf den ersten Blick krassen Gegensätzlichkeit dem Kanon treu bleiben und nur leicht variieren, was in den Figuren ohnehin angelegt ist. Ein Lex Luthor (Steve Blum), der hier für den menschlichen Widerstand kämpft, hat schließlich in den besseren Comics einen durchaus ambivalenten Charakter. Er ist nicht abgrundtief böse, sondern wird vom Versuch angetrieben, das Ungleichgewicht zwischen normalen Menschen wie ihm und mit Superkräften ausgestatteten Personen auszugleichen. Sind die Personen mit Superkräften plötzlich eine Bedrohung für die Menschheit, ist er folgerichtig auf der Seite der Guten. Ordentliche Animationen, die angesichts des geringen Budgets zwangsweise unter dem Niveau aktueller Kinofilme liegt, sowie ein erstklassiger Voice-Cast (u.a. mit Kino und TV-Stars wie Michael B. Jordan, Ron Perlman, Dana Delany und Danny Huston) selbst in den kleinsten Rollen runden das Vergnügen ab.

Fazit: „Justice League: The Flashpoint Paradox“ ist ein sehenswerter Animationsfilm aus dem Hause DC, der die Wartezeit bis zum nächsten großen Comic-Kino-Blockbuster mehr als gelungen verkürzt. Zumal er macht, was das Kino nur selten wagt: ambitioniert und risikofreudig zu erzählen.

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Kommentare

  • Umar Eff Bee
    Die Kritik hinterlässt bei mir einen positiveren Eindruck wie die letztendliche Bewertung. Ich freu mich trotzdem auf den Streifen !
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