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Justin Bieber's Believe
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Justin Bieber's Believe
Von Christoph Petersen

Während „Justin Bieber 3D: Never Say Never“ bis heute den Titel als finanziell erfolgreichster Konzertfilm aller Zeiten innehat, bleibt der Nachfolger „Justin Bieber’s Believe“ an den nordamerikanischen Kinokassen gerade deutlich hinter den Erwartungen zurück. Während die US-Beliebers nun in fast leeren Kinosälen hocken müssen, hat sich der deutsche Verleih Capelight entschieden, den Film von Regisseur Jon M. Chu nur an zwei Tagen in jeweils einer Vorstellung zu zeigen, um aus der Musik-Doku so doch noch ein Event zu machen. Und der Plan geht auf: Wir haben den Film mit 800 feiernden, heulenden, um ihr Leben schreienden Beliebers im Cinemaxx Dammtor in Hamburg gesehen und dabei festgestellt, dass der Kreischpegel direkt mit den gerade auf der Leinwand gezeigten Körperteilen des Idols zusammenhängt: Justin Biebers Nacken ist etwa doppelt so laut wie eine Hand und bei seinem Waschbrettbauch reißt es einem das Trommelfell aus den Ohren. Aber diesen Happening-Charakter braucht der Film auch. Denn für sich genommen ist er einfach nicht besonders gut.

„Never Say Never“ war eine tatsächlich inspirierende Doku über den Aufstieg eines kleinen Jungen vom elternnervenden Rückbanksänger zum YouTube-Klickwunder und schließlich zur Weltsensation. In „Justin Bieber’s Believe“ fehlt ein solcher dramaturgischer Strang nun. Auch wenn es sich in Anbetracht seiner Omnipräsenz in den Medien anders anfühlen mag, ist in den vergangenen zwei Jahren einfach nicht genug passiert, um einen weiteren Film zu rechtfertigen. So werden die einzelnen Songs diesmal nur durch anekdotische Einsprengsel zusammengehalten: von phrasenhaften Interviews mit Biebers Produzenten über ein kurzes Making-of des vom Star selbst inszenierten Wasserpark-Musikvideos zu „Beauty and a Beat“ bis hin zu einem Intermezzo über Biebers gestörtes Verhältnis zu den Papparazzi. Dabei gibt es durchaus starke Momente, wie etwa den Einschub über seinen sechsjährigen, nur wenige Tage vor dem Tourauftakt gestorbenen Lieblingsfan („Mrs. Bieber“), aber an die durchgängige Emotionalität von „Never Say Never“ reicht dieses Stückwerk trotzdem nie heran.  

Nach dem Erfolg von „Never Say Never“ ist Jon  M. Chu nicht nur für „Justin Bieber‘s Believe“ zurückgekehrt, der „G.I. Joe 2“-Regisseur hat diesmal zusätzlich auch noch die Inszenierung der kompletten Bühnenshow für die „Believe“-Tour übernommen. Und das merkt man: Gleich der Auftakt des Konzerts, zu dem Bieber mit aus Musikinstrumenten bestehenden Engelsflügeln in den Saal schwebt, wirkt wie fürs Kino gemacht. Im Gegenzug haben die Konzertmitschnitte (aufgenommen beim Auftritt in Miami) jedoch bei weitem nicht die Energie wie noch beim Vorgänger. Da macht sich dann auch das nicht einmal halb so hohe Budget (nur noch fünf statt 13 Millionen Dollar) bemerkbar, denn die Tour-Aufnahmen wirken diesmal eher als wären sie für eine spätere DVD-Veröffentlichung statt für die große Leinwand gedacht. Und was wir nie für möglich gehalten hätten: Man vermisst sogar das 3D – schließlich gilt „Never Say Never“ bis heute als Paradebeispiel dafür, wie sich die Technik in Dokumentationen effektvoll einsetzen lässt.

Fazit: Ein Nachschlag zum besseren „Justin Bieber 3D: Never Say Never“ für alle, die von ihrem Idol einfach nicht genug bekommen können.

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Kommentare

  • Anja P.
    Ich finde den Film genauso gut wie NSN, es ist gut das gezeigt wird das er es nicht leicht hat.. Schade das so viele Menschen ihn hassen..
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