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10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?
Von Thomas Vorwerk
Regisseur Valentin Thurn hat sich seit dem Erfolg seines Dokumentarfilms „Frisch auf den Müll“ von 2011 ganz auf das Thema Ernährung spezialisiert - und das auch jenseits des Mediums Film mit Buchveröffentlichungen, Websites und Vereinsgründungen. Sein neuer Kinofilm „10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?“ entstand da passenderweise in Korrelation mit einem neuen Buch und einer Website, auf die er auch werbewirksam in den letzten Minuten des Films hinweist. Food-Aktivismus für den guten Zweck – nur eben mit einem leichten Nachgeschmack, was die Eigenwerbung angeht. Zudem wirkt der Kommentar des Regisseurs im Film mitunter verlogen, wenn er als Ich-Erzähler einige seiner betont blauäugigen Denkprozesse schildert, die nicht wirklich damit zusammenpassen, dass er selbst ja schon seit fast einem Jahrzehnt Filme zu diesem Thema dreht. Und schließlich wird auch rein filmisch nicht viel geboten: Da erinnert uns „10 Milliarden“ zu sehr an einen - zumindest gut strukturierten - Deutschaufsatz.

Geschildert wird im Film die Reise eines neugierigen Dokumentarfilmers, der herausfinden will, wie man die auf die magische Grenze von zehn Milliarden zusteuernde Weltbevölkerung in Zukunft noch ernähren soll. Dafür probiert Thurn Insekten in Thailand, spricht mit Chefs des Pharmakonzerns Bayer, lässt sich über schnellwachsende genmanipulierte Lachse in Kanada informieren und erfährt, dass indische Hühnerfarmen mittlerweile sogar ihre deutschen Vorbilder in Sachen Produktivität überflügeln. Dabei fällt sofort positiv auf, dass der Filmemacher den Optimismus der Industrie im Interview ebenso fair wiedergibt wie die Kritik der gemeinnützigen Aktivisten, die weg wollen von spezialisiertem Raubbau und Genmanipulation jedweder Art. Thurn nimmt den Zuschauer an die Hand und erklärt die Zusammenhänge und Gefahren, nur um nach und nach festzustellen, dass die größte Herausforderung gar nicht die Produktion von Nahrungsmitteln ist. Vielmehr liegt das Problem darin, dass sich auch die durchaus vorhandenen Forschungserfolge auf dem Gebiet immer nur an die Industriestaaten als Konsumenten wenden, während die Entwicklungsländer mehr oder weniger ihrem Schicksal überlassen werden. Mehrfach hat man so beim Schauen das Gefühl, dass die Welt des Sci-Fi-Klassikers „Jahr 2022 - Die überleben wollen“, in dem sich das Lebensmittel Soylent Green irgendwann als Menschenfleisch entpuppt, schon um die nächste Ecke auf uns wartet. Zumindest sehen die künstlich hergestellten Hamburger-Pattys aus Maastricht ganz danach aus.

Fazit: Eine Doku, die sich ganz eindeutig (und eigentlich auch ausschließlich) an besorgte Verbraucher wendet.
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